Sonntag, 15. März 2009
Millionenpension: Empörung über Zumwinkel
Die Auszahlung einer Pension in Höhe von 20 Mio. Euro an den wegen Steuerhinterziehung verurteilten ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel ist auf scharfe Kritik bei Politikern und Sozialverbänden gestoßen. "Das ist ein absoluter Skandal. Solche Leute machen die soziale Marktwirtschaft kaputt", sagte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer der "Bild am Sonntag".
"Die kleinen Leute zittern um ihren Arbeitsplatz und verzichten auf Gehalt, und Herr Zumwinkel stopft sich die Taschen voll." Für die Zukunft rate er allen Unternehmen, die Arbeitsverträge mit Top-Managern so zu fassen, dass "verurteilte Straftäter nicht im Nachhinein noch Kasse machen können".
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte der Zeitung: "Dieses Verhalten ist eine Unverschämtheit gegenüber allen in unserem Land, die hart arbeiten, ehrlich Steuern zahlen und sich an die Regeln halten." Heils Amtskollege bei der FDP, Dirk Niebel, betonte, er könne die Empörung über Zumwinkel verstehen.
"Ich bin doch nicht der einzige"
Die Vizepräsidentin des Sozialverbandes VdK, Carin Hinsinger, sagte dem Blatt: "Für 20 Mio. Rentner, die sich teilweise in Nebenjobs noch etwas dazu verdienen müssen, ist die Millionen-Auszahlung an Zumwinkel ein Schlag ins Gesicht."
Zumwinkel hatte die Auszahlung seiner Pensionsansprüche auf einen Schlag in der Zeitung verteidigt: "Ich bin doch nicht der einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt. In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen, und ich habe die Möglichkeit der Kapitalbasis wahrgenommen."
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