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Frage & Antwort, Nr. 195: Schadet Joggen dem Busen?

Von Andrea Schorsch

Starke Schwingungen lassen sich vermeiden.
Starke Schwingungen lassen sich vermeiden.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ich begegne morgens auf dem Weg zur Arbeit immer einer Joggerin. Da hüpft mir allerlei entgegen. Schadet Joggen eigentlich der Büste? (fragt Matthias Z. aus Emden)

Eines ist klar: Je stärker die Brust beim Joggen in Bewegung gerät, umso unangenehmer ist das. Für die meisten Frauen - unter Sportlerinnen gilt es Umfragen zufolge für etwa 56 Prozent - ist sportliche Betätigung nämlich mit Schmerzen im Busen verbunden. Dass sich Joggen in irgendeiner Form auf das Fett-, Drüsen- und Bindegewebe der Brust auswirkt, ist folglich deutlich spürbar. Um zu klären, wie schädlich dieser Einfluss ist, wenden wir uns an eine Expertin.

Gänzlich ungehalten

"Die weibliche Brust hat, egal wie jung oder klein, keine eigene Haltestruktur", erläutert Ulrike Korsten-Reck von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Das ist der Grund, warum der Busen beim Laufen und Springen ungebremst nach oben und zu den Seiten mitschwingt. Und diese Bewegung strafft nicht etwa das Bindegewebe. "Da wirken ständig Kräfte, die die Brust ausleiern können", warnt Korsten-Reck.

Dennoch muss frau natürlich nicht aufs Joggen verzichten. Die Expertin empfiehlt einen Sport-BH. "Der perfekte BH", spezifiziert sie, "sitzt fest, engt aber nicht ein. Wichtig ist, dass jede Brust isoliert für sich und in jede Richtung – auch seitlich – gestützt wird."

Für einen besseren Tragekomfort sollten die Träger rutschfest, elastisch und nicht zu schmal sein. Breite Träger – meist sind sie auf dem Rücken in Y- oder X-Form gestaltet – verteilen nämlich den Druck und halten den Gewichtskräften besser Stand.

Qualität für schöne Brüste

Bei der Anschaffung lohnt es sich, in Qualität zu investieren. Denn wie die Privatdozentin aus Freiburg ausführt, werden hochwertige Sport-BHs aus innovativer fester und zugleich atmungsaktiver Mikrofaser hergestellt. Das kommt dem Busen zugute. Und den Brustwarzen übrigens auch.

Petra Platen, Professorin am Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Universität Bochum, verweist im Zusammenhang mit dem Joggen nämlich auf die sogenannte Läuferinnenmamille. "Hierbei handelt es sich um eine Entzündung oder Überempfindlichkeit der Brustwarze, die durch Reibung der Brustwarze am Trikotstoff verursacht wird", so Platen. Offene Wunden, Abschürfungen und Schwellung können die Folge sein. Die Läuferinnenmamille tritt besonders bei kalter Witterung auf, wenn sich die Brustwarze durch den Kältereiz zusammenzieht. Doch auch hier kann ein gut sitzender Sport-BH Abhilfe schaffen. Alternativ ist es möglich, die Brustwarze mit Tape oder Pflaster abzukleben. "Und auch Vaseline", ergänzt die Sportmedizinerin, "ist zur Minderung der Hautreibung ein gutes Hilfsmittel."

Übrigens: Für Sportlerinnen, die ihre Herzfrequenz kontrollieren möchten, gibt es spezielle Pulsschlag-Sport-BHs. Der Herzfrequenz-Sender wird hier in den unteren Rand des BHs geschoben. So lässt sich der Brustgurt bequem tragen. Er kann nicht scheuern oder verrutschen und auch Hautirritationen durch den BH werden vermieden.

Quelle: n-tv.de

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