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Zalandos erstes Mal: Ein Schrei - und dann der Dax-Absturz

Mit viel Tamtam schreit sich Zalando an die Börse. Doch schnell fehlt die Luft - wie dem ganzen Markt. Störsignale sendet vor allem die Wall Street. Am Ende bleibt ein rotes Tuch.

Klar im Minus ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Mit dem ADP-Arbeitsmarktbericht und dem ISM-Index enttäuschten gleich zwei wichtige US-Konjunkturbarometer. Der Markt habe auf starke Signale einer US-Konjunkturerholung gesetzt, die jetzt nicht angezeigt wurden, hieß es im Handel. Auch in Europa überzeugten die Einkaufsmanager-Indizes nicht. Zudem verhielten sich Anleger vorsichtig: Mit der EZB-Sitzung am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag stehen die wichtigsten Termine noch an.

Der Dax verlor 1 Prozent auf 9382 Punkte. Er rutschte zeitweise auf ein neues Einmonatstief. Der MDax verabschiedete sich bei 15.820 Zählern aus dem Handel, ein Minus von 1,1 Prozent. Beim TecDax stand lediglich ein Minus von 0,1 Prozent auf 1248 Stellen. Auch an der Wall Street hagelte es negative Vorzeichen.

Zalando schreit nur kurz

Zalando war das bestimmende Thema auf dem Parkett: Zwar lag der erste Kurs mit 24,10 Euro gut 12 Prozent über dem Ausgabekurs von 21,50 Euro, Gewinnmitnahmen drückten die Aktie aber genau auf den Ausgabekurs zurück. Die meisten Investoren hatten sich deutlich mehr erhofft, denn zuvor wurde das Papier am sogenannten Graumarkt bereits mit bis zu 34 Euro gehandelt.

Adidas: Nothing is impossible

Adidas standen im Fokus mit einem Aktienrückkaufprogramm für bis zu 1,5 Milliarden Euro. Der Kurs stieg in der Spitze 3 Prozent und schloss gegen den schwachen Markt 1 Prozent höher.

"Offensichtlich hat sich das Management entschieden, etwas gegen die andauernde Kursschwäche zu unternehmen", kommentierte ein Händler. Ob es operativ-strategisch sinnvoll ist, angesichts des zunehmenden Wettbewerbs die Barbestände an die Aktionäre auszuschütten, statt sie in Wachstum zu investieren, darüber lasse sich allerdings streiten.

Nachwehen und Spekulationen

Autowerte litten weiter unter Abgaben, die nach der Gewinnwarnung von Ford am Montagabend begonnen hatten. Für VW ging es um 2,3 Prozent nach unten. Hier belasteten zusätzlich schwächere Verkaufszahlen in den USA.

Ein Analystenkommentar löste Spekulationen über ein Zusammengehen der beiden Chemiekonzerne Evonik und Clariant aus. Zeitweise stiegen Evonik bei anziehendem Umsatz um bis zu 2,2 Prozent, Clariant legten im Schweizer Handel 2,4 Prozent zu. Evonik verloren am Ende 1,2 Prozent. Das Unternehmen wollte die Gerüchte nicht kommentieren, auch Clariant lehnte eine Stellungnahme ab.

BASF fielen nach einer Kurszielsenkung durch Exane BNP um 2,3 Prozent.

Unter Druck standen auch die Aktien der Fluggesellschaften. Der Grund: der erste bestätigte Ebola-Fall in den USA. Im Dax fielen Lufthansa um 2,7 Prozent.

Südzucker verloren im MDax deutliche 6,4 Prozent wegen des weiter abstürzenden Zuckerpreises.

Quelle: n-tv.de

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