Bilderserie

Das Millionenheer der Obdachlosen: Jenseits vom amerikanischen Traum

Bild 1 von 30
Fast 15 Prozent der US-Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze, die Obdachlosigkeit in den Vereinigten Staaten nimmt inzwischen katastrophale Ausmaße an. Stacie McDonough hat zumindest einen Unterschlupf finden können: in einem Obdachlosen-Zeltlager nahe dem Flughafen von Los Angeles. (Foto: REUTERS)

Fast 15 Prozent der US-Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze, die Obdachlosigkeit in den Vereinigten Staaten nimmt inzwischen katastrophale Ausmaße an. Stacie McDonough hat zumindest einen Unterschlupf finden können: in einem Obdachlosen-Zeltlager nahe dem Flughafen von Los Angeles.

Fast 15 Prozent der US-Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze, die Obdachlosigkeit in den Vereinigten Staaten nimmt inzwischen katastrophale Ausmaße an. Stacie McDonough hat zumindest einen Unterschlupf finden können: in einem Obdachlosen-Zeltlager nahe dem Flughafen von Los Angeles.

Neben Zelten leben die Obdachlosen dort auch in einer Reihe von Wohnmobilen.

Als er sich die Miete von 1100 Dollar für seine Wohnung nicht mehr leisten kann, wird Bernhard Leatherwood (l.) vor sieben Jahren obdachlos. Mit seinem Freund Arthur Johnson haust er gemeinsam in diesem Wohnmobil.

In so einem Wohnmobil wohnt auch Dan. Ihm bleiben nur noch seine drei Katzen: Seit zehn Jahren ist er obdachlos.

Samuel Cole ist ein pensionierter LKW-Fahrer. Vor zwei Jahren verliert auch er seine Wohnung, weil er die Mieterhöhung von 100 Dollar nicht aufbringen kann.

Der kaum noch bezahlbare Wohnraum gilt als Hauptgrund für die hohe Zahl an Obdachlosen in den USA. Auch Marvin Law lebt deshalb seit 15 Jahren in diesem Van.

Obdachlosigkeit "nimmt einem den Spaß am Leben", sagt dieser junge Mann. Dontray Williams lebt in einem Zelt auf den Straßen von Los Angeles.

Auch in normale PKWs ziehen sich viele der Obdachlosen zurück. Dieser Cadillac gehört Victor Augustine, ...

... darin schläft der Obdachlose Nacht für Nacht.

Als Karen Souzas Mann verhaftet wird und ihre Kinder außer Kontrolle geraten, gerät ihre Welt ins Wanken. Sie landet auf der Straße. Das ist jetzt zehn Jahre her. Mit ihrem Hund lebt sie heute unter dieser Autobahnbrücke bei Los Angeles.

Dort lernt sie auch Kathleen Fox mit ihrem Hund "Pork Chop" kennen. Fox flieht vor 14 Monaten unter die Autobahnbrücke, um dem Teufelskreis der Drogen zu entkommen, die sie über 30 Jahre konsumiert hat. "Meine Hoffnung ist, jetzt wieder eine Wohnung zu finden und mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Aber es ist gefährlich, weil die Drogenbanden nicht locker lassen und mir drohen", sagt Fox. Tatsächlich kontrollieren Gangs aus Los Angeles ganze Blocks und die Polizei scheint machtlos.

Charles Heard lebt seit über einem Jahr in seinem Wohnmobil. Nur das wichtigste Hab und Gut haben die meisten Obdachlosen bei sich. Manches sammeln sie im Laufe der Zeit, um ihren Unterschlupf einzurichten.

Selbst die kleinen Details machen das Lager für die Obdachlosen ansatzweise wohnlich.

