1,32 Dollar nicht geknacktEuro schwächelt
Die zähen Verhandlungen über einen Schuldenschnitt in Griechenland drücken auf den Euro. Damit gibt er einen Teil seiner kräftigen Vortagesgewinne wieder ab und scheitert damit am Sprung über die Marke von 1,32 US-Dollar.
Der Euro bewegt sich am
Donnerstagnachmittag in einer recht engen Spanne seitwärts. "Der Ausbruch auf
neue Jahreshochs ist wohl verschoben", meint ein Händler. Der Markt richte
sich nun in der Range zwischen 1,3050 US-Dollar und dem Jahreshoch bei 1,3235 Dollar
ein. "Am Markt steigt zwar die Risikobereitschaft, aber das geht derzeit am
Euro vorbei", so Ulrich Leuchtmann, Devisenanalyst der Commerzbank. Während
als stärker risikobehaftet bewertete Währungen wie der australische Dollar oder
der Singapur-Dollar auf Mehrmonats-Hochs gestiegen sind, hängt der Euro fest.
Der Markt warte weiter auf
eine Einigung in der Griechenland-Krise: "Sie könnte den Euro nach oben reißen",
meint Leuchtmann. Neue Anleihen-Auktionen aus Spanien und Frankreich haben dem Euro
keine Impulse verliehen. Der Markt wartet vielmehr gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht
am Freitag. Nachdem das Weihnachtsgeschäft den Arbeitsmarkt vorübergehend auf Touren
gebracht hatte, dürfte das Jobwachstum im Januar wieder eine langsamere Gangart
einschlagen. Volkswirte rechnen im Schnitt damit, dass 125.000 neuen Stellen geschaffen
wurden. Im Dezember war die Beschäftigung um 200.000 Jobs gewachsen.
Der Präsident der US-Notenbank,
Ben Bernanke, hat bei einer Anhörung vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses
erneut einen pessimistischen Ton über die US-Wirtschaftsentwicklung angestimmt:
Die Erholung verlaufe frustrierend langsam, die Verbraucher verspürten einen heftigen
Gegenwind, während der Immobilienmarkt in der Depression verharre. Es werde eine
lange Zeit dauern, bis der US-Arbeitsmarkt zu einer normalen Verfassung zurückfinde.
Marktteilnehmer werten dies als erneutes Signal für die Bereitschaft zu weiteren
quantitativen Maßnahmen.
Aus technischer Sicht wäre
ein Überwinden des bisherigen Jahreshochs von 1,3235 Dollar ein Kaufsignal, das
den Euro Richtung 1,3450 Dollar führen könnte, heißt es. Unterstützt sei der Euro
bei 1,30 Dollar.