Gute VoraussetzungenGas-Preise in Bewegung
Der Präsident des Bundeskartellamtes, Böge, geht davon aus, dass die Gaspreise noch in diesem Jahr sinken könnten.
Der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, geht davon aus, dass die Gaspreise noch in diesem Jahr sinken könnten. Grund sei zum einen das vom Kartellamt ausgesprochene Verbot langfristiger Lieferverträge, zum zweiten die ab 1. April bestehende Möglichkeit, den Gasversorger zu wechseln, sagte Böge dem "Deutschlandfunk". Ein freier Zugang durch die Netze zu den Kunden "wird dazu führen, dass ein erheblicher Preisdruck auf die Gas-und dann auch auf die Strompreise kommen wird", betonte der Chef des Kartellamts. Voraussetzung sei allerdings, dass andere Kostenfaktoren wie etwa die Weltmarktpreise unverändert blieben.
Über das Verbot der langfristigen Lieferverträge werde spätestens im Frühsommer eine gerichtliche Entscheidung vorliegen. "Ich denke, es wird in unserem Sinne zum Erfolg führen. Es wird sich dann auch für die Endverbraucher auszahlen", betonte Böge. Es gebe bereits jetzt Stadtwerke, die mit den Ferngasgesellschaften günstige Konditionen ausgehandelt und diese an die Verbraucher weiter gegeben hätten. Mit Blick auf die Möglichkeit, ab 1. April den Versorger zu wechseln, forderte Böge die Verbraucher auf, die Chance auch zu nutzen.
Bei den Strompreisen deutete Böge an, dass auf die Stromkonzerne möglicherweise Schadenersatzzahlungen zukommen könnten. Hintergrund sind Beschwerden, wonach die Energiekonzerne den Preis für CO2-Zertifikate auf den Strompreis aufschlagen, obwohl ihnen diese Zertifikate unentgeltlich übertragen wurden.
Sollte sich herausstellen, dass es nach dem Kartellrecht unzulässig sei, diese Zertifikate einzupreisen, dann sei dies ein Missbrauch, unterstrich der Kartellamtspräsident. "Und natürlich ist der Missbrauch nicht nur abzustellen, sondern natürlich hat jemand dann auch die Möglichkeit, dieses missbräuchliche Verhalten in Form von Schadenersatz zurückzufordern." Eine abgeschlossene Meinung habe das Kartellamt dazu aber noch nicht. "Wir werden das aber sicher im Laufe des ersten Halbjahres besser wissen."