Betriebsräte in HamburgBeratung über Airbuskrise
Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter aus ganz Deutschland beraten heute in Hamburg über die Einsparpläne bei Airbus.
Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter aus ganz Deutschland beraten heute in Hamburg über die Einsparpläne bei Airbus. Nach Angaben der IG Metall fordern die Arbeitnehmervertreter des Flugzeugherstellers umfassenden Einblick in das Sparkonzept des Managements. Es solle verhindert werden, dass einzelne Standorte des Unternehmens gegeneinander ausgespielt werden.
Der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes, Peter Scherrer, betonte, die Arbeitnehmer würden sich nicht auf deutsch-französische Grabenkämpfe einlassen. "Bei allen Maßnahmen werden wir auf die nationale Ausgewogenheit achten", sagte Scherrer der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Es dürfe keine an Ländern festgemachte Fehlerzuweisung bei EADS und Airbus geben. "Einseitige Schuldzuweisungen sind unangebracht", sagte Scherrer. Die Probleme und Fehler seien nicht den Arbeitnehmern und den einzelnen Standorten zuzuschreiben, sondern verfehltem Management und mangelhaften Führungsstrukturen.
Aktionärsschützer plädierten unterdessen dafür, die Krise bei EADS zu einem grundlegenden Umbau des Konzerns zu nutzen. "Man sollte den Geburtsfehler, dass der französische Staat als Großaktionär an EADS beteiligt ist, jetzt schnellstens beseitigen", sagte der Experte der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Michael Kunert, der "Berliner Zeitung". Der französische Staat hält 15 Prozent der EADS-Anteile. Die deutschen Anteile werden von DaimlerChrysler gehalten. "Deutschland müsste Einfluss darauf nehmen, dass sich der französische Staat zurückzieht", sagte Kunert. Damit würde die Gefahr abnehmen, dass politische Entscheidungen dominierten, statt notwendige wirtschaftliche Schritte einzuleiten.