Bilderserie

Mitteleuropa versinkt in Wassermassen : Hochwasser sprengt Rekordmarken

Bild 1 von 62
Land unter in Passau: Anwohner und Ladenbesitzer klagen, dass so ein Hochwasser für die Dreiflüssestadt nicht vorhergesagt wurde. In der Nacht zum Sonntag steigt der Wasserstand binnen weniger Stunden rapide an - weite Teile der Altstadt sind überflutet. Mittlerweile sind Strom- und Wasserversorgung in der Innenstadt abgestellt. (Foto: dpa)

Land unter in Passau: Anwohner und Ladenbesitzer klagen, dass so ein Hochwasser für die Dreiflüssestadt nicht vorhergesagt wurde. In der Nacht zum Sonntag steigt der Wasserstand binnen weniger Stunden rapide an - weite Teile der Altstadt sind überflutet. Mittlerweile sind Strom- und Wasserversorgung in der Innenstadt abgestellt.

Land unter in Passau: Anwohner und Ladenbesitzer klagen, dass so ein Hochwasser für die Dreiflüssestadt nicht vorhergesagt wurde. In der Nacht zum Sonntag steigt der Wasserstand binnen weniger Stunden rapide an - weite Teile der Altstadt sind überflutet. Mittlerweile sind Strom- und Wasserversorgung in der Innenstadt abgestellt.

Viele Menschen werden von den Wassermassen überrascht und können ihre Häuser nicht mehr verlassen oder betreten. Bereits am Sonntag löst die Stadt Katastrophenalarm aus.

Den vom Wasser eingeschlossenen Menschen bleibt nicht viel anderes übrig, als auf einen Rückgang der Flut zu warten.

Rund 12,60 Meter Wassertiefe misst die Donau bei Passau inzwischen. Auf einen derart hohen Pegelstand ist in der Stadt kaum jemand vorbereitet - das letzte Hochwasser dieser Größenordnung wurde dort im späten Mittelalter im Jahr 1501 verzeichnet.

Die Einsatzkräfte haben zwar rechtzeitig Stege für die Anwohner aufgestellt, doch unter den Planken steigt das Wasser so rasch an, dass Teile dieser Behelfsbrücken jetzt unter Wasser stehen und gesperrt sind.

In der Stadt arbeiten rund 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht und Technischem Hilfswerk unter Hochdruck - die Lage unter Kontrolle bringen können sie jedoch nicht.

Indes behilft man sich in Passau mit allem, was irgendwie trockene Füße erlaubt.

"Möglicherweise werden wir eine Entwicklung bekommen, die zu einem Hochwasser führen könnte, das bisher noch nie dagewesen ist", sagt Ministerpräsident Horst Seehofer.

Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte in Passau einen Höchststand von 10,81 Metern, inzwischen steht es schon knapp anderthalb Meter darüber. Mittlerweile ist Katastrophenalarm sowohl in Passau ...

... als auch in Rosenheim ausgerufen worden.

Im nahegelegenen Kolbermoor geht dieses Industriegebiet unter. Auch der überregionale Verkehr ist stark von den Wassermassen betroffen ...

... wie beispielsweise durch die überflutete A8 bei Kolbermoor.

Aus der Luft wird das Ausmaß der Autobahnüberschwemmung noch deutlicher.

Mit schwerem Gerät versucht man in Bayern, den Fluten etwas entgegenzusetzen. Dieser Sand wird entlang des Mangfallkanals aufgeschüttet.

Auch der Schienenverkehr ist in Südbayern in weiten Teilen zum Stillstand gekommen.

Dieser Zug in Thüringen hingegen fährt trotz der Überflutungen durch die Saale noch. In dem Bundesland haben ebenso wie in ...

... Sachsen etliche Städte und Landkreise Katastrophenalarm ausgerufen.

In Dresden setzt die Elbe das Terrassenufer unter Wasser.

In der sächsischen Landeshauptstadt wird ein Pegelstand von rund neun Metern vorausgesagt - das ist sogar für die Elbfähren zu viel Wasser. Sie stellen den Betrieb ein.

Und Dresden ist nicht die einzige sächsische Großstadt, die durch das Hochwasser bedroht wird. Auch in ...

... Chemnitz steht das Stadtzentrum unter Wasser.

Die Annaberger Straße in der Innenstadt von Chemnitz gleicht einem Flusslauf. An den Flüssen Chemnitz und Zwönitz gilt Alarmstufe 4.

Der Straßenverkehr ist gänzlich lahmgelegt.

In vielen Orten kommt man nur noch mit dem Boot voran.

Die Zwickauer Mulde hat Teile des Neubaus einer Brücke beim Ort Hartenstein fortgerissen.

In Zwickau bereiten sich rund 18.000 Menschen darauf vor, das Stadtzentrum verlassen zu müssen.

Auch hier ist die Situation schlimmer als 2002. Damals hatte das verheerende Hochwasser in großen Teilen des Freistaates gewaltige Schäden verursacht.

Nahe Eilenburg bei Leipzig hat das Wasser der Mulde ein Grundstück komplett umschlossen.

Der sächsische Umweltminister Frank Kupfer ärgert sich unterdessen über Bürger, die gegen Hochwasserschutzprojekte klagen oder sich anderweitig quer stellen.

In Wilkau-Haßlau hätte man schon längst mit der Flutmauer fertig sein können, wenn es keinen Widerstand gegeben hätte, sagt Kupfer. Ein Jahr Zeitverzug habe das alles gebracht.

