Verheerender CrashtestChina-Auto fällt durch
Der Markteintritt der chinesischen Autofirma Brilliance in Deutschland wird von einem desaströsen Crashtest überschattet. Der ADAC hat festgestellt, dass die Sicherheitszelle der Brilliance-Limousine BS 6 "viel zu weich und deshalb zu wenig formstabil" ist. Nach Angaben des Automobilklubs sind die Überlebenschancen für einen Fahrer im realen Unfallszenario nahe null.
Eineinhalb Jahre nach dem vernichtenden Crashtest des Geländewagens Landwind ist erneut ein Auto aus chinesischer Produktion bei ADAC-Unfallsimulationen durchgefallen. Die vom BMW-Partner Brilliance für europäische Käufer entwickelte Limousine BS6 erreichte in einem Crashtest nur einen von fünf möglichen Sternen, wie der Automobilclub ADAC am Donnerstag in München mitteilte. Autos der Mittelklasse erreichen normalerweise vier bis fünf Sterne.
Ein simulierter Seitencrash des Modells habe gezeigt, dass der Fahrer durch Verformungen des Innenraums kaum eine Überlebenschance habe. Bei einem simulierten Frontalzusammenstoß sei der Fahrer im Auto eingeklemmt worden, teilte der ADAC mit.
Brilliance will auf das katastrophale Ergebnis reagieren und die passive Sicherheit des Wagens überarbeiten. Der Verkauf der Limousine soll jedoch fortgesetzt werden, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Brilliance-Importeur Hans-Ulrich Sachs berichtete. "Wenn der Endverbraucher seinen BS6 nun partout umtauschen will, dann stehen wir selbstverständlich bereit", sagte Sachs. Sachs' Firma HSO baut derzeit einen Europa-Vertrieb für Brilliance auf. Der Verkauf des BS6 war im Frühjahr in Deutschland angelaufen.
Im Sommer 2005 hatte der ADAC den in Europa verkauften Geländewagen Landwind des chinesischen Autoherstellers Jiangling getestet und große Sicherheitsmängel festgestellt. Der chinesische Autobauer kooperiert mit Ford.