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Sonntag, 03. September 2017

Das Islamische Opferfest: Am höchsten Feiertag fließt viel Blut

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Der höchste islamische Feiertag hat in diesem Jahr am 1. September begonnen. Bis zu diesem Montag noch ... (Foto: REUTERS)

Der höchste islamische Feiertag hat in diesem Jahr am 1. September begonnen. Bis zu diesem Montag noch ...

Der höchste islamische Feiertag hat in diesem Jahr am 1. September begonnen. Bis zu diesem Montag noch ...

... feiern Muslime auf der ganzen Welt das Islamische Opferfest, Eid al-Adha.

Der religiöse Hintergrund geht auf eine Geschichte zurück, die sowohl im Koran als auch in der Bibel vorkommt.

Im Koran ist es die Geschichte des Propheten Ibrahim, der von Gott aufgefordert wird, seinen Sohn Ismail zu opfern. Als der gottesfürchtige Mann dies tatsächlich tun will, nimmt Gott den Auftrag zurück.

Aus Dankbarkeit opfern Ibrahim und Ismail daraufhin einen Widder.

In der Bibel ist die Geschichte nahezu gleich erzählt, dort heißt der Vater Abraham und der Sohn Isaak.

Im Gedenken an Ibrahim und Ismail opfern Muslime jedes Jahr ab dem 10. Tag des letzten islamischen Kalendermonats Dhu al-Hiddscha Paarhufer.

Das Fest findet außerdem parallel zur Wallfahrt Hadsch nach Saudi-Arabien statt.

Die Schlachttiere können Lämmer sein, wie hier im Jemen.

Oder ausgewachsene Widder, wie nach der Überlieferung.

Andernorts stehen Ziegen zur Schlachtung bereit.

Es kommt eben darauf an, was der regionale Markt bietet - hier Muslime in Nablus im Westjordanland.

Auch Kamele dürfen geschlachtet werden.

Verboten sind nur Schweine, die gläubige Muslime sowieso nie essen.

Wer es sich auch sonst nicht leisten kann, zum Eid al-Adha sollen alle ein Stück Fleisch bekommen.

Zum Opferfest gehört es daher, dass - ähnlich wie im Ramadan - Arme gespeist werden.

Ein Drittel für die eigene Familie, ein Drittel für Verwandte, ein Drittel für Arme, lautet die Faustregel für die Verteilung des Opfertierfleisches.

Schon Tage vor Beginn des Opferfestes werden Viehmärkte abgehalten, hier in Kabul in Afghanistan.

Die Händler wollen kein Risiko eingehen und ...

... machen ihre Tiere "unverwechselbar".

Der Feiertag erfordert in allen muslimischen Ländern einiges an Logistik.

Nicht nur die vielen Schlachttiere müssen transportiert werden, ...

... sondern Abertausende Reisende, die den Feiertag an ihrem Heimatort verbringen wollen.

Ein Zug in Bangladesch kann dann schon einmal so aussehen.

Doch nun zum entscheidenden Teil.

Werden die Tiere vor Beginn der Feiertage noch gewaschen, ...

... geschmückt ...

... und an den Zähnen begutachtet, ...

... so geht es ihnen danach im Wortsinn an den Kragen.

Nach islamischem Brauch werden die Tiere geschächtet, ...

... das heißt, es wird ihnen die Kehle aufgeschlitzt und sie bluten aus.

Das Blut eines ausgewachsenen Bullen, wie hier in Indonesien, kann einen ganzen Straßenabschnitt rot einfärben.

Das Schächten an sich übernehmen meist die ortsansässigen Schlachter.

In der Türkei ist das Schächten sogar gesetzlich nur den Schlachtern erlaubt.

Viele Muslime lehnen es ab, die Tiere vor dem Halsschnitt zu betäuben. Sie fürchten, dass selbst ein betäubender Stromschlag das Ausbluten stören könnte. Blut aber darf nicht mehr im Fleisch sein.

Es geht aber nicht nur ums Essen, sondern auch ums Beten.

Der erste Tag des Opferfestes beginnt mit einem Gebet am Morgen.

Ähnlich wie beim Freitagsgebet hält der Imam eine besondere Predigt - allerdings anders als sonst erst nach dem gemeinsamen Gebet.

Staatschefs richten zum Eid al-Adha Ansprachen an ihr Volk ...

... und zeigen sich gern demonstrativ beim Gebet.

Der türkische Präsident Erdogan nutzt den Moscheebesuch für ein Pressestatement.

Als inoffizielle Tradition hat sich zum Ablauf des Eid al-Adha etabliert, dass Menschen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen.

Eine alte Frau im Westjordanland trauert hier um einen verstorbenen Verwandten.

Das Gedenken an die Toten steht im Bürgerkriegsland Syrien besonders schmerzvoll im Vordergrund der diesjährigen Feierlichkeiten.

Für die Kinder ist schulfrei.

Ob Neapel in Italien, ...

... St. Petersburg, ...

... Moskau, ...

... im Kosovo ...

... oder im fernen Kasachstan.

Das Fest verbindet gläubige Muslime ...

... zwischen Marseille ...

... und Jakarta.

Das massenhafte Schlachten ist jedoch gerade in nicht mehrheitlich muslimischen Ländern umstritten.

In Deutschland haben nicht nur Tierschützer etwas dagegen.

Immer lauter werden auch die, die unabhängig von Fragen des Tierwohls ...

... etwas gegen die Ausübung muslimischer Bräuche generell einzuwenden haben.

Und ja, das öffentliche rituelle Schlachten, so in Szene gesetzt, ist blutig und wirkt martialisch.

Man könnte darauf einwenden, dass diese Kinder zumindest nicht glauben, ...

... das Steak wachse im Supermarktregal.

Im Ergebnis bleiben die Mengen wohl weit hinter denen der ...

... industriellen Fleischproduktion zurück.

In Deutschland ist das rituelle Schächten ohne Betäubung verboten, mit Ausnahmegenehmigung des Veterinäramts aus religiösen Gründen ist es möglich. (nsc)

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