Nicht viel anders ist es in Grimma, wo Einwohner gefährdeter Stadtteile in Sicherheit gebracht werden. "Wenn wir den Hochwasserschutz schon hätten, könnten wir ganz entspannt zusehen", sagt Bürgermeister Matthias Berger.

Grimma hatte darauf gehofft, anders als vor elf Jahren glimpflich davonzukommen. Am 13. August 2002 hatte das Hochwasser die "Perle des Muldentals" heimgesucht - und auch diesmal wird die Stadt schwer getroffen.

Auch aus Thüringen häufen sich die Katastrophenmeldungen: Die Saale bei Jena hat großflächig Felder und Auen geflutet.

Ein ähnliches Bild bietet sich in der Stadt: Das Ernst-Abbe-Stadion des FC Carl Zeiss Jena ist "abgesoffen".

An Fußball ist daher in Jena derzeit ebenso wenig zu denken wie ...

... in Bad Salzungen im Westen Thüringens. Aber nicht nur Sportstätten sind betroffen, ...

... sondern auch kulturelle Sehenswürdigkeiten: Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm in Weimar steht gerade noch im Trockenen.

"Der Pegel der Pleiße steht momentan bei 4,14 Meter, normal ist ein Meter", sagt die Sprecherin des Landratsamtes Ostthüringen, Jana Fuchs, am Sonntagabend. Das an dem Fluss liegende Örtchen Serbitz ist bereits komplett evakuiert.

Derzeit sei nicht abzusehen, wie hoch die Pleiße noch steigen werde, sagt Fuchs. Das Problem sei die Koberbachtalsperre in Sachsen, die seit dem Sonntagnachmittag überlaufe. Von dort ergieße sich das Wasser zunächst in die Kober und dann in die Pleiße.

Im Ort Stadtroda im Osten Thüringens reißt der angeschwollene Bachlauf ...

... große Teile aus der Fassade eines Wohnhauses. Das gesamte Gebäude ist dadurch vom Einsturz bedroht.

In Wetterzeube (Sachsen-Anhalt) verschafft sich Ministerpräsident Reiner Haseloff in gelben Gummistiefeln einen Überblick über die dramatische Lage.

Dem rund 1800 Einwohner zählenden Ort bei Zeitz drohe das schlimmste Hochwasser seit 1924, erfährt der Regierungschef von den Einsatzkräften. Bereits jetzt sind vielerorts in Sachsen-Anhalt Straßen überflutet, auf Äckern und Wiesen bilden sich riesige Seen.

Die Situation erfordert inzwischen vielfach die Unterstützung der Bundeswehr, wie hier in Caaschwitz an der Weißen Elster. Durch ihre hochbeinigen Fahrzeuge kommt die Truppe mit dem Hochwasser verhältnismäßig gut zurecht.

Andernorts versuchen die Bewohner, sich selbst vor den Fluten zu schützen. In Walschleben stabilisieren Freiwillige den Damm der Gera durch Sandsäcke. Die Gefahr, die von den entfesselten Flüssen ausgeht, sollte nicht unterschätzt werden.

Bereits im Mai starb bei Hannover eine Radfahrerin, die auf einer überfluteten Straße unterwegs war. In Bayern wird bereits seit Tagen ein Mann vermisst, der seinen Hund aus dem Hochwasser retten wollte.

Im baden-württembergischen Reutlingen werden seit Sonntag zwei Menschen vermisst - sie könnten in einen Neckarzufluss gefallen sein. (Das Bild zeigt die Schleuse Obertürkheim in Stuttgart.)

Im Westen der Republik ist die Lage noch nicht ganz so dramatisch wie im Osten, doch auch hier steigen die Pegel. Dieser Spielplatz in Bad Hönningen in Rheinland-Pfalz ist schon nahezu versunken.

Im hessischen Wanfried kämpft sich ein Fluthelfer durch das Wasser. Hier ist die Werra über die Ufer getreten.

Auch in Deutschlands Nachbarländern ist die Situation kritisch. In Tschechien wird am Sonntagabend der Notstand ausgerufen, der U-Bahn-Verkehr in Prag ist fast vollständig eingestellt.

Neben dieser Statue wird dort auch ...

... das Kafka-Museum von der Moldau umspült.

In Prag arbeitet die Feuerwehr unter Hochdruck daran, Barrieren zu errichten, um so größeren Schaden von der Innenstadt abzuhalten.

Für viele Häuser in Flussnähe kommen die Bemühungen der Sicherheitskräfte jedoch schon zu spät.

Mindestens drei Menschen kommen bisher in Tschechien infolge des Hochwassers ums Leben.

In der Schweiz ist der Rhein bei Basel über die Ufer getreten und legt auch dort den Fährbetrieb lahm.

Ebenso spitzt sich in weiten Teilen Österreichs die Hochwassersituation weiter zu. (im Bild: Schärding am Inn)

Der Ort Högmoos nahe Kaprun wird von einer verheerenden Schlammlawine getroffen.

In Salzburg läuft eine Tiefgarage voll Wasser und ist nur noch per Schlauchboot befahrbar.

Mancherorts zieht sich das Wasser bereits zurück und offenbart damit die angerichtete Zerstörung - so wie in diesem Solarium in Zell am See.

In St. Johann im Pongau bei Salzburg werden drei Arbeiter von einem Murenabgang überrascht. Einer von ihnen wird mitgerissen und stirbt.

Die Lage in Österreich entspannt sich allmählich. Eine endgültige Schadensbilanz steht jedoch noch aus.

weitere Bilderserien