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Die Hoffnung, den Ölfluss im Golf von Mexiko mit einer großen Kuppel zu stoppen, war vergebens.
Jetzt sucht BP einen Plan B gegen die Ölpest.
Der britische Mineralölkonzern teilte mit, vor allem zwei weitere Möglichkeiten zu prüfen, um den Ölaustritt nach dem Untergang der Plattform "Deepwater Horizon" einzudämmen.
Denn weiterhin strömen täglich mindestens 700.000 Liter Rohöl aus.
Schätzungen zufolge sind seit dem Unfall vor mehr als zwei Wochen bereits mehr als 13 Millionen Liter Öl ins Meer gelangt.
Eine der geplanten BP-Maßnahmen ist, eine kleinere Kuppel aus Stahl und Beton über das Haupt-Leck zu stülpen, aus dem ein Großteil des Öls sprudelt.
Der Versuch mit einem größeren Exemplar, ...
... 100 Tonnen schwer und rund vier Stockwerke hoch, ...
... war am Wochenende gescheitert.
Wegen der großen Kälte in 1500 Metern Tiefe hatten sich Kristalle aus Öl und Wasser in der Kuppel gebildet, ...
... die die Öffnung an der Spitze verstopften und deshalb ein Absaugen des Öls verhinderten.
BP hat nun die Hoffnung, dass die kleinere Kuppel weniger Angriffsfläche für die Hydrate bietet.
Parallel dazu will der Ölkonzern versuchen, die Öl-Quelle zu verstopfen.
Die Methode dazu nennt sich "Top Kill".
Dabei werden zum Beispiel Teile alter Autoreifen oder Golfbälle unter Hochdruck in das tonnenschwere Sicherheitsventil auf der Quelle geschossen.
All diese Techniken seien allerdings in einer solchen Meerestiefe mit großen Unsicherheiten behaftet, erklärte BP.
Gleichzeitig zu den Versuchen, die Lecks zu stopfen, wird mit Hochdruck daran gearbeitet, ...
... die Ölpest im Meer einzudämmen und zu beseitigen.
Nach Angaben von BP sind mehr als 275 Schiffe dabei, ...
... Ölbarrieren zu legen und ...
... Öl abzuschöpfen.
Laut BP konnten bisher bereits mehr als 10 Millionen Liter Öl entfernt werden.
Zudem seien bislang insgesamt mehr als 1,1 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden, ...
... um das schwere Öl in harmlosere Brühe umzuwandeln.
Was Umweltschützer ebensowenig begeistert wie die Versuche, den Ölteppich auf dem Meer einfach abzufackeln.
Daneben lief für die möglicherweise bald betroffenen Küstenorte eine ganz andere Hilfswelle an.
Eine gemeinnützige Organisation namens "Matter of Trust" (Vertrauenssache) sammelt mit großem Erfolg ...
... Menschen- und Tier-Haare.
Sie sollen - in Nylonstrumpfhosen gestopft - helfen, das Öl im Meer aufzusagen.
Und zwar, bevor es die Küsten erreicht.
Haare könnten das Fett aus der Haut saugen und somit auch das Öl bei einer Ölpest herausziehen, sagte die Initiatorin der Aktion, Lisa Craig Gautier.
Täglich träfen mehr als 200 Tonnen Haare aus aller Welt in den Küstenorten ein.
Etwa 370.000 Friseursalons und sehr viele Privatleute beteiligten sich an der ungewöhnlichen Aktion.
Wer sonst noch Ideen hat, wie der Ölpest beizukommen ist, der ist herzlich eingeladen.
BP erklärte, jeder könne auf der Website deepwaterhorizonresponse.com Vorschläge unterbreiten.
Man werde ernstgemeinte Vorschläge auch zur Kenntnis nehmen, versicherte BP-Sprecher Bryan Ferguson. Die Ideen würden dann zur Prüfung an Ingenieure weitergeleitet.
"Ich habe keine Ahnung, in welchem Maße sie daraus schöpfen, aber sie haben Experten aus aller Welt eingeflogen, um mitzuarbeiten und die eingereichten Ideen zu prüfen", fügte Ferguson hinzu.
Experten sind skeptisch, ob das gemeine Fußvolk wirklich etwas zur Lösung des Problems beisteuern kann.
Vermutlich gehe es BP mit der Einbeziehung der Öffentlichkeit vor allem darum, "Kritik abzuwehren", meinte etwa Brennstoff-Professor Eric Smith von der Tulane University in New Orleans.
Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert.
Elf Arbeiter kamen ums Leben.
Seither strömt das Öl ungehindert aus dem Bohrloch.
In Louisiana erreichte das Öl zuerst die Küste.
Mit riesigen Schutzwällen aus Sand ...
... versucht man dort, den Ölfilm in Schach zu halten ...
... und den Strand und die Küstenregion zu schützen.
Aber das gelingt nicht immer: ...
Die Ölpest bedroht die Tier- und Pflanzenwelt der US-Golfküste und könnte neben Louisiana auch Mississippi, Alabama und Florida treffen.
An den Stränden werden immer öfter ...
... verendete Fische angespült.
Und natürlich leiden die Vögel unter dem alles zuklebenden schwarzen Gold.
Die ersten Bilder der unter einem Ölmantel hinsiechender Vögel gehen um die Welt.
Ganz abgesehen vom Imageschaden: ...
Die Ölpest im Golf von Mexiko könnte BP noch teurer zu stehen kommen als erwartet.
Bislang habe die Bekämpfung der Katastrophe 350 Millionen Dollar verschlungen, teilte der Konzern mit.
Welche Kompensationszahlungen darin bereits enthalten sind, wollte BP nicht angeben.
Kritiker bemängeln, dass am Ende auch hunderte Millionen Dollar nicht ausreichen, um die Folgeschäden zu beseitigen.
Und BP mit seinen Milliarden-Gewinnen nur müde lächelt, angesicht der Höhe möglicher Kompensationszahlungen.
Die Konsequenzen wären nicht auszudenken, sollten alle Versuche, das Ölloch zu verschließen, scheitern.
Zwar gehen die Entlastungsbohrungen im Meeresboden weiter, durch die das Ölleck zum Versiegen gebracht werden sollen.
Doch bis es soweit ist, dürfte es noch mehr als zwei Monate dauern.
"Wir hoffen das Beste und rechnen mit dem Schlimmsten", fasst Louisianas Gouverneur Bobby Jindal die Stimmung zusammen.
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