Wirtschaft
Was passiert in Spanien? Und wen wählen die Italiener? Und was heißt das für den Euro?
Was passiert in Spanien? Und wen wählen die Italiener? Und was heißt das für den Euro?(Foto: picture alliance / dpa)

Spanisch-italienische Unruhe: Dow dick im Minus

Gerade noch klettern die großen Indizes an der Wall Street auf den höchsten Stand seit fünf Jahren, da kehren die Sorgen um Europa an die US-Aktienmärkte zurück. Für die Kurse bringt dies die schwächste Tagesentwicklung des bisherigen Börsenjahres mit sich.

Sorgen um die politische Stabilität Spaniens und Italiens haben den Finanzmärkten am Montag zugesetzt. Zudem enttäuschte das jüngste Auftragsplus für die US-Industrie - hier hatten die Börsianer auf stärkere Zeichen für ein Anziehen der mauen Konjunktur gehofft. Nach schwächeren Analysten-Bewertungen gehörten in New York Anteilsscheine von Chevron und Wal-Mart zu den größten Verlieren im Dow.

An der Wall Street konnten die Indizes ihre am Freitag erreichten Fünf-Jahres-Hochs nicht halten. Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte gab 0,9 Prozent auf 13.880 Punkte nach. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.866 und 14.009 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 1495 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,5 Prozent auf 3131 Punkte. Auch der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich sehr schwach.

Nach der vorläufigen Entspannung im US-Haushaltsstreit gerät die Euro-Schuldenkrise wieder verstärkt in den Blickpunkt der Anleger. Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Die Opposition verlangt den Rücktritt des Regierungschefs, der sich um eine Sanierung der Staatsfinanzen bemüht. Anleger fürchten zudem, dass in Italien die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. "Sowohl in Spanien als auch in Italien würden etwaige Regierungswechsel den eingeschlagenen Reform- und Konsolidierungskurs zur Disposition stellen", begründete Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets die Nervosität der Anleger. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen zogen an.

Die Kursentwicklung der Einzelwerte in New York bestimmten Analysten maßgeblich mit: Nach einer Herabstufung fiel die Aktie des Pharmakonzerns Merck mehr als zwei Prozent. Das gleiche Schicksal erlitten Anteilsscheine von Chevron und Wal-Mart, die je etwas mehr als ein Prozent abgaben. Papiere des Smartphone-Herstellers Blackberry schossen nach einer Analystenempfehlung 15 Prozent in die Höhe.

Dell -Aktien verloren dagegen 2,6 Prozent. Die Übernahme des schwächelnden PC-Pioniers durch seinen gleichnamigen Gründer und Chef steht offenbar kurz bevor. Die Verhandlungen für einen der größten fremdfinanzierten Firmenkäufe seit der Finanzkrise befänden sich in der Endphase, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

Ebenfalls wenig überzeugen konnte die Aktie von Oracle mit einem Abschlag von fast drei Prozent. Der Software-Gigant geht auch dieses Jahr wieder auf Einkaufstour und übernimmt für rund 1,7 Milliarden Dollar den Netzwerkausrüster Acme Packet.

Für einen dicken Kurssturz von 13,8 Prozent beim Verlag McGraw-Hill sorgten Nachrichten, wonach das US-Justizministerium sowie mehrere US-Bundesstaaten die Ratingagentur S&P wegen ihrer großzügigen Bonitätsnoten für US-Hypothekenpapiere verklagen wollen. S&P ist eine Tochter von McGraw-Hill.

Quelle: n-tv.de

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