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Krass konkret: Geschichte von de 3er BMW

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Der 3er BMW hat nicht nur eine lange Geschichte hinter sich, sondern auch ein geschädigtes Image. Er wurde gehänselt als der Golf der Besserverdienenden und als Proll-Schlitten mit Türken-Attitüde. Aber das hatte seinen Grund: ...

Der 3er BMW hat nicht nur eine lange Geschichte hinter sich, sondern auch ein geschädigtes Image. Er wurde gehänselt als der Golf der Besserverdienenden und als Proll-Schlitten mit Türken-Attitüde. Aber das hatte seinen Grund: ...

Der 3er BMW hat nicht nur eine lange Geschichte hinter sich, sondern auch ein geschädigtes Image. Er wurde gehänselt als der Golf der Besserverdienenden und als Proll-Schlitten mit Türken-Attitüde. Aber das hatte seinen Grund: ...

Bereits der von BMW ins Rennen geschickte 02 wurde mit sehr sportlichen Attributen ausgestattet. Die hatten allerdings schon damals ihren Preis und so war es für ambitionierte Fahrer eine Frage des Geldbeutels, ob man sich für ein Alfa Romeo Giulia oder einen 02 von BMW entscheiden sollte.

Seit 1966 hatte sich der 02 eine ordentliche Fangemeinde geschaffen. Die hoffte natürlich, dass der Nachfolger des Erfolgsmodelles alles noch ein bisschen besser kann. Und tatsächlich: …

… Als der 3er im Juli 1975 erschien, konnte er tatsächlich vieles besser – nur eben nicht alles. Unter der Haube arbeiteten die aus dem Vorgänger bekannten Vierzylinder-Motoren. Doch mit dem 3er hatten die stolzen 105 PS auch mehr Masse zu bewegen.

Wog der 1600ti aus der 02er-Reihe gerade mal 960 Kilogramm, brachte es der 320 der neuen 3er-Reihe – zwar mit 109 PS ausgestattet – auf 100 Kilogramm mehr. Während die einen die straffe Abstimmung und die Leistungsparameter vermissten, …

… freuten sich die anderen über eine komfortable Reiselimousine und ein ganz neues BMW-Gefühl. Auch die karge Innenausstattung hatten die Münchner nicht in den 3er hinübergerettet. Vielmehr wurde ein neues Cockpit präsentiert, das mit seiner zum Fahrer geneigten Mittelkonsole, über Jahre zum Markenzeichen des 3er wurde.

Mit dem 3er führte BMW aber auch eine Käuferhierarchie ein. Waren die Unterschiede zwischen einem 1602 und einem 2002ti noch marginal, genügte jetzt ein kurzer Blick, um zu sehen wer "nur" einen 316 oder 318 fuhr, oder wer sich die Top-Version 320 oder 320i leisten konnte.

Während der kleine 3er in der Optik noch stark an den 02 erinnerte und zwei Rundscheinwerfer in der Front trug, bekam der 320 ein Statussymbol, das bis dato nur den größeren BMW-Modellen vorbehalten war: …

… die Doppelscheinwerfer. Überhaupt entzündeten sich an den Leuchten der kleinen BMW die Gemüter. Das Heck wirkte wegen der schmalen Bänder eher unausgefüllt und das glatte Blech, das sie umgab, bildete einen nichtssagenden Karosserie-Abschluss.

Die Kritik wirkte und ab 1976 rollte der 3er mit einer schwarzen Kunststoffblende zwischen den Rückleuchten vom Band. Auf diesem Weg erfuhr der 3er sein erstes Tuning. Bald wurden die schwarzen Blenden von den Fahrern durch transparente rote ersetzt. Nicht selten wurde auch versucht, Doppelscheinwerfer-Kühlergrills in die kleineren 3er zu implantieren.

Natürlich musste vorher das verräterische 316 Typenschild am Kofferraumdeckel entfernt werden. Ab 1977 sperrten die Bayern einen Sechszylinder unter die Motorhaube des 320. Beim 323i gab es für Leistungshungrige sogar 143 PS und damit eine Spitzengeschwindigkeit von 190 Kilometern pro Stunde.

Ausgebremst wurden Tempoenthusiasten 1981, als BMW die Modellpalette nach unten mit dem 315 öffnete, der selbst für damalige Verhältnisse mit seinen läppischen 75 PS, wie ein kleines Mädchen daherkam.

Um das Publikum nicht zu verprellen, ging BMW 1980 von dem Prinzip ab, dass die Modellbezeichnung ein eindeutiges Indiz auf die Motorleistung ist. So war der 316 plötzlich kein 3er mit 1,6 Liter Hubraum mehr. Vielmehr gab es wie im 318 ebenfalls 1,8 Liter. Allerdings machte die Einspritzanlage den 318 nun zum 318i. Mehr gab es an Neuerungen nicht.

