Wirtschaft
Die Zeichen stehen auf Wandel: Eine Zinswende im Dollarraum dürfte die Gewichtungen im Währungshandel grundlegend verändern.
Die Zeichen stehen auf Wandel: Eine Zinswende im Dollarraum dürfte die Gewichtungen im Währungshandel grundlegend verändern.(Foto: REUTERS)

Konjunkturdaten satt: Euro schaut kurz über 1,34

An den Devisenmärkten geben richtungsweisende Konjunkturdaten die Richtung vor. Noch immer bewegt sich der Euro in der Nähe seines erst am Mittwoch erreichten Neunmonatstiefs. Aber: Die Stimmung bessert sich.

Zum Wochenschluss hat sich der Euro noch einmal von seiner schönen Seite gezeigt. Nach einem schwachen Auftakt konnte die Gemeinschaftswährung bis zum Abend in Richtung 1,34 Dollar zulegen und notiert bei 1,3395 Dollar - und damit leicht über dem Wert des Vorabends. Noch immer liegt der Euro seines am Mittwoch erreichten Neunmonatstiefs von 1,3365 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3395 Euro fest nach 1,3379 Dollar am Donnerstag. Der Dollar kostete damit 0,7466 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79610 Pfund, 137,92 Yen und 1,2163 Schweizer Franken fest.

Stützend wirkte die Erholung in der Eurozonen-Wirtschaft, die sich nach Einschätzung der Einkaufsmanager in der Industrie mit stark gebremsten Tempo fortsetzt. Allerdings: Die Anzeichen für eine Stagnation ausgelöst durch politische Unsicherheiten mehren sich. Dazu verläuft die regionale Entwicklung sehr unterschiedlich. Während Deutschland weiter auf zurückhaltendem Wachstumskurs ist und sich auch in den Niederlanden, Österreich und Irland die Lage verbessert hat, wird diese Tendenz durch die Schwäche in der französischen Industrie mehr als ausgeglichen.

Anzeichen von Stagnation

Der Index für die Eurozone blieb im Juli mit 51,8 auf dem Stand von Juni, wie der Datendienstleister Markit bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Damit erfüllte sich die Erwartung von Volkswirten eines leichten Anstiegs auf 51,9 nicht. Indexstände über 50 Zähler zeigen eine Expansion des Sektors an, Stände darunter eine Kontraktion.

In der Eurozonen-Industrie gibt es laut Markit Anzeichen für eine Stagnation, hinzu komme die anhaltend niedrige Inflation und die politischen Spannungen mit Russland.  In Frankreich sackte der Index auf 47,8 von 48,2 Punkten ab und markierte damit ein Siebenmonatstief. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung des niedrigeren vorläufigen Werts von 47,6 gerechnet. Auch in Italien und Griechenland fielen die Indexstände auf Acht- bzw. Neunmonatstiefs.

In Deutschland hat sich das Wachstum dagegen weiter fortgesetzt, wenngleich die Expansionsrate weiter gering blieb und unter den zu Jahresbeginn gesehenen Werten lag. Der saisonbereinigte Einkaufsmanagerindex kletterte im Juli von 52,0 auf 52,4. Allerdings konnte der mit 52,9 höhere Wert der ersten Veröffentlichung nicht gehalten werden. Chris Williamson, Chefökonom bei Markit, führt dies auf die angespannte Stimmung angesichts der Eskalation der Ukraine-Krise zum Monatsende zurück. Die Wachstumsraten bei Produktion und Aufträgen seien derzeit wenig erbaulich, weshalb die Unternehmen auch bei Einstellungen vorsichtiger seien.

"Katastrophale" Arbeitsmarktdaten

Der monatliche US-Arbeitsmarktbericht ist nur moderat gestiegen. Mit 209.000 neuen Stellen lag der Wert weit unter der Markterwartung von 230.000. Allerdings wurde der Vormonat kräftig nach oben genommen. Die Arbeitslosenrate stieg wieder auf 6,2 Prozent nach 6,1 Prozent im Vormonat.

Die Analysten der Citigroup hatten bereits vor Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass nur "katastrophale" Arbeitsmarktdaten den Euro stützen könnten. Dieses Szenario ist nun eingetreten.

Pfund unter Druck

Der schwache Einkaufsmanagerindex (PMI) in Großbritannien für den Juli drückte dagegen das Britische Pfund auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten - das Pfund kostete noch 1,6832 Dollar. Zuvor wurde das Pfund noch im Bereich von 1,6880 Dollar gehandelt. Mit 55,4 erreichte der PMI den tiefsten Stand in zwölf Monaten, die Erwartung von Volkswirten lag bei 57,3. Morgan Stanley zufolge hat das Fallen der Unterstützungmarke von 1,6860 Dollar ein technisches Abwärtssignal gesendet, das die aktuelle Pfundrallye gefährde.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen