Dienstag, 02. Oktober 2007
Nach sieben Jahren Haft: Ex-FlowTex-Boss frei
Nach mehr als sieben Jahren Haft ist der ehemalige Chef der Betrugsfirma FlowTex, Manfred Schmider, aus dem Gefängnis entlassen worden. Schmider verließ am Dienstagmorgen die Justizvollzugsanstalt Freiburg. Das Landgericht Mannheim hatte Schmider 2003 wegen Betrugs zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt; er war zuvor aber schon in Untersuchungshaft. Der FlowTex-Skandal um nicht existierende Bohrsysteme gilt als einer der schwersten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.
Am Mittwoch hätte Schmider zwei Drittel seiner Strafe verbüßt. Wegen des Feiertags durfte er das Gefängnis einen Tag früher verlassen. Die restliche Strafe wird nach einem Beschluss des Landgerichts Freiburg zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt.
Für Schmider gelten die üblichen Bewährungsauflagen, sagte der stellvertretende Leiter der Justizvollzugsanstalt, Gerhard Maurer- Hellstern. Er müsse sich regelmäßig bei seinem Bewährungshelfer melden und Wohnortwechsel mitteilen. Schmider waren seit Ende 2005 Haftlockerungen gewährt worden. Er hat eine Arbeitsstelle und musste abends ins Gefängnis zurückkehren.
Schmider und Ex-FlowTex-Chef Klaus Kleiser kamen schon im Februar 2000 in Untersuchungshaft. Die Führung des Firmenimperiums hatte durch Scheingeschäfte mit Horizontal-Bohrsystemen bei Banken und Leasingfirmen einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht.
Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hatte im April eine weitere Anklage gegen Schmider wegen Verdachts des Insiderhandels und der Börsenkursmanipulation im Zusammenhang mit der Mannheimer Firma Friatec AG erhoben. Außerdem soll sich der frühere Firmenchef nach dem Willen der Anklagebehörde wegen Verdachts der Bestechung verantworten.
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