Marhaba
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Marhaba - Ankommen in Deutschland : "Koran-Witze muss man aushalten"

Die Premiere des arabischen Videoangebots "Marhaba - Ankommen in Deutschland" stieß bei den Lesern von n-tv auf große Aufmerksamkeit. In der zweiten Ausgabe erklärt Moderator Constantin Schreiber Flüchtlingen das Grundgesetz.

Zehntausende Flüchtlinge kommen in diesen Tagen nach Deutschland. Das neue arabische Videoangebot "Marhaba - Ankommen in Deutschland" richtet sich an Menschen aus dem Nahen Osten. Moderator Constantin Schreiber gibt Zuwanderern praktische Informationen zum Leben in Deutschland.

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In der zweiten Folge von "Marhaba" geht es vor allem um das deutsche Grundgesetz, um Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit – die elementaren Rechte in Deutschland. Schreiber hat sich dafür unter anderem mit dem CDU-Politiker Jens Spahn unterhalten. In dem Interview sagt dieser über die Flüchtlinge in Deutschland: "Wir heißen erst einmal jeden herzlich Willkommen, der hier in Deutschland ist. Wir wollen auch denen, die fliehen, Unterschlupf bieten." Aber am Ende würde in Deutschland die deutsche Rechtsordnung und das Grundgesetz gelten.

"Man darf Witze machen, auch über die Religion. Das muss ein Katholik wie ich aushalten. Das muss am Ende jemand auch aushalten, wenn es Witze über den Koran gibt", sagt Spahn, der Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium ist. Aus den Erfahrungen, die wir in Deutschland gemacht haben, mit Terror, mit Diktatur, sagen wir eben, das muss gelten und zwar für jeden."

Auf die erste Folge von "Marhaba" hat die Redaktion von n-tv viele freundliche Reaktionen erhalten, Lob und Vorschläge für weitere Folgen, aber auch Kritik. Wofür braucht es ein solches Format, ist eine der häufig gestellten Fragen. Moderator Constantin Schreiber sagt dazu: "Ich vermisse es, dass man die Menschen direkt anspricht, die nun in großer Zahl bei uns sind. Natürlich müssen sie sich eines Tages auf Deutsch mit uns austauschen können – das sehe ich als Grundvoraussetzung dafür, bei uns leben zu wollen. Aber das braucht Zeit, und bis dahin können und sollten wir auch etwas von uns in der Sprache vermitteln, die sie sprechen."

Schreiber glaubt, dass die Fragen des Zusammenlebens zwischen Deutschen und Zuwanderern in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnen. "Da müssen auch wir als Medienmacher uns überlegen, wie wir die Themen aufgreifen und angehen. Wir probieren jetzt mit diesem neuen Ansatz etwas aus, was bisher niemand gemacht hat", sagt er.

Quelle: n-tv.de