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Kritik am BiospritUmweltautos erhöhen Hunger

08.03.2007, 18:52 Uhr

Gegen ein nordamerikanisches Auto hat ein armer Mexikaner keine Chance: US-Farmer verkaufen ihren Mais derzeit lieber an zahlungskräftige Firmen, die daraus Biotreibstoff machen. Präsident George W. Bush will bei seinem Besuch in Brasilien am Freitag sogar noch über Wege zur Ausweitung der Produktion sprechen.

Gegen ein nordamerikanisches Auto hat ein armer Mexikaner keine Chance: US-Farmer verkaufen ihren Mais derzeit lieber an zahlungskräftige Firmen, die daraus Biotreibstoff machen. Präsident George W. Bush will bei seinem Besuch in Brasilien am Freitag sogar noch über Wege zur Ausweitung der Produktion sprechen. Millionen Mexikaner, die Mais für ihre tägliche Ernährung benötigen, gehen dagegen leer aus oder müssen noch mehr bezahlen. Manche Experten warnen deshalb davor, dass wegen des Booms von Biosprit immer mehr Menschen hungern werden.

Die Maispreise an den Weltmärkten sind auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt gestiegen, da die Nachfrage in den USA nach Biotreibstoff rapide zugenommen hat. Der Sprit aus Mais, Zucker oder Palmöl soll die Abhängigkeit von teuren Erdölimporten verringern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Parallel zu Biosprit-Boom verdreifachte sich aber in Mexiko der Preis für die traditionellen Maisfladen (Tortillas) auf 1,36 Dollar das Kilogramm - eine große Belastung für die Hälfte der Mexikaner, die mit fünf Dollar oder weniger pro Tag auskommen muss. Die Folge: Zehntausende demonstrierten auf der Straße und zwangen die an sich marktliberale Regierung, die Preise zu begrenzen.

"Bis nächstes Jahr werden die Nahrungsmittelpreise wieder beginnen zu fallen", sagt der britische Lebensmittelhilfe-Experte Edward Clay. "Aber das bedeutet nicht, dass sie jemals wieder das Niveau sinken, auf dem sie vorher waren."

Denn die Zahl der Biospritproduzenten nimmt noch zu: Gigant China ist inzwischen neben den USA und Brasilien zu einem der größten Produzenten aufgerückt. Hinzu kommt, dass China genauso wie Indien zusehends mehr Lebensmittel braucht, um seine Bevölkerung zu ernähren. Die wachsende Mittelklasse will mehr Fleisch essen - das Schlachtvieh frisst Getreide, was den Preis etwa für Mais in die Höhe treibt.

Zwar reagieren viele Bauern auf die wachsende Nachfrage, indem sie mehr Mais produzieren. Aber Chinas und Indiens Möglichkeiten sind begrenzt: Viele Wissenschaftler warnen, beide Länder hätten gar nicht genug Wasser, um mehr Getreidefelder zu bewässern.

(Reuters)