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Bilderserie: Hunger - eine globale Tragödie

 
Bilderserie: Hunger - eine globale Tragödie

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind.

Einer von sieben Menschen geht jeden Tag hungrig zu Bett.

Weltweit leiden der Welternährungsorganisation (FAO) zufolge 854 Millionen unter Hunger. Das ist mehr als die Bevölkerung von USA, EU und Kanada zusammen.

In den Entwicklungsländern hat jedes vierte Kind Untergewicht.

Hunger gehört zu den größten globalen Problemen und Herausforderungen.

Laut Welthungerhilfe hat Hunger in 36 Ländern alarmierende Ausmaße angenommen: 25 von ihnen liegen in Afrika südlich der Sahara, neun in Asien, je eines im Nahen Osten und in Lateinamerika.

Worte und Zahlen können nicht ausdrücken, was Unter- und Mangelernährung für den einzelnen Menschen bedeuten.

Sie rauben ihm die Gesundheit, die Lebensfreude und die Leistungsfähigkeit.

In einigen Teilen der Welt sind Kriege, Dürren oder andere Naturkatastrophen Hauptursache von Hungertragödien.

Vor allem ist es aber die weit verbreitete Armut. Viele Menschen können sich keine Nahrung kaufen. Dazu kommt in Afrika, dass der Selbstversorgungsgrad des Kontinents sinkt. Ein immer größerer Teil der benötigten Nahrungsmittel muss eingeführt werden.

In Simbabwe brauchen nach Schätzungen von Hilfsorganisationen bis zum Jahresende vier Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfen, um zu überleben.

In der westsudanesischen Krisenregion Darfur ist die Zahl der Bedürftigen genauso hoch.

In Äthiopien, Kongo und Uganda ernährt die UN jeweils zwischen 250.000 und 600.000 Menschen.

In Asien versorgt die UN allein in Nordkorea 215.000 Menschen.

In Sri Lanka steigt die Zahl der Unterernährten vor allem in den Rebellengebieten im Norden und Osten.

Im Nahen Osten hängen von den UN-Hilfen rund zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen ab.

Frauen und Kinder sind am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen.

Die Ursache dafür liegt an den kulturellen Traditionen und sozialen Strukturen, die in vielen ärmeren Ländern vorherrschen.

Frauen sind meist schlechter ausgebildet und haben deshalb nicht die gleiche Möglichkeit, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Zur Gefahr werden diese Bedingungen vor allem während Schwangerschaft und Stillzeit.

Der chronische Hunger fällt nicht immer gleich auf. Unterernährte sind oft dünn, aber nicht abgemagert. Der Körper gleicht unzureichende Ernährung dadurch aus, dass Aktivitäten eingeschränkt oder das Wachstum verlangsamt wird.

Ein Teufelskreis: Die Betroffenen sind anfällig für Krankheiten, dauernd müde oder unkonzentriert. Kinder werden teilnahmslos, Mütter gebären untergewichtige Kinder.

Chronisch Hungernden fehlt deshalb oft die Energie, sich selbst aus Armut und Unterernährung zu befreien.

Rein rechnerisch gibt es genug Nahrung für alle Menschen auf der Welt.

Es werden genügend Nahrungsmittel produziert, so dass alle Menschen satt werden könnten.

Doch während es heute in erster Linie eine Frage der globalen Verteilung ist, dass so viele hungern, könnte sich diese Situation laut Welthungerhilfe in Zukunft verändern.

Im Zuge des Klimawandels geht in den Entwicklungsländern Ackerland verloren, ...

... die Weltbevölkerung wächst aber weiter.

Schwellenländer wie Indien und China stellen immer höhere Ansprüche an die Ernährung.

Die Welt ändert sich - und mit ihr die Essgewohnheiten. So hat sich zwischen 1961 und 2000 der Pro-Kopf-Verbrauch von pflanzlichen Fetten und Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs wie Fleisch, Milch, Eier und Fisch in den Entwicklungsländern verdoppelt.

Ein Trend, der in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Hinzu kommt, dass auch in den ärmsten Haushalten Fast Food von der Straße auf dem Vormarsch ist.

Damit sehen sich die Entwicklungsländer einer doppelten Herausforderung gegenüber. Einerseits gibt es Unter- und Mangelernährung, ...

... andererseits breiten sich Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere ernährungsbedingte Leiden aus.

Es scheint paradox, doch drei Viertel aller unterernährten Menschen leben auf dem Land, und die meisten von ihnen produzieren Nahrung.

Was ihnen fehlt, ist Bildung. Denn Hunger und Analphabetentum bzw. mangelnde Bildung bedingen sich.

Bildungschancen zu verbessern, ist einer der wirkungsvollsten Wege, Hunger zu bekämpfen. Denn das Ausmaß von Unterernährung nimmt proportional mit der Fähigkeit ab, lesen und schreiben zu können.

Wie viele Menschen auf der Welt an den Folgen von Unterernährung sterben, weiß niemand so genau. Die Welthungerhilfe geht von täglich etwa 24.000 Menschen aus. (Im Bild: Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe)

Mehr als 20 Millionen Babys kommen jährlich schon stark untergewichtig auf die Welt. Denkbar schlechte Vorraussetzungen für eine normale Entwicklung.

Laut Unicef sterben jährlich 10 Millionen Kinder unter 5 Jahren, mindestens die Hälfte von ihnen ist unterernährt.

Ausreichend sauberes Wasser, Hygieneeinrichtungen und genug zu essen könnten dieses Drama beenden.

Auf dem Welternährungsgipfel 1996 wie auf dem Millenniumsgipfel 2000 haben sich beeindruckend viele Staats- und Regierungschefs dazu verpflichtet, die Zahl der Hungernden weltweit bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Bei einer Fortsetzung der derzeitigen Politik kann dieses Ziel laut FAO jedoch nicht erreicht werden.

Weiterhin würden dann mindestens 600 Millionen Menschen hungern.

Zwar machen die meisten Länder Fortschritte, doch nach den bisherigen Trends werden nur sechs von 42 Ländern die Hunger-Millenniumsziele erreichen: Kuba, Peru, Mosambik, Ghana, Indonesien und Vietnam.

Ein gutes weiteres Drittel hat zwar Fortschritte gemacht, aber das Tempo ist zu langsam. In knapp einem Drittel hat sich die Ernährungslage kaum verändert oder sogar verschlechtert.

Dazu gehören die beiden letzten auf der Rangliste, Burundi und die Demokratische Republik Kongo.

Die FAO schätzt, dass schon zusätzlich 24 Milliarden US-Dollar pro Jahr genügen würden, um die Vorgabe des Welternährungsgipfels zu erfüllen.

Doch mit der Bereitstellung von Geld allein ist es nicht getan. Um nachhaltigen Erfolg zu erzielen, sind die betroffenen Länder selber in der Pflicht.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Hungersnöte von weltweit durchschnittlich 15 im Jahr auf mehr als 30 angestiegen, die meisten davon in Afrika.

Nur selten sind Hunger und Hungersnöte dabei allein auf ein Naturereignis zurückzuführen. Zunehmend sind sie die Folge politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Fehlverhaltens.

Seit 1992 hat sich die Zahl von Krisen, die durch Kriege und ökonomische Misswirtschaft verursacht wurden, mehr als verdoppelt und liegt heute bei etwa 35 Prozent.

Hunger ist eine globale Tragödie, deren schärfste Anklage darin besteht, dass sie fast völlig zu vermeiden wäre. (Quelle: Welthungerhilfe, FAO; Bilder: AP, dpa)

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