Versicherungs-KrimiStreit um WTC
Der Streit zwischen dem Pächter des World Trade Centers und den Versicherungen geht in eine entscheidende Runde. Am Dienstag soll vor einem New Yorker Berufungsgericht verhandelt werden, ob es sich bei der Zerstörung der beiden Türme um ein einziges oder zwei Ereignisse handelt.
Der Streit zwischen dem Pächter des World Trade Centers und den Versicherungen geht in eine entscheidende Runde. Am Dienstag soll vor einem New Yorker Berufungsgericht verhandelt werden, ob es sich bei der Zerstörung der beiden Türme am 11. September um ein einziges oder zwei Ereignisse handelt.
Das Urteil wird besonders für den Schweizer Rückversicherer Swiss Re von großer Bedeutung sein. Der Konzern steht unter den gut 20 involvierten Versicherungen an erster Stelle. Das Gremium aus drei Richtern könnte ein Urteil binnen Wochen oder auch erst in einigen Monaten vorlegen.
Das Verfahren läuft nun seit zwei Jahren. Silverstein hatte das WTC kurz vor den Anschlägen gepachtet und geht von zwei separaten Ereignissen - zwei Flugzeug-Einschläge - aus und fordert die zweimalige Auszahlung der maximalen Versicherungsdeckung von 3,5 Milliarden Dollar. Der bei der WTC-Police am stärksten engagierte Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re und andere beteiligte Versicherer hingegen argumentieren, dass es sich um um ein einziges Schadenereignis handelt und die Deckungsobergrenze bei 3,5 Milliarden Dollar liegt. Kompliziert wird der Fall dadurch, dass zum Zeitpunkt der Anschläge keine endgültige Versicherungspolice vorlag.
Ende September des Vorjahres hatte Bundesrichter Martin für einige der 22 Versicherer des Komplexes entschieden, dass die Anschläge als ein einziges Ereignis zu werten sind.
Die WTC-Zwillingstürme waren eingestürzt, nachdem Terroristen zwei Flugzeuge in sie hinein gesteuert hatten. Insgesamt waren bei den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 fast 3000 Menschen getötet worden.