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Mordfall Anna LindhVerdächtiger gesteht

07.01.2004, 09:45 Uhr

Der Hauptverdächtige im Mordfall Anna Lindh hat die Tat gestanden. Das teilte der Anwalt des 25-jährigen Verdächtigen serbischer Abstammung mit.

Der Hauptverdächtige im Mordfall Anna Lindh hat die Tat gestanden. Das teilte der Anwalt des 25-jährigen Verdächtigen serbischer Abstammung am Mittwoch in Stockholm mit.

Die schwedische Außenministerin Lindh war am 10. September im Alter von 46 Jahren in einem Stockholmer Kaufhaus niedergestochen worden, als sie ohne Begleitung von Leibwächtern Kleidung einkaufen wollte. Die Prozesseröffnung wird eine Woche nach der für den 12. Januar angekündigten Anklageerhebung erwartet.

Der in Schweden geborene Sohn von Zuwanderern aus Ex-Jugoslawien war knapp zwei Wochen nach der Tat festgenommen worden. Mijailo Mijailovic gilt als psychisch stark gestört. Nach Medienberichten soll Zorn über Bombenangriffe auf Serbien während des Kosovo-Krieges ein Hauptmotiv für den Mord an der schwedischen Außenministerin gewesen sein. Der Verdächtige soll geäußert haben, er erwarte nach der Tötung von Lindh eine "serbische Tapferkeitsmedaille".

Die Tat wurde nach Überzeugung der Polizei spontan und ohne Hilfe anderer ausgeführt. Die Staatsanwaltschaft verfügt nach offiziell bisher nicht bestätigten Presseangaben über sichere technische Beweise wie DNA-Spuren des Angeklagten an dem als Tatwaffe verwandten Jagdmesser.

Die Familie von Anna Lindh will vom Attentäter Schadensersatz verlangen. Wie Stockholmer Zeitungen berichteten, hat Lindhs Witwer Bo Holmberg auch im Namen seine beiden minderjährigen Söhne dafür öffentlichen Rechtsbeistand als Nebenkläger beantragt und genehmigt bekommen.