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Neujahrsfest in China: Jahr der Schlange bringt Feuer und Wasser

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Der Drache hat ausregiert, ... (Foto: AP)

Der Drache hat ausregiert, ...

Der Drache hat ausregiert, ...

... die Schlange übernimmt die Herrschaft.

Denn am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, zwischen dem 21. Januar und 21. Februar, ...

... beginnt das chinesische Jahr. Der Tag fällt 2013 auf den 10. Februar.

Nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender endet damit das Jahr des Drachens, das Jahr der Schlange beginnt.

Das wird ganz groß gefeiert, vor allem in China und vielen ost- und südostasiatischen Ländern wie Taiwan, Vietnam, Myanmar, Korea und der Mongolei, ...

... aber auch in vielen anderen Ländern und Gebieten mit einem großen Bevölkerungsanteil an Chinesen.

Das chinesische Neujahrfest - übersetzt heißt es "Frühlingsfest" - ist das größte und wichtigste Familienfest in China.

Das Riesenreich kommt während der Feiertage mächtig in Bewegung: ...

Da viele Chinesen ihre Arbeitsplätze nicht mehr dort haben, wo ihre Familie lebt, und oft sogar im Ausland arbeiten, setzt jedes Jahr zum Neujahrsfest die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt ein.

Amtlichen Medien zufolge wurden in diesem Jahr insgesamt 3,4 Milliarden Tickets für Hin- oder Rückfahrten gelöst, insbesondere ...

... von Wanderarbeitern, die aus den großen Städten in ihre ländliche Heimat fahren. Die meisten Chinesen nehmen für das Fest ihren gesamten Jahresurlaub, ...

... um für mindestens zwei Wochen bei der Familie zu sein.

Zudem gibt es drei offizielle Feiertage.

Das Neujahrfest dauert ohne die Vorbereitungsphase 15 Tage.

Die Festvorbereitungen beginnen schon Tage und Wochen vorher.

Die Häuser werden mit Bambuszweigen gereinigt ...

... und dann dekoriert, meist mit Laternen und Papierbändern in Rot, ...

... denn Rot gilt in China als Farbe des Glücks, der Freude und des Wohlstands.

Außerdem soll die Farbe böse Geister abschrecken.

Goldene Glückszeichen werden im Haus angebracht ...

... und Spruchbänder an die Tür gehängt.

Generell wird vor dem Neujahr alles erneuert: Man streicht Wände, ...

... kauft sich neue Kleidung, geht nochmal zum Frisör. Und man kauft ein.

Ganz wichtig ist dabei neben den Lebensmitteln fürs Festtagsessen: Feuerwerk und Böller.

Am Vorabend des Neujahrsfestes versammeln sich die Chinesen im Kreis ihrer Familien und es wird gegessen und getrunken, als gäbe es kein Morgen. Sie schenken sich gegenseitig ...

... rote Umschläge mit Bargeld - vor allem Kinder bekommen welche.

Am Abend verlassen alle das Haus, um das alte Jahr hinauszutragen; Fenster und Türen werden geöffnet, um das Glück des neuen Jahres hereinzulassen.

Draußen wird währenddessen geknallt und geböllert, bis der neue Morgen (und das neue Jahr) anbricht.

Und zwar ohne jede sonst übliche asiatische Zurückhaltung.

Damit soll das böse Ungeheuer Nian verscheucht werden, das sich angeblich vor Feuer und Lärm fürchtet – und vor der Farbe Rot.

Auch der erste Tag des neuen Jahres wird im Kreise der Familie verbracht.

Man gedenkt gemeinsam der Ahnen und erweist ihnen Respekt, ...

... indem man zum Beispiel vor Ahnentafeln Räucherstäbchen opfert.

Auch "Goldbarren" und "Geistgeld" werden verbrannt, damit es die Ahnen im Jenseits erreicht.

Während der gesamten Feiertage werden Theateraufführungen in Klöstern und Tempeln besucht.

Dem Gott des Wohlstandes wird mit Opfergaben gehuldigt.

Das Laternenfest am fünfzehnten Tag bildet den Abschluss der Festlichkeiten.

Dabei gehen die Menschen mit kleinen Lampions auf die Straßen.

Zudem tauchen große, fest aufgestellte Laternen ...

... ganze Plätze in buntes, meist rotes Licht.

Diesmal begrüßen die Chinesen am 10. Februar das Jahr der Schlange, denn ...

... die chinesischen Tierkreiszeichen wiederholen sich in einem Zyklus von zwölf Jahren. Jedes dieser Jahre ...

