Italien abgehaktEuro zeigt sich robust
Die Herabstufung der der italienischen Bonität bringt den Euro nur kurzzeitig aus der Fassung. Die Gemeinschaftswährung notiert am Nachmittag über der Marke von 1,37 US-Dollar. Angeblich gut verlaufende Gespräche zu Griechenland werden an den Finanzmärkten mit Wohlwollen aufgenommen.
Die n hat die Märkte am Dienstag nur kurzzeitig aus der
Fassung gebracht: Der Euro wie auch die Börsen erholten sich schnell von ihren anfänglichen
Verlusten. "Das Downgrade war bereits eingepreist, daher war das Schockmoment
nicht so groß", sagte ING-Stratege Alessandro Giansanti.
S&P hatte die Kreditwürdigkeit Italiens um
eine Note auf "A" heruntergenommen. Den Experten sind die Wachstumsaussichten
des hoch verschuldeten Landes zu schwach. Auch die wackelige Regierungskoalition
in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone ist nach Einschätzung von S&P
ein Unsicherheitsfaktor. Mit der neuen Bewertung werden italienische Staatsanleihen
gerade noch als "prinzipiell sichere Anlage" bewertet.
Für die Analysten der Commerzbank kam der Schritt
nicht überraschend: "Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen handelten
schon lange nicht mehr dort, wo man sie für ein Land mit Rating A+ vermuten dürfte.
In diesem Sinn hat S&P also nichts Neues mitgeteilt", hieß es in einem
Marktkommentar. An den zehnjährigen italienischen Papieren wurde das Misstrauen
gegenüber Italien am stärksten deutlich: Die Renditen zogen bis auf 5,727 Prozent
an nach 5,593 Prozent im Schlussgeschäft am Montag. Sie blieben damit aber noch
unter den Anfang August erreichten Rekordwerten von über sechs Prozent.
Ein Händler sagte, die Europäische Zentralbank
(EZB) sei weiterhin im Markt aktiv und kaufe italienische Papiere in kleinen Mengen.
Seit Mai 2010 hat die Zentralbank Bonds im Gesamtwert von 152,5 Milliarden Euro
erworben. Sie erleichtert Euro-Schuldenländern wie Italien und Spanien damit die
Refinanzierung an den Kapitalmärkten.
Euro berappelt sich
Der Euro schüttelte die Sorgen um Italien schnell
wieder ab. Die Gemeinschaftswährung notierte in der Spitze bei 1,3718 US-Dollar,
nachdem sie in den frühen Morgenstunden noch unter 1,36 Dollar gerutscht war. Am
Nachmittag kostete der Euro 1,3708 Dollar. Positiv wirkte sich Händlern aus, dass
das hoch verschuldete Griechenland fällige Bondkupons im Volumen von insgesamt 769
Millionen Euro vollständig bezahlen konnte.
Für das von der Pleite bedrkkehr rückt unterdessen die Stunde der Wahrheit immer näher. "Die Gespräche scheinen ganz gut zu verlaufen, aber es ist wohl besser, sich nicht zu früh festzulegen", sagte ein Händler. Ein Sprecher des Athener Ministeriums hatte erklärt, man sei einer Einigung nahe. Griechenland braucht dringend weitere Hilfen in Höhe von acht Milliarden Euro, um im Oktober Löhne und Gehälter auszahlen zu können. Dafür ist jedoch erforderlich, dass die Troika der griechischen Regierung bescheinigt, die Auflagen der Geber zu erfüllen. Zehnjährige griechische Papiere gaben leicht nach, rentierten mit 23,351 Prozent aber immer noch in astronomischen Höhen. Zum Vergleich: Die deutschen Pendants warfen gerade mal 1,798 Prozent ab.