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Sachsen Blütenkönigin Susann beweist es: Äpfel machen auch schön.
Sachsen Blütenkönigin Susann beweist es: Äpfel machen auch schön.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nicht immer, aber immer öfter: Versuchungen sollte man nachgeben

Kennen Sie die "Fünf-pro-Tag"-Strategie? Nein? Dann bleibt Ihnen etwas Wichtiges im Leben versagt. Dabei macht das doch unheimlich viel Spaß, ist gesund und fördert das Wohlbefinden. Zugegeben, mitunter findet man ein Exemplar in der Kiste, das lässt man links liegen. Das ist ungerecht.

Symbolik ist nicht wegzudenken aus unserem Leben, denken Sie nur an den Apfel: Da gibt‘s gesunde Apfelbäckchen im Gesicht und weniger Gesundes in der Mitte des Körpers. Denn beschreibt der Arzt die Figur seines Patienten spricht er möglicherweise vom Apfel-Typ anstelle des Bierbauches (was aber auf‘s Gleiche hinauskommt). Es gibt den Reichsapfel und den Apfel des Paris, es gibt Paradiesäpfel und die Frucht vom Baum der Erkenntnis. Böse Stiefmütter starten mit lockenden Äpfelchen Vergiftungsversuche, und die Werbung demonstriert uns mit Hilfe knackiger Äpfel die Zuverlässigkkeit von Haftcremes. Dabei ist das doch nur ein ganz einfacher Apfel!

Weltweit werden jährlich über 60 Millionen Tonnen des mehr oder weniger rotbäckigen Kernobstes aus der Familie der Rosengewächse geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung. In Deutschland steht der Apfel in der Obst-Beliebtheitsskala an erster Stelle.

Das Verhängnis kam mit dem Apfel

Nicht nur mit gesundem Inneren, sondern auch mit ästhetischem Äußeren: der Apfel.
Nicht nur mit gesundem Inneren, sondern auch mit ästhetischem Äußeren: der Apfel.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Apfel gilt als ausgesprochen gesundes Nahrungsmittel, wobei mancher, der kräftig hinein beißt, von seiner uralten Rolle in Mythen und Märchen vielleicht nichts mehr weiß. Adam und Eva wurde der Weg aus dem Paradies gewiesen, weil sie sich an die Frucht vom Baum der Erkenntnis (so die Bibel) herangemacht hatten. Zwar sagt die Bibel nicht explizit, dass es sich um einen Apfel handelte, der dem ersten Liebespaar der Menschheitsgeschichte auf die Sprünge half, doch seit Jahrtausenden scheint klar zu sein, dass es ein Apfel gewesen sein muss.

Ob also in alten Mythologien, auf Bildern großer Meister oder im Märchen: Der Apfel steht für Sexualität, für etwas Begehrenswertes, aber auch für eine herausfordernde Versuchung und einen Verlust. Das Kernobst diente aber auch als politisches Symbol: Der "Reichsapfel" zeigt den machtvollkommenen Herrscher. Und was von den Apfelbäumen gepflückt wird, endet bekanntlich nicht nur als Tafelobst. Wein und Most von Äpfeln sind in manchen Regionen sehr beliebt, andere mögen Dörrobst.  Auch was von den Bäumen fällt, nicht mehr dem „Schönheitsideal“ entspricht, hat seinen Wert und wird verarbeitet.

Fünf Mal am Tag

Auch die mit Dellen haben Werte: Viele Äpfel gehen in die Wein- und Mostherstellung.
Auch die mit Dellen haben Werte: Viele Äpfel gehen in die Wein- und Mostherstellung.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht sich - wie der Name schon sagt - Sorgen um die Weltgesundheit. Nach ihren Empfehlungen sollte der Mensch fünf Mal am Tag gesundes Obst und Gemüse essen. Initiator der Kampagne war in den 90er Jahren das US-Krebsforschungsinstitut. Medizinische Studien hatten Hinweise darauf ergeben, dass der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse dazu beitragen kann, Krebserkrankungen vorzubeugen - einen wissenschaftlich gesicherten Nachweis für die tatsächliche Senkung des Krebsrisikos durch Obst und Gemüse gibt es allerdings trotz aller Studien bislang nicht.

