"Ein regelrechter Absturz"Ifo malt schwarz
Die deutsche Wirtschaft dürfte im kommenden Jahr noch weniger wachsen als bislang angenommen. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn spricht von einem "regelrechten Absturz". Von einer Rezession will der Institutsleiter aber nicht sprechen.
Die deutsche Wirtschaft dürfte im kommenden Jahr noch schwächer wachsen als bislang angenommen. "Wir hatten schon des längeren prognostiziert, dass die Wachstumsrate bis zum nächsten Jahr nur noch 1,0 Prozent sein wird. Möglicherweise ist auch das zu hoch", sagte der Präsident des Ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Die letzten Werte des Ifo-Konjunkturtests hätten doch sehr stark nach unten gewiesen, sagte er.
"Ein regelrechter Absturz." Nach drei sehr guten Jahren kämen jetzt wieder schwächere Jahre. "Der Abschwung hat begonnen", sagte Sinn. Er werde "im nächsten Jahr an Kraft gewinnen"
Von einer Rezession wollte der Institutsleiter dennoch nicht sprechen. Es sei zwar gut möglich, dass das dritte Quartal auch negativ ausfallen werde und damit die Definition streng genommen erfüllt wäre. "Von einer Rezession zu sprechen, halte ich dennoch für völlig falsch." Dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal geschrumpft sei, lasse sich schließlich vor allem mit einer statistischen Gegenreaktion auf das wachstumsstarke erste Vierteljahr begründen - und das sei nach dem warmen Winter und den Sondereffekten wegen des Auslaufens der Abschreibungsvergünstigungen schlicht überzeichnet gewesen.