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Rettungsplan stehtAgfa blickt nach vorn

01.06.2005, 17:33 Uhr

Ein harter Sanierungskurs soll die zahlungsunfähige AgfaPhoto GmbH binnen zweier Monate wieder auf die Beine bringen. Bis Anfang August müsse das Unternehmen solide aufgestellt sein, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier. Er sprach dabei von einem ehrgeizigen Plan.

Ein harter Sanierungskurs soll die zahlungsunfähige AgfaPhoto GmbH binnen zweier Monate wieder auf die Beine bringen. Bis Anfang August müsse das Unternehmen solide aufgestellt sein, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier. Er sprach dabei von einem ehrgeizigen Plan.

Nachdem der frühere belgische Mutterkonzern Agfa Gevaert durch Vorschusszahlungen für Liquidität sorgte, habe jetzt die Betriebsfortführung oberste Priorität, so Ringstmeier. Kurzfristig soll dem angeschlagenen Unternehmen, von dem sich die Agfa-Gevaert-Gruppe erst vor sieben Monaten getrennt hatte, in einer ersten Tranche 17 Mio. Euro zufließen, sagte der Kölner Rechtsanwalt und Insolvenzexperte Hans-Gerd-Jauch, der vom Aufsichtsrat in die Geschäftsführung von AgfaPhoto berufen wurde. Das Kölner Amtsgericht entschied bislang noch nicht über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Ringstmeier zeigte sich überzeugt, dass die Voraussetzungen geschaffen wurden, um den Betrieb fortzuführen und eine hohe Anzahl von Arbeitsplätzen zu retten. AgfaPhoto beschäftigt 1.800 Menschen, davon 870 in Leverkusen. "Wir wollen versuchen, Agfa als Marke zu erhalten und sind zuversichtlich, dass wir zu einem positiven Ergebnis kommen werden", sagte er. Dabei schloss der Rechtsanwalt nicht aus, dass die Zahlungsunfähigkeit weitere Folgeinsolvenzen bei Tochterfirmen oder der Holding nach sich ziehen könnte.

Zu den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit machte Ringstmeier keine Angaben. Es sei zwar auch seine Aufgabe, dem Gericht die Gründe zu nennen, die zur Insolvenz von AgfaPhoto führten. Aber die Zukunftssicherung sei zunächst die dringlichere Aufgabe. Als die wichtigste Gläubigergruppe bezeichnete Ringstmeier die Lieferanten. Nennenswerte Bankschulden habe AgfaPhoto nicht. Eigenkapital sei nicht mehr vorhanden, das Unternehmen verfüge aber über Vermögenswerte im dreistelligen Millionenbereich.