Archiv

Branche trotzt KriseMaschinenbau brummt

21.04.2008, 10:39 Uhr

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau bleibt Jobmotor. Gestärkt durch ein unerwartet dickes Auftragspolster auch aus dem ersten Quartal erwartet die Branche rund 30.000 neue Stellen in diesem Jahr.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist der Jobmotor der deutschen Wirtschaft. Gestärkt durch ein unerwartet dickes Auftragspolster auch aus dem ersten Quartal erwartet die Branche rund 30.000 neue Stellen in diesem Jahr. Bislang war mit 10.000 zusätzlichen Jobs gerechnet worden. Bis Ende 2008 dürften damit etwa 965.000 Menschen in diesem boomenden Industriezweig einen Arbeitsplatz haben, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zu Beginn der weltgrößten Branchenmesse in Hannover mitteilte. Hinzu kommen 50.000 Leiharbeiter in den Betrieben. "Der Maschinenbau schwimmt auf einer Erfolgswelle", resümierte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein.

Trotz zunehmend spürbarer Bremsspuren in der Weltkonjunktur und Wettbewerbsnachteilen in Übersee wegen des starken Euro lief der deutsche Maschinenbau zu Jahresbeginn auf Hochtouren. Die Produktion sei in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum prozentual wohl zweistellig gestiegen, sagte Wittenstein auf der Hannover Messe. Im weiteren Jahresverlauf würden die Zuwächse nun aber deutlich niedriger ausfallen. Der schwache Dollar sowie eine nachlassende Nachfrage nach Investitionsgütern dürften belasten.

Prognose bleibt

Der Verband bekräftigte gleichwohl seine Prognose, wonach das Produktionsvolumen 2008 um fünf Prozent zulegen soll. Im Jahr zuvor hatte das Plus satte elf Prozent betragen. Laut Wittenstein arbeiten viele der überwiegend mittelständischen Firmen in der Branche nach wie vor an der Kapazitätsgrenze. Die Betriebe suchten zudem händeringend Facharbeiter und Ingenieure.

Im vergangenen Jahr hätten die heimischen Hersteller nach den USA erneut den zweiten Platz unter den weltweit führenden Produzenten belegt. Danach folgten China und Japan. Stark nachgefragt waren Bau-, Baustoff- und Werkzeugmaschinen. Glänzende Geschäfte machte die Branche zudem in den Bereichen Förder- und Antriebstechnik sowie mit Maschinen für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie. Die Qualität von Produkten "Made in Germany" hatte laut VDMA aber erneut eine negative Kehrseite: Nach Schätzungen des Verbandes ist den deutschen Unternehmen 2007 durch Produktpiraterie ein Schaden von sieben Milliarden Euro entstanden. Im Jahr zuvor seien es bereits fünf Milliarden Euro gewesen.