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Feuer und RauchDell ruft Notebooks zurück

15.08.2006, 09:01 Uhr

Der weltgrößte PC-Hersteller ruft 4,1 Mio. Notebook-Akkus zurück. Die von Sony hergestellten Lithium-Ionen-Batterien könnten sich überhitzen und die Computer dadurch - in seltenen Fällen - Rauch entwickeln und Feuer fangen.

Der weltgrößte PC-Hersteller Dell muss 4,1 Mio. Notebook-Akkus zurückrufen. Die von Sony hergestellten Lithium-Ionen-Batterien könnten sich überhitzen, sagte ein Konzernsprecher am Montag. In seltenen Fällen könnten die Computer dadurch Rauch entwickeln und Feuer fangen.

Der Rückruf ist die größte derartige Aktion in der 22-jährigen Firmengeschichte, wie Dell mitteilte. Der Konzern gab den Schritt nur drei Tage vor der anstehenden Veröffentlichung der Bilanz-Zahlen für das zweite Geschäftsquartal bekannt. Die Aktien des Unternehmens gaben im nachbörslichen Handel um 1,3 Prozent auf 20,97 US-Dollar nach.

Der Batterie-Rückruf gilt für fast jeden Fünften der 22 Mio. Dell-Notebooks, die zwischen April 2004 und Juli 2006 über die Ladentheke gingen. Betroffen sind unter anderem die Modelle Latitude, Inspiron und Precision. Einzelheiten dazu gab Dell auf seiner Internetseite www.dellbatteryprogram.com bekannt.

Von den insgesamt 4,1 Mio. Batterien befinden sich nach Dell-Angaben rund 2,7 Mio. in den USA. Es sei nicht bekannt, wieviele Kunden in Deutschland betroffen sind, sagte Dell-Sprecher Stefan Böttinger. Da Dell seine Computer per Direktvertrieb verkaufe, kenne der Konzern seine Kunden und wolle sie bald direkt ansprechen. Das gilt auch für die deutschen Kunden. "Alle Kunden werden eine E-Mail erhalten, einen Brief bekommen oder direkt von uns angerufen", sagte Böttinger. Die betroffenen Batterien seien sowohl in Computern als auch einzeln verkauft worden.

Nach Einschätzung des Unternehmens werde die Rückrufaktion allerdings keine "wesentlichen Auswirkungen" auf Dell haben. Die Batterien kamen auch in Apple-Computern und bei anderen Herstellern zum Einsatz. Der Hersteller von Mac-Computern kündigte eine Untersuchung an.

Der Rückruf kommt für Dell zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nach Beschwerden über seinen Kundendienst will Dell derzeit mit einer Werbekampagne sein Image aufpolieren. Hierzu investiert der Konzern rund 100 Mio. US-Dollar und stellt 2.000 neue Mitarbeiter ein. Erst Ende Juli hatte Dell zudem seine Geschäftserwartungen wegen des harten Preiskampfes überraschend zurückgeschraubt. In den vergangenen Quartalen hatte Dell rückläufige Umsatzsteigerungen verzeichnet.