Wirtschaft
Nicht nur auf der Hannover Messe wird beim Maschinenbau das große Rad gedreht.
Nicht nur auf der Hannover Messe wird beim Maschinenbau das große Rad gedreht.(Foto: dpa)

Weltwirtschaft robust: Maschinenbauer optimistisch

Der deutsche Maschinenbau ist mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet und stellt sich nun auf ein stärkeres Wachstum ein. Die Produktionsprognose wird deutlich erhöht. Allerdings bleibt bei aller Euphorie ein Restrisiko.

Die stark exportabhängigen deutschen Maschinenbauer erwarten trotz der Krisen in Japan und Libyen eine weitere Geschäftsbelebung. Die Weltwirtschaft habe sich bislang als sehr robust erwiesen, sagte der Präsident der Branchenverbandes VDMA, Thomas Lindner, auf der Hannover Messe. "Der VDMA erhöht daher die Produktionsprognose für 2011 von zehn auf 14 Prozent."

Zum einen sei nach amtlichen Erhebungen das Produktionsniveau zur Jahreswende höher ausgefallen als zunächst angenommen, erklärte er. Zum anderen sei die überwiegend mittelständisch geprägte Branche mit 910.000 Beschäftigten, zu der auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Siemens, Gildemeister oder Gea gehören, gut in das Jahr gestartet. Allerdings könne niemand ausschließen, "dass sich die Stimmung der Investoren eintrübt", räumte Lindner ein.

Im Januar legte die Produktion um über 23 Prozent zu. Der Auftragseingang stieg im Februar um 38 Prozent. Mit plus 40 Prozent legte die Inlandsnachfrage dabei noch kräftiger zu als das traditionell starke Exportgeschäft mit plus 37 Prozent.

Sorge um die Vorprodukte

Die Anlagenbauer verkaufen gut Dreiviertel ihrer Maschinen ins Ausland. Wichtigster ausländischer Einzelmarkt ist China. Deutliche Zuwächse gab es zuletzt auch in den USA, Indien, Russland und Südostasien. Japan hat vor allem als Konkurrent für die deutschen Hersteller eine große Bedeutung. Die dortigen Unternehmen haben an den weltweiten Exporten einen Anteil von gut neun Prozent. Damit liegen sie hinter Deutschland mit 19 Prozent und den USA mit zwölf Prozent auf Platz Drei.

"Mit der Atomkatastrophe und dem Krieg in Libyen nehmen die mit der Euro-Krise ohnehin schon vorhandenen konjunkturellen Risiken nochmals zu", sagte der VDMA-Chef. Offen sei, ob es zu Engpässen bei strategisch wichtigen Vorprodukten kommen könne. "Das Unglück in Japan führt uns wieder einmal drastisch unsere Abhängigkeit von funktionierenden Lieferketten vor Augen." Die Industrie habe noch keinen Überblick über die möglichen Auswirkungen beim Teilebezug. Gravierende Mängel oder Produktionsausfälle gebe es bislang nicht.

Quelle: n-tv.de