Auch hat sich durch die Kampagne das Ernährungsverhalten der Bevölkerung nicht sonderlich verändert. So wird auch von den meisten Deutschen die empfohlene Tagesmenge von 650 Gramm Obst und Gemüse nicht erreicht.

Unbestritten aber ist, dass der Verzehr von Obst und Gemüse viel gesünder ist als der von Fett und Fleisch. Bei der „Fünf-pro-Tag-Strategie“ dürfte Europas beliebteste Obstsorte einen wohlverdienten Platz einnehmen, denn der Apfel trägt mehr als 30 Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen in und unter seiner Schale. Dabei besteht er zu 85 Prozent aus Wasser und hat nur rund 60 Kilokalorien. Selbstverständlich ist ein frischer Apfel gesünder als ein gekochter, gebratener oder gebackener. Aber man kann ja nun nicht immer und alles roh essen!

Apfel am Morgen - bannt Kummer und Sorgen

Äpfel  sind wegen ihres hohen Gehalts an Pektinen (unverdauliche Ballaststoffe) gut für die Darmtätigkeit und außerdem ein gutes Abspeckmittel. Und gegen Durchfall ist ein geriebener Apfel als Hausmittel unübertroffen. Auch die Zähne reinigt so ein Äpfelchen: Mit seinen Fruchtsäuren funktioniert er für die Zahnreinigung zwischendurch ebenso gut wie ein Kaugummi. Ein Apfel am Morgen hilft beim Wachwerden, einer am Abend gegen Schlafstörungen. Tatsächlich steckt viel Nährwert in der Frucht mit dem irreführenden lateinischen Namen "Malus", zu deutsch Übel, Leid und Unheil.

"An apple a day keeps the doctor away", sagen die Angelsachsen. "Mir nähm gleisch än Pfund", sagen die Sachsen, stellen sich an den Herd und backen sich was. Denn die Sachsen sind sozusagen die Erfinder der Kaffeetafel: Sie waren die ersten, die Kaffee und Kuchen gemeinsam reichten - auch die erzgebirgischen "Apfelgetzen" schmecken lecker zum "Schälschen Heeßen" am Nachmittag, denn "sieße" muss es sein in Sachsen:

Zutaten:

500 g Mehl
500 g Äpfel
4 Eier
3/4 l Milch
Ca. 4 EL Mineralwasser mit Kohlensäure
Salz, Zucker zum Bestreuen, evtl. Zimt
ca. 100 g Hartfett, Öl oder Schmalz

Zubereitung:

Die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stückchen schneiden.

Aus Mehl, Eiern, Sprudel und 1 Prise Salz einen dicklichen Eierkuchenteig schlagen.  In einer Getzenpfanne (das ist eine rechteckige gusseiserne Pfanne) oder in einer entsprechenden Auflaufform das Fett erhitzen und den Teig gleichmäßig etwa 1 Zentimeter hoch einfüllen. Die Apfelstückchen sofort auf dem Teig verteilen und den Getzen im Herd bei Mittelhitze etwa 30 Minuten backen. Der Getzenteig muss gut durchgebacken und am Pfannenrand ein bisschen knusprig sein.

Vor dem Auftragen großzügig mit Zucker (oder mit Zucker und Zimt) bestreuen und noch warm genießen.

Tipp: Am besten schmeckt so ein Getzen in der Heidelbeerzeit, wenn frisch gesammelte Heidelbeeren mitgebacken werden.

Stillleben, ob in der Kunst oder im wirklichen Leben, sind ohne Äpfel kaum denkbar.
Stillleben, ob in der Kunst oder im wirklichen Leben, sind ohne Äpfel kaum denkbar.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Viel Spaß mit den Äpfelchen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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