Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

US-Konjunkturdaten helfen: Euro gefangen in der "EZB-Starre"

Auch wenn viele Händler von der anstehenden EZB-Sitzung lediglich eine Bestätigung ihrer Prognosen erwarten und eine weitere Zinssenkung inzwischen eingepreist ist, halten sie sich zurück. Das zeigt sich an der Entwicklung des Euro-Kurses.

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gefallen. Zwar kann sich die Gemeinschaftswährung im Verlauf mit 1,3627 Dollar deutlich über der 1,36er Marke etablieren. Am Vortag war der Kurs aber noch bis auf 1,3648 Dollar gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3627 Dollar fest, ach 1,3645 Dollar am Dienstag. Der Dollar kostete damit 0,7338 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81300 britische Pfund, 139,78 japanische Yen und 1,2204 Schweizer Franken fest.

 

Der Euro konnte nur leicht von den unerwartet schwachen ADP-Arbeitsmarktdaten profitieren. Statt erwarteter 200.000 bis 210.000 Stellen entstanden nur 179.000. Am Abend richtet sich dann der Blick auf den Konjunkturbericht der US-Notenbank, das sogenannte Beige Book. Wie die Credit Agricole anmerkt, werden die Anleger das Beige Book vor allem auf Hinweise durchforsten, die für eine Erholung der US-Wirtschaft sprechen nach den schwachen Wachstumszahlen im ersten Quartal. "An dem avisierten Lockerungskurs der EZB dürfte sich damit nichts ändern", sagte Experte Ralf Umlauf von der Helaba.

Analysten rechnen damit, dass sich die Notenbanker am Donnerstag mit einer neuerlichen Zinssenkung und weiteren Maßnahmen gegen die niedrige Inflation und das schwache Wachstum stemmen.

Die Devisenmarktexperten der Commerzbank (CoBa) rechnen damit, dass der Euro zunächst nicht unter 1,3580 Dollar fallen wird. Die am Vortag gemeldete Jahresinflationsrate im Euroraum sei nicht schwach genug gewesen, um einen Test dieser Unterstützungsmarke auszulösen. Dynamik sei damit eher von der Dollarseite zu erwarten. Je nach Aussagen des US-Arbeitsmarktberichts dürfte die Hoffnung aufkeimen, dass die Fed womöglich eher früher als später ihre Zinsen erhöhe.

Dollar steigt zum Yen

Der Dollar steigt zum Yen auf den höchsten Stand seit einem Monat, nachdem die Renditen der US-Staatsanleihen zugelegt haben. Aktuell kostet ein Dollar 102,67 Yen, in der Spitze wurden 102,81 Yen gezahlt.

"Bei uns verstärkt sich der Eindruck, dass der Dollar zum Yen doch nicht so stark gedeckelt ist", sagt Shusuke Yamada, Devisenstratege bei Merrill Lynch Japan Securities. Er spricht von einem leichten Stimmungswechsel am Markt. Dieser zeige sich darin, dass Fortschritte bei Reformen in Japan wie eine mögliche Senkung der Unternehmenssteuer oder Berichte über die Anlagestrategie des 1,2 Billionen Dollar schweren staatlichen japanischen Pensionsfonds positiv aufgenommen würden. Die Hürde von 103 Yen dürfte für den Dollar in dieser Woche aber schwer zu überwinden sein. Erst müssten die US-Arbeitsmarktdaten beweisen, dass die US-Wirtschaft wirklich Fahrt aufnehme.

Quelle: n-tv.de

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