Wirtschaft
Pferdekopfpumpe über einem Ölfeld in New Mexico: Bislang zeichnet sich beim Verfall der Ölpreise keine Bodenbildung ab.
Pferdekopfpumpe über einem Ölfeld in New Mexico: Bislang zeichnet sich beim Verfall der Ölpreise keine Bodenbildung ab.(Foto: REUTERS)

Wie zur tiefsten Krisenzeit: US-Öl kostet weniger als 60 Dollar

Mit der Stabilisierung wird es nichts, denn die Ölpreise sinken im späten Handel wieder stark. Die US-Sorte WTI unterbietet eine weitere wichtige Marke. Die Verluste seit dem Jahreshoch im Juni betragen nunmehr knapp 42 Prozent.

Der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI kostet erstmals seit Juli 2009 weniger als 60 Dollar je Fass. Zudem lag das Settlement am Donnerstag mit 59,95 Dollar unter dieser Marke.

Nachdem sich die Ölpreise nach dem Einbruch am Mittwoch zunächst zu stabilisieren schienen, ging es im späten Verlauf des Handels an der US-Rohstoffbörse Nymex abwärts. Im Tief fiel der Preis bis auf 59,56 Dollar, ein Tagesminus von 2,2 Prozent. Die Verluste seit dem Jahreshoch im Juni summieren sich damit auf knapp 42 Prozent.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Hiobsbotschaften für das schwarze Gold gehäuft. Die Opec unter der faktischen Leitung Saudi-Arabiens konnte und wollte sich nicht auf Produktionskürzungen einigen - dies vor dem Hintergrund der umfangreichen Produktion von Nicht-Opec-Ländern, allen voran den USA.

Zuletzt hatte am Mittwoch noch die gesenkte Prognose der Opec für den Verbrauch 2015 den Ölpreis belastet. Und die ebenfalls am Mittwoch publizierten Rohöllagerbestände in den USA wiesen einen kräftigen Aufbau aus, während Experten mit sinkenden Beständen gerechnet hatten.

Und schließlich versetzten neue Aussagen von Seiten Saudi-Arabiens dem Ölpreis einen weiteren Schlag. Der Ölminister des Landes Ali al-Naimi wurde am Rand der Klimakonferenz in der peruanischen Hauptstadt Lima gefragt, ob bei der Opec-Sitzung im kommenden Juni mit Senkungen der Ölförderung zu rechnen sei. Al-Naimi antwortete: "Warum sollten wir die Produktion kürzen?"

Zahnloses Ölkartell

In den vergangenen Wochen hatten Preissenkungen mehrerer Ölförderländer immer wieder den Druck auf das Öl verstärkt. Die Weigerung Saudi-Arabiens, die Produktion zu senken, machte das Ölkartell immer zahnloser. Beobachter gehen davon aus, dass das Land über Preissenkungen lieber seinen Marktanteil halten will, als über Fördersenkungen den Preis zu stützen.

Das längerfristige Ziel des Landes könnte darin liegen, den Preis so lange zu drücken, bis das teure Fracking in Kanada und den USA sich nicht mehr lohnt. Der COO des im US-Fracking tätigen Unternehmens Oasis, Taylor Reid, sagte, bei einem Preis von 60 Dollar erziele sein Konzern noch immer eine Rendite von 17 Prozent.

Bislang zeichnet sich denn auch noch kein Boden für den Ölpreis ab. Analysten sind hier unterschiedlicher Meinung. Bisweilen wurde aber auch schon geäußert, dass der Preis bis auf 40 Dollar fallen könnte.

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Quelle: n-tv.de

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