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Künstlerische Darstellung des Planeten: Alpha Centauri ist ein Doppelsternsystem mit dem helleren Stern Alpha Centauri A und dem anderen Alpha Centauri B.
Künstlerische Darstellung des Planeten: Alpha Centauri ist ein Doppelsternsystem mit dem helleren Stern Alpha Centauri A und dem anderen Alpha Centauri B.(Foto: ESO)

Fundsache, Nr. 1155: Planet im System Alpha Centauri

Bereits seit dem 19. Jahrhundert spekulieren Forscher über Planeten im Nachbarsystem Alpha Centauri. Nun werden sie fündig. Leben allerdings ist auf dem neu entdeckten Planeten nicht möglich. Seine Oberfläche ist glühend heiß.

Astronomen haben nach eigenenAngaben den nächsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der erdgroßeHimmelskörper umkreist einen Stern im Nachbarsystem Alpha Centauri, das 4,3 Lichtjahre(über 40 Billionen Kilometer) entfernt ist. Der Planet ist der kleinste, der jemalsbei einem sonnenähnlichen Stern erspäht wurde, wie die Europäische SüdsternwarteESO in Garching bei München betont.

Leben ist auf dem Himmelskörperallerdings nicht möglich - er umkreist seinen Stern fast 40 Mal näher als die Erdedie Sonne, sodass es auf seiner Oberfläche glühend heiß ist. Die Forscher um XavierDumusque vom Observatorium Genf stellen ihre Beobachtung im britischen Fachjournal"Nature" vor.

Zwei Sterne, einer wie unsereSonne

Das hell am irdischen Südhimmelstrahlende Nachbarsystem Alpha Centauri besteht aus drei Sternen: Alpha CentauriA und B bilden ein enges Doppelsternsystem, das in größerer Entfernung von ProximaCentauri umkreist wird. Alpha Centauri B ähnelt in Masse und Strahlung unserer Sonne.Seit dem 19. Jahrhundert spekulierten Astronomen über Planeten im System Alpha Centauri,erläuterte die Eso. Mit dem Spezialinstrument HARPS an einem ESO-Teleskop in Chilewurden die Forscher nun fündig.

Der entdeckte Exoplanethat demnach nur etwa 13 Prozent mehr Masse als die Erde und umkreist Alpha CentauriB alle 3,26 Tage in nur rund 4 Millionen Kilometern Abstand. Zum Vergleich: DieErde ist rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. "Mit dem HARPS-Spektrographenhaben wir das System über vier Jahre beobachtet", berichtet Dumusque. "AmEnde hatten wir ein winziges, aber dennoch reales Signal eines Planeten gefunden."

Planet rüttelt an seinemStern

Die Astronomen fanden denPlaneten, weil er mit seiner Schwerkraft an seinem Stern rüttelt. Alpha CentauriB schaukelt dadurch im Takt der Planeten-Umkreisung hin und her, was sich in seinemLicht ablesen lässt. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,8 Kilometern pro Stundeist die Schaukelbewegung des Sterns allerdings kaum schneller als ein krabbelndesBaby. "Das ist ein ganz besonderer Fund", betont Dumusque. "Dafürmussten wir unsere Technik bis an die Grenzen des Machbaren ausreizen!"

In einem "Nature"-Begleitkommentarbleibt der Planetenjäger Artie Hatzes von der thüringischen Landessternwarte inTautenburg allerdings vorsichtig abwartend: Erst eine unabhängige Bestätigung werdezeigen, ob das beobachtete Signal tatsächlich von einem Planeten stamme, meint er.

Auf der Suche nachSuper-Erden

Die Forscher um Dumusquebetonen dagegen, mit diesem Fund habe die Suche nach bewohnbaren Planeten eine neueQualität erreicht. Zwar liege der entdeckte Exoplanet außerhalb der bewohnbarenZone, wo Wasser flüssig wäre. Ein gleichstarkes Messsignal sei jedoch von einemviermal massereicheren Planeten, einer sogenannten Super-Erde, in der bewohnbarenZone eines solchen Sterns zu erwarten. Der HARPS-Spektrograph sei damit nun empfindlichgenug, um eine neue Klasse von Exoplaneten aufzuspüren: bewohnbare Super-Erden.

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Quelle: n-tv.de