Die Stunde derer, die von einem 3er träumten, schlug 1982. Mit der Einführung der E30 genannten zweiten Generation wurde der der Ur-3er zum günstigen Gebrauchtwagen. Den durfte man fortan mit Spoiler und Leichtmetallrädern verzieren und mit gutem Gewissen vor jeder Dorf-Disco parken.

Nachdem die Bayern ihre Dreier-Baureihe 1982 gründlich renovierten, haben die Techniker mit dem Modellwechsel viele Schwächen ausgemerzt. Dank besserer Grundierverfahren sind die Blechkleider der zweiten Generation nur noch in Ausnahmefällen rostanfällig. Verschleißfester sind seitdem auch Bremsen, Lenkung und Radaufhängungen.

Insgesamt wirkt der 3er jetzt weicher und runder. Der heruntergezogene Frontgrill mit flacher BMW Niere streckt die gesamte Form des Fahrzeuges. Die nun bei allen 3er-Modellen eingebauten Doppelscheinwerfer rücken weit nach außen und geben dem Wagen ein sportliches Aussehen.

Die Heckpartie hingegen blieb eher nüchtern. Das Nummernschild wanderte zwischen die Rückleuchten und verhinderte so jedwede Verzierung. Der schlicht gezeichnete 3er wurde 1990 durch eine völlig neu entwickelte Sportlimousine ersetzt, …

… die in allen Bereichen zugelegt hatte. Beim Publikum wurde der Neue gleichermaßen überrascht wie zustimmend aufgenommen. Die Silhouette wurde verschlankt und die typischen Doppelscheinwerfer verschwanden hinter gemeinsamen Deckgläsern. Die Motorhaube wurde weit abgesenkt, …

… während das Heck sich hob. Eine neue Raffinesse bildeten auch die karosseriebündigen Scheiben. Für die Sportfraktion gab es eine gezielte Diffusor-Kühlluftführung im Motorraum. Mit dem Vorgänger hatte dieser 3er nichts mehr zu tun.

Unter der Federführung von Chris Bangle wurde die vierte Generation des 3er gezeichnet. 1998 präsentierte sie sich als kompakte Sportlimousine, die in der Breite um 40 Millimeter und in der Länge um 60 Millimeter zugelegt hatte. Die BMW-Niere ist jetzt in die Motorhaube integriert. Der starre Blick der Doppelscheinwerfer wurde durch angedeutete feine Bögen gebrochen, …

… die auch die waagerechte Linie oberhalb der Stoßfänger trennten. Sportfreunde mit reichlich Geld im Portemonnaie können sich den 3er jetzt auch in der von M getunten Variante kaufen. Der M3 schöpft dann 343 PS aus einem Sechszylinder-Reihenmotor.

Mit der fünften Generation sind die Bayern im 21. Jahrhundert angekommen. Noch mächtiger, noch kraftvoller präsentierte er sich ab 2005. In New York wurde er sogar zum "World Car oft he Year" gekürt. Die BMW-Designer sprechen mit Blick auf den Wagen von einer "großen Designprogression".

Proportional machte er allerdings nur einen moderaten Schritt gegenüber dem Vorgänger. Sein größter Gewinn ist die auffällige Oberflächengestaltung.

Mit dem E90 verschwindet der 316i aus dem Angebot. Jedenfalls in Deutschland. Im Jahr 2011 lassen die Münchner die sechste Generation …

… des 3er vom Stapel und finden zu alten Tugenden zurück. Im Fokus der Designer stehen wieder Eigenschaften wie Sportlichkeit und Dynamik. Klassische Themen werden so neu interpretiert und erinnern an die Modelle der 60er Jahre. Bereits 1975 prägte die große, …

… fast durchgängige Kühlergrillform mit eingebetteten Scheinwerfern und Niere das Gesicht des ersten 3er. Die Doppelscheinwerfer mit oben liegenden LED-Leuchten reichen bis an den Nierenrahmen heran und bilden eine durchgehende optische Einheit.

Auch in den Maßen hat der neue 3er zugelegt: Neun Zentimeter in der Länge und fünf Zentimeter ging er in die Breite. Damit gibt es auch mehr Platz für …

… die Passagiere im Fond. Eine geräumige Limousine wird trotzdem nicht aus ihm. Deswegen ist auch der neue 3er das, was er vorgibt zu sein: ein Sportler. Wer will, kann sich, um das zu unterstreichen, den …

… Fahrerlebnisschalter mit ECO PRO Modus bestellen. Der Fahrer kann dann zwischen sportlich, sportlich+, komfortabel oder sparsam wählen. Auch tunen ist angesichts der drei neuen Ausstattungslinien Schnee von gestern. Wer will, …

… entscheidet sich einfach zwischen "Sport", "Luxury" und "Modern". Das Erscheinungsbild wird dann, so verspricht BMW, "individuell und ausdrucksstark gestaltet". Starten werden die 3er-Modelle ab einem Preis von 33.100 Euro.

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