Auch im Osten der Vereinigten Staaten entwickelt sich die Lage dramatisch. In Washington D.C. hausen die Betroffenen in Zelten an der Autobahn. Dieses Lager gehört zur Organisation "Share and Wheel" und ist eine von mehreren sogenannten "Tent Cities". Das sind ortsungebundene Communities von bis zu 100 Obdachlosen, die gemeinsam in einem Zeltlager leben. "Die Idee hinter unserer 'Tent City' ist ein Ort voller Frieden und Ruhe, ohne jede Gewalt", sagt der Obdachlose James Bannister.

So denkt auch die schwangere Lovenia Evans: "Das ist meine zweite Woche hier im Zelt - es ist besser als auf der Straße oder dem Bürgersteig zu liegen."

Owen Makel lebt seit 14 Jahren auf der Straße: "Sie müssen verstehen, dass wir auch ein Leben haben. Wir wollen nicht auf der Straße kauern, aber wir haben keine Alternative. Da ist kein anderer Platz, wo man hinkönnte."

Clyde Burgit und seine Frau Helen wohnen ebenfalls in der "Tent City": "Wir achten hier alle aufeinander und verstehen uns, das ist toll."

Am Rande von Seattle steht ein weiteres nicht genehmigtes Zeltlager für Obdachlose. Da der Bedarf so groß ist, kommen immer mehr solcher selbstorganisierten Communities hinzu.

Laut Amnesty International leben 3,5 Millionen Menschen in den USA auf der Straße. Ein Drittel von ihnen sind Kinder wie die sechsjährige Emma Savage.

Emma öffnet eine Karte von ihrem Vater Robert Rowe zum sechsten Geburtstag.

Matt Hannahs und sein Sohn Devin sitzen bei einem Lagerfeuer im Obdachlosen-Zeltlager "Nickelsville" in Seattle. "Dass wir hier leben, sieht Devin überhaupt nicht negativ. Als kleiner Junge empfindet er es als ein Abenteuer", erzählt der Vater.

Daniel Paul Oakes ist seit dreieinhalb Jahren obdachlos. Im Lager "Nickelsville" schraubt er regelmäßig an seinem Fahrrad. "Meistens kommen hier alle gut miteinander aus. Trotzdem hätte ich gerne einen festen Job, der mich hier rausholt."

Manche der Erwachsenen fühlen sich sogar wohl in den Zeltlagern, so Kadee Ingram mit ihrem zweijährigen Sohn Sean in der "Tent City 3" außerhalb von Seattle: "Mein Mann, mein Sohn und ich mögen es hier sehr. Wir fühlen uns sicher und wünschten, wir hätten eher davon erfahren."

Für Aaron Ervin ist "Tent City 3" ein Rettungsanker, sagt er. "Hier kann ich über mein Leben nachdenken und mich neu sammeln. Ich will mich vorbildlich benehmen und einfach einen guten Einfluss auf das Camp nehmen."

Auf einem gemeinsamen Fernseher können die Bewohner von "Tent City 3" sogar ein NFL-Football-Spiel ansehen.

Der Großteil der Obdachlosen lebt in den USA allerdings außerhalb gemeinsamer Zeltlager immer noch auf der Straße. Manchen kommt trotz allem noch ein Lächeln über die Lippen, so wie diesem Mann namens Dong, der mit seinen Habseligkeiten am Embarcadero-Damm von San Francisco sitzt.

Die öffentlichen Gelder für sozialen Wohnraum und Wohlfahrtsprogramme sind knapp. Dafür springen viele Hilfsorganisationen in die Bresche und kümmern sich um die Obdachlosen, sei es mit einem besonderen Essen ...

... wie hier bei einem frühen Thanksgiving-Mahl der Los Angeles Mission oder mit anderweitigen Spenden.

Die Behörden der US-Städte gehen resolut gegen die ungenehmigten Lager der Obdachlosen vor. Immer wieder lösen sie diese auf und vertreiben die Bewohner. So müssen diese meist weiterhin ihren Schlaf mitten auf der Straße suchen, ...

... weil sie keinen anderen Platz für sich finden.

weitere Bilderserien