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Industrieland in größter Not: Japan: verwüstet, verzweifelt, verstrahlt

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Jetzt gibt es sie wieder: ... (Foto: dpa)

Jetzt gibt es sie wieder: ...

Jetzt gibt es sie wieder: ...

... Die Bilder, vor denen sich Millionen Menschen fürchten.

Männer in Schutzanzügen.

Sie untersuchen Menschen ohne Schutzanzüge auf radioaktive Strahlung.

Die Horror-Seite des Atomzeitalters wird in Japan - 25 Jahre nach Tschernobyl - erneut Wirklichkeit.

Über 100 Menschen sind bereits verstrahlt.

Unsichtbar, geruchlos, tödlich.

Die Strahlung kommt von hier, dem Kernkraftwerk Fukushima 1.

Es ist ist eines der größten Japans.

Es hat insgesamt sechs Blöcke, die in Betrieb sind. Zwei weitere waren noch geplant.

Nach dem Erdbeben am Freitag springen zunächst die Notstromaggregate an, fallen jedoch nach einer Stunde an den Blöcken 1,2 und 3 aus. Die Reaktoren werden automatisch heruntergefahren.

Doch die Kühlsysteme sind beschädigt.

In dem Fall kann es eine Kernschmelze geben, die zu einer unkontrollierten Kettenreaktion und zum Austritt starker Radioaktivität führen kann.

Der Betreiber Tepco veranlasst, dass Ventile geöffnet und radioaktiver Wasserdampf freigesetzt wird.

In der Nähe des AKW wird kurz danach radioaktives Cäsium festgestellt. Experten vermuten deshalb, dass in dem Reaktor längst eine Kernschmelze abläuft.

Dann ereignet sich eine Explosion. Das Dach von Reaktorgebäude 1 wird vermutlich durch eine Wasserstoff-Verpuffung zerstört.

Die Regierung erweitert den Evakuierungkreis auf 20 Kilometer.

Die Menschen werden aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und Klimaanlagen ausgeschaltet zu lassen. Außerdem sollen sie einen Mundschutz tragen und kein Leitungswasser trinken.

Viele Anwohner hatten das Gebiet schon vorher freiwillig verlassen. Auch gibt es Hamsterkäufe.

Stück für Stück gibt auch der Betreiber zu, was längst offensichtlich ist: Japan steht vor einem GAU - oder hat ihn längst.

Wohl auch, weil in dem Reaktor Fukushima 2, etwas zeitversetzt, die Problematik ähnlich verläuft. In zwei weiteren Reaktoren gibt es ebenfalls große Probleme.

Inzwischen setzt eine wahre Fluchtwelle ein. Die Straßen sind verstopft.

Das Land hat eine leidvolle Geschichte in Sachen Atom: Die Bombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki sind ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Den meisten sind die schweren Folgen also bewusst, die eine nukleare Verseuchung haben kann.

Parallel zu den schweren Problemen mit den Kernkraftwerken herrscht an der Ostküste das absolute Chaos.

Die Zahl der Toten steigt Stunde um Stunde an.

Ebenso die Anzahl derer, die vermisst werden.

Hunderttausende sind in diesen Tagen voller Sorge um ihre Freunde und Verwandten.

Von zahlreichen Dörfern und Ortschaften ist nichts übriggeblieben.

Tausende Menschen werden wahrscheinlich für immer vermisst bleiben.

Ihr Schicksal wird sich nicht mehr klären lassen.

Auf den Straßen bieten sich apokalyptische Bilder.

Verletzte warten auf Hilfe, ...

... Verzweifelte auf Zuspruch und Trost.

Suchtrupps sind Tag und Nacht in den Trümmern unterwegs.

Und auch die Internationale Hilfe läuft immer mehr an.

Die USA etwa schicken Flugzeugträger ...

... und Soldaten in den humanitären Einsatz.

Und auch Deutschland leistet Nothilfe.

Das THW ist mit Suchhunden vor Ort.

Japan muss neben den vielen Opfern auch einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden verkraften.

Der Wiederaufbau wird Monate, wahrscheinlich eher Jahre dauern.

Den Japanern wurde erst am Morgen nach der Katastrophe, ...

... nach dem Beben und dem mächtigen Tsunami richtig klar, was geschehen war.

Mit ungeheurer Wucht fraß sich das Wasser ins Landesinnere.

Es zog und schob alles mit sich.

Es rollte über Hindernisse, ...

... vollgetankt mit Kraft während der nur kurzen Strecke über den Pazifik.

Tausende Menschen sind nach dem Unglück früh auf der Straße, ...

... um sich ein Bild zu machen von den schweren Verwüstungen.

An der nordöstlichen Küste: Chaos.

Tausende Häuser sind dem Erdboden gleichgemacht.

Das Hab und Gut: zerstört.

Schwere Schiffe, herumgewirbelt wie Spielzeug.

Autos: umgeworfen.

Bahngleise: verdreckt und unterspült.

Die Natur, das wird der Welt klar, ist eine gewaltige Kraft, die den Menschen in Minuten in die Knie zwingen kann.

Gasleitungen und Öltanks brennen.

Die Feuerwehren wissen kaum, wo sie anfangen sollen.

Ein Durchkommen ist fast nicht möglich.

Die Infrastruktur ist zerstört.

Besonders für die Älteren zählt jede Minute.

Das größte Problem: frisches Wasser.

Leitungen und Rohre sind kaputt.

Die Stromversorgung ist vielerorts zusammengebrochen.

Und es drohen schwere Umweltschäden.

Dazu kommt: Immer wieder gibt es Nachbeben, die Angst und Schrecken verbreiten.

Dutzende sind es nach dem Hauptbeben.

Zeitweise wackelt die Erde noch alle 20 Minuten.

Japan nach dem Tsunami.

Das Land befindet sich mitten im einem Alptraum.

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