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Die sanfte Evolution: Golf VII - die DNA verpflichtet

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Mit großem Zinnober wurde in der Berliner Neuen Nationalgalerie die Premiere des Golf VII gefeiert. VW ließ es sich nicht nehmen, Politik, ausgewählte Journalisten und Promis in die Kunsthalle einzuladen. Doch was ist wirklich neu am "Brot-und-Butter-Modell"? (Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Mit großem Zinnober wurde in der Berliner Neuen Nationalgalerie die Premiere des Golf VII gefeiert. VW ließ es sich nicht nehmen, Politik, ausgewählte Journalisten und Promis in die Kunsthalle einzuladen. Doch was ist wirklich neu am "Brot-und-Butter-Modell"?

Mit großem Zinnober wurde in der Berliner Neuen Nationalgalerie die Premiere des Golf VII gefeiert. VW ließ es sich nicht nehmen, Politik, ausgewählte Journalisten und Promis in die Kunsthalle einzuladen. Doch was ist wirklich neu am "Brot-und-Butter-Modell"?

Konzeptionell basiert der neue Golf auf dem Modularen Querbaukasten. Das bedeutet: Von der Karosserie und dem Antrieb über das Interieur und sämtliche Info- und Entertainmentsysteme bis hin zu zahlreichen neuen Assistenzsystemen wurde alles neu konzipiert.

Positives Ergebnis: Das Platzangebot im Golf VII stimmt. Sowohl vorn als auch hinten finden auch großgewachsene Passagiere ausreichend Platz. Zumindest im Viertürer.

Das Ambiente im Cockpit ist ebenfalls stimmig. Aufgeschäumte Kunststoffe und Teppichverkleidungen in den Türen dürfen zu den gelungenen Details zählen. Auch dass Bedienelemente jetzt serienmäßig in das Multifunktionslenkrad integriert wurden, freut.

Wer allerdings optisch Neues erwartet, dürfte enttäuscht werden. Wirkliche Veränderungen in der Gestaltung des Cockpits hat es seit dem Golf III nicht mehr gegeben. Der eine mag sagen, dass das langweilig ist, der andere wird sich freuen, dass jeder Eintritt in einen Golf wie nach Hause kommen ist.

Überraschend ist für VW die Zahl der lieferbaren Assistenzsysteme: Spurhalteassistent, Einparkautomatik, Abstandsregeltempomat und Verkehrszeichenerkennung sein hier genannt. Einschränkend muss aber auch angemerkt werden, dass der Opel Astra derartige Features bereits seit drei Jahren aufweist.

Wer sich im Weiteren mit dem Multimediasystem näher beschäftigt, wird noch auf andere Ungereimtheiten stoßen. Wer nur den Grundpreis von etwa 17.000 Euro bezahlt, der hat zwar im Basis-Golf einen Notbremsassistenten, aber kein Radio an Bord.

Das musikalische Vergnügen zählt hier zu den Sonderausstattungen. Stattdessen gibt es ein Bordcomputer-Display, das seine Bilder - bitte anschnallen - lediglich in Schwarz-Weiß liefert. Mit den immer wichtiger werdenden Multimedia-Funktionen dürfte VW der Kundschaft ganz schön das Geld aus der Tasche ziehen. Denn zu haben ist natürlich alles Erdenkliche.

Die Preise für die vielfältigen Multimediakomponenten, die da "Composition Touch" (5-Zoll-Display schwarz-weiß), Composition Colour" (5-Zoll-Display farbig) und "Composition Media" 5,8-Zoll-Display, Bluetooth- und USB-Schnittstelle optional) heißen, sind noch nicht bekannt.

Mit dem großen 5,8-Zoll-Display starten hier auch die Navigationssysteme. In der Premium-Version gibt es dann schon ein 8-Zoll-Display mit Sprachbedienung und DVD-Laufwerk. Optional gibt es dann auch UMTS-Telefonmodul und WLAN-Hotspot für internetfähige Smartphones. Die Integration von Apps ist für 2013 geplant.

Für den neuen Golf haben die Wolfsburger zwei komplett neue Motoren mit einem Leistungsspektrum von 85 bis 150 PS entwickelt. Die sind allesamt mit Start-Stopp-System und Rekuperationsmodus ausgestattet.

VW verspricht im besten Fall für seinen Common-Rail-Diesel mit 105 PS einen Verbrauch von lediglich 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Das entspricht nach Werksangaben einer CO2-Emission von 99 Gramm pro Kilometer.

Beim Modell BlueMotion soll der CO2-Ausstoß sogar nur bei 85 Gramm pro Kilometer liegen, während der Selbstzünder auf 100 Kilometer lediglich 3,2 Liter Diesel verbrennt.

Beim Design haben sich Chefdesigner Walter de Silva und Klaus Bischoff an die Gesetzmäßigkeiten der der Volkswagen-DNA angelehnt.

VW sieht in dieser "historischen DNA" ein "Gesicht" mit sympathischen Zügen; ...

... dazu definiert sie - analog zum ersten Golf - horizontal ausgewogene Elemente, die eine gewisse Breite schaffen. Zusammen soll das eine Front ergeben, "die in jedem Rückspiegel als ein VW zu erkennen ist".

In der Golf-Klasse sind das die leicht nach oben geschwungenen Scheinwerfer und ein entsprechend hochgestellter Kühlergrill. Während beim sechsten Golf die Kotflügel höher als die Motorhaube waren, ist es bei Nummer sieben umgekehrt.

Letztlich kann aber festgestellt werden, dass die Grundzüge des neuen Golf bereits mit der dritten Generation ab 1991 eingeläutet wurden. Technisch brillierte der bereits mit einer Geschwindigkeitsregelanlage und einem unter der Haube arbeitenden Dieseldirekteinspritzer (TDI oder SDI).

Klarer wurde das Design 1997 beim Golf IV. Hier setzt VW auch die Design-DNA an. Als Stilprägend gilt vor allem die breite C-Säule, die klar an den Golf I angelehnt war. 2002 konnte der Golf erstmals mit Benzindirekteinspritzer (FSI) und Kopfairbags gekauft werden.

In Sachen Komfort und Dynamik punktete der Golf V unter anderem dank seiner neuen Vierlenkerhinterachse und einem neuen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Bi-Xenonscheinwerfern, Regensensor und Panoramaschiebedach sowie dem Debüt des ersten Turbo-Benzindirekteinspritzers im Golf GTI (2004) und des weltweit ersten Twinchargers (TSI, 2006) mit Turbo- und Kompressor- Aufladung.

Bereits vier Jahre später erschien der Golf VI. Seit seiner Markteinführung im Jahr 2008 wurden bis heute weltweit 2,85 Millionen Modelle verkauft. Neue Assistenzsysteme wie automatische Fernlichtregelung, Berganfahrassistent und elektronische Dämpferregulierung machten ihn 2009 zum "World Car of the Year".

Letztlich reiht sich der Golf VII nahtlos in die Phalanx seiner Vorgänger ein. Doch der Kompaktwagenmarkt ist hart umkämpft. Ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal gibt es in diesem Segment nicht mehr. VW wird sich daher auch in Zukunft mit der weiter erstarkenden Konkurrenz messen müssen.

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