... steht unter der Regentschaft eines Tieres - Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Schwein -, dem jeweils gewisse Charaktereigenschaften zugesprochen werden.

Den zwölf Tieren des Horoskops werden zudem zyklisch die Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde zugeordnet - 2013 beginnt daher das Jahr der Wasser-Schlange.

Die Wasserschlange könnte viele Umwälzungen mit sich bringen. Große chinesische Führer, die im Jahr der Schlange geboren wurden, sind nicht nur der Revolutionär Mao Tsetung, …

... sondern auch der neue Parteichef Xi Jinping, der im März an die Staatsspitze aufrückt und sogar selbst eine Wasserschlange ist. Sein Geburtsjahr 1953 ...

... brachte der Welt große Veränderungen: Der Korea-Krieg endete, Joseph Stalin starb ...

... und Queen Elizabeth II. übernahm die britische Krone. Besonders ...

... das Schlangenjahr 1989 brachte dramatische Umwälzungen: In China wurde die Demokratiebewegung am 4. Juni blutig niedergeschlagen.

Die Berliner Mauer fiel. 1989 markierte den Anfang vom Ende der Sowjetunion.

Und im letzten Schlangenjahr 2001: unvergessen die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September.

Da die Schlange im chinesischen Horoskop vor allem Feuer besitzt und in diesem Jahr auf das Gegenelement Wasser stößt, sagen Astrologen für 2013 ein Jahr der Konflikte voraus.

Allerdings steht das Wasser auch für die Eigenschaften sanft, flexibel, gemächlich und bescheiden, so dass die Aussichten für Auseinandersetzungen doch eher gemäßigt sein sollen.

Schlangenjahre gelten generell als Jahre der "Häutungen", der Veränderungen. Auch ...

... Chinas "neuer starker Mann" Xi Jinping gibt sich als Reformer, will vieles umkrempeln. Aber Xi Jinping wird es in diesem Schlangenjahr nicht leicht haben, weil es Wahrsagern zufolge für ihn als Wasserschlange nicht unter einem guten Stern steht.

Auch wirtschaftlich soll es für China und den Rest der Welt schwierig werden.

Die zwölf Tierzeichen sollen schließlich sogar Einfluss auf das Investmentklima haben. Laut "Feng-Shui-Index" waren die letzten fünf Schlangen-Jahre nicht ermutigend; in diesem Jahr seien ...

... keine großen Gewinne zu erwarten. Der Einfluss des Wasser führe dazu, dass viel zwischen den Fingern verrinnt.

Es soll also generell schwierig sein, große Ersparnisse oder Vorräte anzulegen - wie Wasser fließt alles davon.

Aber wer sehr gut plant und durchdacht handelt, dem Fluss des Wassers quasi Barrieren setzt, kann auch im Wasserschlangen-Jahr erfolgreich sein.

Bei allen Disharmonien rechnen Astrologen allerdings auch mit Fortschritt und Erneuerung. Nach ...

... der Wiederwahl von Präsident Barack Obama in den USA, dem vollzogenen Generationswechsel in der Führung in China, dem Regierungswechsel in Japan, der Wahl einer Präsidentin in Südkorea und der im September bevorstehenden Bundestagswahl beginnt im Schlangenjahr auch weltpolitisch eine neue Phase.

Wer im Jahr der Schlange geboren ist, ...

... gilt als klug, tiefsinnig und logisch denkend. Unter ihrer ruhigen Oberfläche sollen Wachsamkeit, Geschwindigkeit und manchmal auch Unberechenbarkeit lauern, weil die Schlange unerwartet vorschnellen kann.

Ihnen wird auch nachgesagt, aalglatt, undurchsichtig und listig zu sein.

Im Umgang mit Geld seien Schlangen nicht verschwenderisch, heißt es.

Im Beruf werden ihnen Organisationstalent, schnelle Entscheidungen und ein besonderes Gefühl für den richtigen Zeitpunkt nachgesagt.

Berühmte Schlangen sind der Musiker Bob Dylan, ...

... der US-Präsident John F. Kennedy, ...

... der Philosoph Jean Paul Sartre, ...

... der Schauspieler Ben Stiller, ...

... Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew, ...

... die indische Politikerin Indira Gandhi ...

... oder der Opernsänger Placido Domingo.

Das "Jahr der Schlange" endet am 30. Januar 2014 - danach beginnt das "Jahr des Pferdes". (Text: Andrea Beu, mit dpa)

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