Fundsache, Nr. 1166: "Lonesome George" hat Brüder
Freude auf den Galapagos-Inseln: Nachdem im Juni der 100-jährige "Lonesome George" stirbt dachte man zunächst, dass damit die letzte Riesenschildkröte der Unterart Chelonoidis abingdoni gestorben sei. Jetzt stellt sich heraus, der einsame George hat noch Verwandte - Weibchen, Männchen und Jungtiere. Die Art hat noch eine Chance.
Die im Juni gestorbene Riesenschildkröte"Lonesome George" war doch nicht die letzte ihrer Unterart. Wissenschaftlerhaben 17 Tiere auf den Galápagos-Inseln identifiziert, die Gene der selben UnterartChelonoidis abingdoni aufweisen, wie das ecuadorianische Umweltministerium in Quitomitteilte.
Eine gemeinsame Untersuchungdes Galápagos-Naturparks und der Yale-Universität fand demnach neun Weibchen, dreiMännchen und fünf Jungtiere auf der Insel Isabela, die genetisch zum Teil in ersterGeneration von der Unterart der Insel Pinta abstammen, der "Lonesome George"(der einsame George) angehörte.
Dies habe die Analyse von1600 Gewebeproben, die ab 2008 von Riesenschildkröten am Hang des Wolf-Vulkans aufIsabela genommen worden waren. Bislang galt der einsame George als der letzte seinerUnterart.
Die Schildkröten-Unterartenlebten isoliert auf den verschiedenen Galápagos-Inseln. Segler, die im 19. Jahrhundertdie Tiere als Nahrung an Bord nahmen, warfen sie manchmal lebend wieder ins Wasser,wenn sie Überschuss an Lebensmittel hatten. So strandeten Pinta-Exemplare auf Isabela.
Die Wissenschaftler schließennicht aus, dass es dort nicht nur hybride, sondern auch genetisch ungemischte Pinta-Riesenschildkrötengebe. "Lonesome George" war im Juni mit über 100 Jahren an Herzversagengestorben.
Quelle: n-tv.de

