Wirtschaft
Es geht wieder aufwärts - vorerst.
Es geht wieder aufwärts - vorerst.(Foto: REUTERS)

Schnäppchenjäger unterwegs: US-Börsen legen zu

An den US-Börsen besinnen sich die Anleger etwas stärker auf Unternehmenszahlen. Und die sind mehrheitlich über den Erwartungen ausgefallen. So geben vorerst wieder die Käufer den Ton an. Doch die Lage bleibt angespannt.

Nach dem höchsten Tagesverlust seit Juni 2013 haben die US-Börsen wieder Boden gut gemacht. Schnäppchenjäger nutzten die Gunst der Stunde und deckten sich mit Titeln ein, die am Vortag trotz solider Geschäftszahlen gebeutelt wurden. Dazu gehörten vor allem Aktien aus der Finanz- und der Einzelhandelsbranche. Zuletzt hatten Konjunktursorgen und die Turbulenzen in den Schwellenländern die Kurse kräftig ins Minus gedrückt. Am Montag erlitt die Wall Street den schwersten Rückschlag seit Monaten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 15.444 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,8 Prozent auf 1755 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 4031 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent leichter auf 9127 Zählern.

Fed wankt nicht

Die Konjunkturdaten, die zuletzt den Anlegern verstärkt auf den Magen geschlagen waren, fielen am Dienstag durchwachsen aus. So erhielt die US-Industrie im Dezember angesichts einer Auftragsflaute im Luftfahrtsektor zwar 1,5 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat. Ohne den schwankungsanfälligen Verkehrsbereich legten die Aufträge aber um 0,2 Prozent zu.

Zudem stabilisierten sich die Schwellenländerwährungen, Türkische Lira und Südafrikanischer Rand machten zum US-Dollar etwas Boden gut. Die Stimmung blieb aber angeknackst. "Die Anleger sind zunehmend besorgt, dass es sich um einen längeren Bärenmarkt und nicht nur um eine Korrektur handelt", sagte Marktstrategin Rebecca O'Keeffe von Interactive Investor.

Aktuelle Äußerungen aus dem Kreise der US-Notenbank trugen nicht zur Beruhigung der Lage bei. Jeffrey Lacker aus Richmond ließ keine Zweifel aufkommen, dass die Federal Reserve mit der Rückführung ihres Anleihekaufprogramms wie geplant fortfahren wird.

Zuversicht schöpften die Investoren auch aus dem Verlauf der Bilanzsaison: Von den 250 Unternehmen im S&P-500, die bereits ihre Geschäftszahlen vorgelegt haben, übertrafen zwei Drittel die Erwartungen der Analysten.

Microsoft im Blick - J.C. Penny im freien Fall

So schnellte der Gewinn des Luxus-Bekleidungsherstellers Michael Kors um 77 Prozent in die Höhe. Dessen Handtaschen und andere Accessoires kamen zuletzt bei den Kunden besonders gut an. Die Aktien gewannen gut 17 Prozent.

Die Aktien von Yum Brands legten fast neun Prozent zu, nachdem die Muttergesellschaft der Fast-Food-Kette KFC ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr bekräftigt hatte.

Microsoft-Papiere notierten zeitweise 1,5 Prozent fester, rutschten zum Börsenschluss aber doch noch leicht ins Minus. Die monatelange Chefsuche bei dem weltgrößten Softwarekonzern hat seit Dienstag ein Ende: Der interne Cloud-Computing-Spezialist Satya Nadella wird Nachfolger des langjährigen Chefs Steve Ballmer. Der 46-Jährige holt sich Konzerngründer Bill Gates als Technologie-Berater an die Seite. Der gebürtige Inder Nadella ist nach Gates und Ballmer erst der Dritte an der Spitze des Windows-Herstellers.

Wal-Mart buttert gut 450 Millionen Dollar in den Ausbau seines Kanada-Geschäfts. In diesem Jahr sollen dort 35 Großfilialen gebaut werden. Die Anleger blieben davon ungerührt, der Kurs des weltgrößten Einzelhändlers kam nicht vom Fleck.

Die CME Group hat die Erwartungen beim Umsatz- und Gewinnwachstum verfehlt. Immerhin, das Handelsvolumen der auf Terminkontrakte spezialisierten Chicagoer Börse war deutlich gestiegen. Das überzeugte Anleger, die Titel zogen um 0,6 Prozent an.

Bitter erging es dem krisengeschüttelten Kaufhausbetreiber J.C. Penney. Dieser wartete mit dem ersten flächenbereinigten Umsatzzuwachs seit zweieinhalb Jahren auf. Doch Anleger hatten auf mehr gehofft. Die Aktie brach um weitere 10,6 Prozent ein, nachdem sie bereits am Vortag auf ein 31-Jahrestief gestürzt war.

Quelle: n-tv.de

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