Fundsache, Nr. 410Raubsaurier mit "Klimaanlage"
Forscher haben in Argentinien einen bizarren Raub-Saurier mit Hinweisen auf eine Art eingebaute "Klimaanlage" zur Senkung der Körpertemperatur gefunden. Der zehn Meter lange Dinosaurier Aerosteon riocoloradensis mit dem Gewicht eines Elefanten und dichtem Federkleid habe offenbar ein System von Luftkanälen unter der Haut besessen, schreibt der Paläontologe der Universität von Chicago, Paul Sereno, in dem Online-Fachjournal "PLoS ONE". Diese Luftschläuche könnten dazu gedient haben, die Körpertemperatur des kräftigen Tieres zu regulieren, das über keine Schweißdrüsen verfügte.
Die versteinerten Überreste des Dinosauriers, der vor etwa 85 Millionen Jahren lebte, seien wichtige Bausteine für das Verständnis der Entwicklung des komplizierten Atmungssystems der heutigen Vögel. Anders als Säugetiere ist die Lunge bei Vögeln starr und die Luft wird durch Blasebälge, sogenannte Luft-Säcke, im Hals-, Brust- und Bauchbereich hindurchgeblasen. Diese Luftsäcke erstrecken sich zum Teil auch bis in die Knochen von Vögeln, die teilweise hohl sind.
Bei dem in der Provinz Mendoza gefundenen Saurier seien besonders deutliche Anzeichen von solchen "luftigen" Knochen gefunden worden, schrieb Sereno weiter. "Damit weist dieser Saurier, anders als frühere Funde, besonders deutliche Hinweise für ein den Vögeln ähnliches Atmungssystem auf", berichtet der an den Forschungen beteiligte argentinische Wissenschaftler Ricardo Martínez von der National-Universität in der Provinz San Juan. Sein Kollege von derselben Universität, Oscar Alcober, betonte: "Trotz seines riesigen Körpers und des fehlenden Brustbeins oder eines vogelähnlichen Brustkastens hatte dieser Fleischfresser schon Lungen, die fast genauso wie bei heutigen Vögeln funktionierten."