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Kriegsangst gedämmtWall Street im Minus

03.03.2003, 22:05 Uhr

Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten haben der Wall Street einen Dämpfer versetzt und die Kurse ins Minus gedrückt. Der Dow Jones verliert 0,67 Prozent auf 7.838 Zähler, der Nasdaq beendet den Handel mit einem Minus von 1,29 Prozent auf 1.320 Punkte.

Die neue Handelswoche an den US-Börsen lief sehr mühsam an. Es war wieder einmal ein Tauziehen zwischen abnehmender Kriegsangst und schlechten Konjunkturdaten. Der Dow Jones verliert 0,69 Prozent auf 7.837 Zähler, der Nasdaq beendet den Handel mit einem Minus von 1,29 Prozent auf 1.320 Punkte.

Derzeit werde überwiegend davon ausgegangen, dass ein Krieg hinausgeschoben werden könnte, heißt es. Die Händler verweisen dabei auf die Ablehnung des türkischen Parlaments, US-Truppen für einen Irak-Krieg ins Land zu lassen, sowie die von Irak begonnene Zerstörung der Kurzstreckenraketen vom Typ "Al Samoud 2".

Da kommt den US-Konjunkturdaten - auch wenn sie schlechter als erwartet ausfielen - nur noch eine untergeordnete Rolle zu. Die US-Verbraucher, die als wichtige Stütze der Wirtschaft gelten, haben im Januar weniger ausgegeben, als erwartet. Wie das US-Handelsministerium bekannt gab, gingen die persönlichen Konsumausgaben im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozent zurück. Gleichzeitig sind die persönlichen Einkommen im Januar weniger stark angestiegen, als von Analysten erwartet. So wurde im Vormonatsvergleich ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnet. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet.

Der US-Einkaufsmanagerindex ist ebenfalls stärker als erwartet gesunken. Wie das Institute of Supply Management mitteilte, fiel der Index im Februar auf 50,5 Punkte. Analysten hatten einen Rückgang auf 52,4 Zähler prophezeit. Mit einem Wert über 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer aber immerhin noch ein Wachstum der US-Industrie.

Die Zurückhaltung der Konsumenten macht sich auch bei Palm bemerkbar. Der Hersteller von Taschencomputern wird seine Prognose für das dritte Quartal verfehlen. Als Grund nannte das Unternehmen die überraschend schwachen Umsätze bei höherwertigen Geräten. Zudem würden in diesem Vierteljahr Belastungen für früher angekündigte Restrukturierungen sowie für den drastisch gefallenen Wert eigener Immobilien im Silicon Valley verbucht, teilte der US-Konzern mit. Die Umstrukturierung werde mit 40 bis 45 Mio. Dollar und die Immobilienabschreibung mit rund 100 Mio. Dollar zu Buche schlagen, hieß es. Bislang hatten Analysten für das laufende Quartal einen Verlust je Aktie von 0,34 Dollar erwartet. Der Markt reagierte enttäuscht auf diese Aussichten, die Aktie verliert 11,03 Prozent auf 10,32 US-Dollar.

Schlechte Absatzzahlen belastet heute die Aktie von General Motors. Im Februar wurden 19 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft. Damit steht das Unternehmen im Vergleich zu Ford und Chrysler deutlich schlecher da. General Motors begründet den Rückgang mit dem schlechten Konjunkturklima und dem schneereichen Winter. Außerdem hat das Unternehmen den Verkauf von GM Defense besiegelt. Für 1,1 Mrd. Dollar in bar geht die Rüstungssparte an den US-Rüstungskonzern General Dynamics. Der Deal kann der Aktie jedoch auch nicht helfen; das Papier liegt 1,81 Prozent im Minus bei 33,16 US-Dollar.

Die Aktien des Kreditkartenanbieters Capital One Financial sind heute die gefragtesten an der New Yorker Börse. Der Finanzchef des Unternehmens räumte wegen des Vorwurfs von Insidergeschäften seinen Posten und die Aktionäre heute ihr Depot. Die Aktie verliert 8,8 Prozent auf 28,25 Dollar.