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Sprung ins kalte WasserSchott Solar wagt IPO

29.09.2008, 15:36 Uhr

Das Solarunternehmen Schott Solar will den wegen der Finanzmarktkrise zunächst verschobenen Börsengang nun doch wagen. Die Erstnotiz sei für diesen Donnerstag vorgesehen, teilte das Unternehmen in Mainz mit. Der geplante Börsengang hat ein Volumen von bis zu 657 Mio. Euro.

Das Solarunternehmen Schott Solar will den wegen der Finanzmarktkrise zunächst verschobenen Börsengang nun doch wagen. Die Erstnotiz sei für diesen Donnerstag vorgesehen, teilte die Schott Solar AG in Mainz mit. Der geplante Börsengang hat ein Volumen von bis zu 657 Mio. Euro, womit Schott Solar der bisher größte Börsengang des Jahres wäre. In der vergangenen Woche hatte die Gesellschaft die Transaktion mit Verweis auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten noch für unbestimmte Zeit verschoben.

In der bis diesen Mittwoch laufenden Zeichnungsfrist werden 29,47 Mio. Aktien mit einer Preisspanne von 14,50 bis 19,50 Euro pro Titel zum Kauf angeboten. Übertroffen werden könnte die Emission vom angekündigten Teilbörsengang der Deutschen Bahn, der rund 4,5 Mrd. Euro einbringen könnte. Schott Solar selbst erhofft sich von seinem Börsengang einen Bruttoerlös von bis zu 546 Mio. Euro. Mit dem Geld will das Mainzer Unternehmen den Ausbau seiner Produktion im In- und Ausland vorantreiben. Schott Solar fertigt Komponenten für Solarkraftwerke sowie Photovoltaikprodukte wie sogenannte Wafer, Solarzellen und -module.

"Ich denke, es sind sehr hohe Wachstumschancen möglich, insbesondere auch deshalb, weil weltweit die erneuerbaren Energien immer stärker nachgefragt werden", sagte die Expertin für Energieforschung und Klimaschutz am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, bei n-tv zu den Aussichten für Solar-Aktien.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 (30. September) setzte Schott Solar 311 Mio. Euro um. Das waren 46 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen stieg um 120 Prozent auf 26,1 Mio. Euro.

"Blase" am Solar-Markt?

Der japanische Solarzellenhersteller Kyocera erwartet wegen des starken Preisdrucks eine baldige Konsolidierung in der Branche. "Das ist eine Blase", sagte der für das Solargeschäft verantwortliche Kyocera-Manager Tatsumi Maeda.

Mit seinen Aussagen bezieht sich Maeda auf die zahlreichen Solarzellenhersteller und ihre Pläne, die Kapazitäten noch auszubauen. Dabei gebe es einen "dramatischen" Preisverfall. "80 Prozent der Solarzellenhersteller werden scheitern."

Anders als seine Rivalen sei Kyocera zuletzt sehr vorsichtig gewesen, was die Ausweitung der Produktion angehe, fügte Maeda an. Das Unternehmen - weltweit der Branchenvierte - warte stattdessen auf weitere technologische Fortschritte, um die Produktion wirtschaftlicher zu machen.