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Freitag, 27. Januar 2017

Millionen Chinesen feiern tagelang Neujahr: Der Feuer-Hahn übernimmt das Zepter

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Bei uns hat das neue Jahr ja schon vor Wochen begonnen, aber die Chinesen legen jetzt erst richtig los. (Foto: AP)

Bei uns hat das neue Jahr ja schon vor Wochen begonnen, aber die Chinesen legen jetzt erst richtig los.

Bei uns hat das neue Jahr ja schon vor Wochen begonnen, aber die Chinesen legen jetzt erst richtig los.

Denn am 28. Januar 2017 beginnt nach dem chinesischen Mondkalender das "Jahr des Hahns", genauer: des Feuer-Hahns.

Immer am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, zwischen dem 21. Januar und 21. Februar, beginnt das chinesische Jahr - und dieser Tag fällt 2017 auf den 28. Januar.

Die chinesischen Tierkreiszeichen wiederholen sich in einem Zyklus von zwölf Jahren. Jedes dieser Jahre steht unter der Regentschaft eines Tieres - Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf/Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein -, dem jeweils gewisse Charaktereigenschaften zugesprochen werden.

Den zwölf Tieren des Horoskops werden zudem in einem Zyklus die Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde zugeordnet - daher geht nun das Jahr des Feuer-Affen zu Ende und das des Feuer-Hahns beginnt.

In Jahren des Feuer-Hahns könne mit "bemerkenswerten wissenschaftlichen Entwicklungen", gerechnet werden, sagt der Hongkonger Feng-Shui-Meister Raymond Lo, ein bekannter Experte für die "Lehre vom Wind und Wasser".

1957 etwa schoss die Sowjetunion im Jahr des Feuer-Hahns die Satelliten "Sputnik 1" und "Sputnik 2" ins All und leiteten so das Weltraum-Rennen ein.

60 Jahre zuvor, im Jahr 1897, wurde Aspirin erfunden.

Generell sei der Feuer-Hahn ein Symbol für "Optimismus, Innovation und Fortschritt", sagt Lo. Allerdings gehen Wahrsager auch davon aus, dass ein Jahr mit politischen Spannungen bevorsteht.

Die Verbindung des Elements Feuer mit dem Hahn werde für eine "geladene" Stimmung sorgen, die Staatschefs zu "extremen Handlungen" treiben könnte. Einen Mann haben die Chinesen bei dieser Vorhersage augenscheinlich ganz besonders im Sinn: ...

Ein Einkaufszentrum in der chinesischen Stadt Taiyuan hat eine sieben Meter hohe Hahn-Skulptur anfertigen lassen, die mit der Tolle und den zusammengekniffenen Augenbrauen Donald Trump doch recht ähnlich sieht.

Aufblasbare Versionen des Trump-Hahns werden auch auf dem chinesischen Online-Marktplatz Taobao verkauft.

Dass der neue US-Präsident nach dem chinesischen Kalender gar kein Hahn, sondern ein Hund ist (geboren 1946), scheint dabei nicht so wichtig zu sein. Die Feng-Shui-Meister warnen aber nicht nur vor politischem Ungemach.

In Jahren des Hahns komme es auch gehäuft zu schlimmen Naturkatastrophen wie Großfeuern, Explosionen, nuklearen Zwischenfällen oder Seuchen.

Doch zumindest für die Wirtschaft dürfte das neue Jahr laut Lo vielversprechend verlaufen. Das Element Feuer verleihe Märkten und Konjunktur neuen Schwung. Zumindest bis zum Herbst, wenn sich die Flamme wieder abschwächt.

Doch bevor man sich Gedanken macht, was das neue Jahr wohl bringt, wird erstmal das alte zünftig verabschiedet.

Das chinesische Neujahrsfest wird nicht nur in China groß gefeiert, ...

... sondern in vielen ost- und südostasiatischen Ländern wie Thailand, Taiwan, Vietnam, Myanmar, Korea und Indonesien oder wie hier in Malaysia, ...

... aber auch in vielen anderen Ländern und Gebieten mit einem großen Bevölkerungsanteil an Chinesen - und sogar in Brasilien, wie hier in Sao Paulo.

Das chinesische Neujahrfest - übersetzt heißt es "Frühlingsfest" - ist das größte und wichtigste Familienfest in China. Das Riesenreich kommt während der Feiertage mächtig in Bewegung: Da viele Chinesen ihre Arbeitsplätze nicht mehr dort haben, wo ihre Familie lebt, und oft sogar im Ausland arbeiten, ...

... setzt jedes Jahr zum Neujahrsfest die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt ein. Hunderte Millionen Chinesen reisen zu ihren Familien.

Die Bahnhöfe und Züge sind entsprechend voll. Besonders groß ist die Gruppe der Wanderarbeiter - diese fahren aus den großen Städten in ihre ländliche Heimat.

Die Behörden rechnen damit, dass die 1,4 Milliarden Einwohner über die Feiertage zum Neujahr in diesem Jahr insgesamt 3 Milliarden Fahrten mit Zügen, Flügen und Bussen unternehmen werden.

Die meisten Chinesen nehmen für das Fest ihren gesamten Jahresurlaub, um für mindestens zwei Wochen bei der Familie zu sein. Zudem gibt es drei offizielle Feiertage.

Das Neujahrfest dauert ohne die Vorbereitungsphase 15 Tage. Die Festvorbereitungen beginnen schon Tage und Wochen vorher. Die Häuser werden mit Bambuszweigen gereinigt und dann dekoriert, meist mit Laternen und Papierbändern in Rot, ...

... denn Rot gilt in China als Farbe des Glücks, der Freude und des Wohlstands. Außerdem soll die Farbe böse Geister abschrecken. Goldene Glückszeichen werden im Haus angebracht und Spruchbänder an die Tür gehängt.

Generell wird vor dem Neujahrsfest alles erneuert: Man putzt, streicht Wände, ...

... kauft sich neue Kleidung, geht nochmal zum Frisör - ...

... und man kauft ein. Ganz wichtig sind dabei neben den Lebensmitteln fürs Festtagsessen Feuerwerk und Böller.

Auch das eine oder andere Schwein wird für das Festessen geschlachtet.

Am Vorabend des Neujahrsfestes werden traditionell kleine Teigtaschen vorbereitet, "Jiaozi", deren Form an alte chinesische Geldstücke erinnert und die deswegen Glück und Reichtum verheißen sollen. Sie werden am Neujahrstag gegessen.

Die Familie kommt zusammen und es wird gegessen und getrunken, als gäbe es morgen nichts mehr.

Draußen wird währenddessen geknallt und geböllert, bis der neue Morgen (und das neue Jahr) anbricht. Damit soll das böse Ungeheuer Nian verscheucht werden, das sich angeblich vor Feuer und Lärm fürchtet - und vor der Farbe Rot.

Auch der erste Tag des neuen Jahres wird im Kreis der Familie verbracht.

Man gedenkt gemeinsam der Ahnen und erweist ihnen Respekt, indem man etwa vor Ahnentafeln Räucherstäbchen opfert.

Während der gesamten Feiertage werden Theateraufführungen in Klöstern und Tempeln besucht.

Das Laternenfest am 15. Tag (also 14 Tage nach dem Neujahrsfest) bildet den Abschluss der Festlichkeiten. Dabei gehen die Menschen mit kleinen Lampions auf die Straße.

Zudem tauchen große, fest aufgestellte Laternen ganze Plätze in buntes, meist rotes Licht.

Das "Jahr des Feuer-Hahns" geht bis zum 15. Februar 2018, danach beginnt das "Jahr des Erd-Hundes".

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