RWE legt kräftig zuAuch für 2007 optimistisch
Der Essener Energiekonzern RWE hat 2006 seinen Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und will in den kommenden Jahren weiter zulegen. Der Umsatz soll ohne den weiterhin für 2007 geplanten Börsengang der US-Wassertochter American Water leicht steigen. Der Konzern kündigte zudem an, in den nächsten fünf Jahren bis zu 25 Mrd. Euro investieren zu wollen.
Zwei Tage nach dem angekündigten Abschied von Konzernchef Harry Roels hat RWE für das vergangene Jahr über den Erwartungen liegende Umsätze und Gewinne präsentiert. Der Umsatz stieg auch dank höherer Strom- und Gaspreise um 12,1 Prozent auf 44,26 Mrd. Euro, wie RWE mitteilte. Das Betriebsergebnis kletterte um knapp 14 Prozent auf 6,11 Mrd. Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich sogar um 72,4 Prozent auf 3,87 Mrd. Euro. Darin enthalten sind aber Sondereffekte wie der Verkauf der britischen Wassertochter Thames Water, mit den RWE einen Buchgewinn von 700 Mio. Euro erzielte. Alle drei Kennzahlen fielen höher aus als Analysten erwartet hatten.
RWE hatte bereits angekündigt, die Dividende für 2006 auf 3,50 Euro zu verdoppeln. Der nach E.ON zweitgrößte deutsche Energiekonzern erwartet weiter steigende Gewinne und will kräftig investieren. In den kommenden fünf Jahren sind Ausgaben von bis zu 25 Mrd. Euro geplant.
Das Unternehmen bekräftigte, in diesem Jahr eine Mehrheit seiner US-Wassertochter American Water an die Börse bringen zu wollen. Roels hatte die Trennung von dem renditeschwachen Wassergeschäft in Großbritannien und den USA eingeleitet und den Konzern auf das Kerngeschäft mit Strom- und Gas getrimmt. Für Thames Water kassierte RWE einschließlich der Weitergabe von Schulden knapp zwölf Mrd. Euro. Erstmals seit 2001 hat RWE netto keine Finanzschulden mehr. Stattdessen steht ein Guthaben von fast fünf Mrd. Euro in der Bilanz. Roels geht Anfang 2008 in den Ruhestand und wird von dem Stahlunternehmer Jürgen Großmann ersetzt.
Ohne Sondereffekte, zu denen die Auswirkungen der Änderungen in der Steuergesetzgebung gehören, stieg das nachhaltige Nettoergebnis um 9,3 Prozent auf 2,47 Mrd. Euro. RWE will diesen Wert und das betriebliches Ergebnis 2007 um zehn Prozent steigern. Der Umsatz soll ohne American Water leicht steigen.