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Frage & Antwort

Dienstag, 27. Juli 2010

Frage & Antwort, Nr. 132: Zerstört Laser einen Spiegel?

Fabian Maysenhölder

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(Foto: REUTERS)

Was passiert, wenn man mit einem starken Laser auf einen Spiegel schießt? Geht er kaputt oder reflektiert er? (fragt Jakob E.)

Science-Fiction-Filme stellen Laser als unglaublich starke Waffen dar. Nichts ist vor ihnen sicher. Selbst das bestgeschützte Raumschiff: getroffen von einem Lasterstrahl, ist es vorbei. Doch Laser sind eigentlich "nur" besonders farbreines, gebündeltes Licht. Und Spiegel reflektieren Licht. Was also passiert, wenn man mit einem Laser auf einen Spiegel schießt?

Professor Andreas Hemmerich vom Institut für Laserphysik an der Universität Hamburg kann helfen. "Dass man einen Laserstrahl mit Hilfe eines Spiegels reflektiert, ist in der Laserphysik ein Standardvorgang." Für alle Laser, die verwendet werden – sei es in der Forschung oder der Industrie – gibt es entsprechende Optiken, die das Laserlicht reflektieren können. "Sonst  könnte man mit Lasern gar nicht arbeiten", sagt uns der Experte. Denn: Schon in einem Lasergerät sind Spiegel verbaut, um sein Licht zu führen. Ist die Antwort also eindeutig?

Mit viel Energie geht alles

Professor Andreas Hemmerich ist Stellvertretender Leiter des Instituts für Laserphysik an der Universität Hamburg.

Professor Andreas Hemmerich ist Stellvertretender Leiter des Instituts für Laserphysik an der Universität Hamburg.

Nein. Theoretisch sei es durchaus möglich, dass ein Laser den Spiegel zerstört, sagt Hemmerich. Wenn der Spiegel nicht gut genug reflektiert und zu viel Energie aufnimmt, sprich absorbiert, kann ihn der Strahl zerstören. "Wenn man genug Energie zur Verfügung stellt, kann auch das kleine bisschen Absorption, das es immer gibt, den Spiegel zerstören", weiß der Professor. Diese Absorption könne man jedoch heutzutage verschwindend gering halten.

Ganz konkret heißt das: Ist der Laser "zu stark" für den Spiegel, zerstört er ihn. Dafür hat Hemmerich auch gleich ein Beispiel parat. Am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg wird gerade an einem Röntgen-Laser gearbeitet. Dies ist ein Laser mit sehr hoher Lichtfrequenz, der viel Energie produziert. Und dort besteht genau das angesprochene Problem, sagt uns der Fachmann: "Man hat den Laser, aber nicht die entsprechenden Optiken, mit denen man sein Licht reflektieren kann."

Übrigens: Als Zerstörungswaffe, wie der Laser gern in Science-Fiction-Filmen dargestellt wird, ist er denkbar ungeeignet. Die Stärke des Lasers ist seine Präzision. "Für Laser wie in Krieg der Sterne bräuchte man schon ein ganzes Kraftwerk, um die entsprechende Energie zu bekommen", sagt Hemmerich. Das sei  auch sehr ineffizient. "Ein Steinwurf ist, bezogen auf die Zerstörfähigkeit im Verhältnis zum Aufwand, wesentlich effektiver."