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"Stiefel ins Genick": Ölpest verseucht die Küsten

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Das Desaster ist nicht mehr zu übersehen. (Foto: AP)

Das Desaster ist nicht mehr zu übersehen.

Das Desaster ist nicht mehr zu übersehen.

Die Ölpest im Golf von Mexiko, ...

... ausgelöst durch den Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" vor zwei Wochen.

Immer mehr tote Tiere ...

... werden an die Küsten der USA geschwemmt.

Helfer tun ihr Bestes, ...

... um wenigstens einige von ihnen zu retten.

Eine Sysiphosaufgabe.

Noch immer ergießen sich täglich an die 800.000 Liter klebriges Rohöl in das fisch- und artenreiche Gewässer.

"Wir haben es mit einer massiven und möglicherweise noch nie dagewesenen Umweltkatastrophe zu tun", sagt US-Präsident Barack Obama bei einem Besuch in der Katastrophenregion.

Er kündigt "komplett koordinierte, entschlossene Hilfsmaßnahmen" an.

Die US-Regierung setzt neue Ölbohrungen vor der Küste vorerst aus, bis die Ursachen für die Katastrophe geklärt sind.

Innenminister Ken Salazar kündigt an, BP den "Stiefel ins Genick" zu stellen, ...

... damit der Konzern seiner Verantwortung gerecht werde.

Als Reaktion auf die Ölpest bereitet der Senat in Washington ein neues Gesetz vor, das die Haftung von Konzernen für die wirtschaftlichen Folgeschäden von Ölverschmutzungen im Meer kräftig erhöhen soll.

Künftig sollen die verantwortlichen Unternehmen mit bis zu 10 Milliarden Dollar für Folgeschäden etwa im Tourismus- oder Fischereibereich haften, heißt es in dem Gesetzesentwurf.

Nach bislang geltendem Recht müssen die Unternehmen zwar für die Beseitigung des Öls und die Reinigung der Küste zahlen; ...

... für Entschädigungen an Betriebe gilt aber eine Obergrenze von 75 Millionen Dollar.

Dabei werden die Fischer ...

... und der Tourismus am Golf von Mexiko enorme Einbußen erleiden.

BP hat zwar angekündigt, sämtliche Kosten für Reinigung und Schadenersatzansprüche zu übernehmen.

BP werde "alle nötigen und angemessenen Kosten für die Reinigung" übernehmen, heißt es in einer Mitteilung auf einer eigens eingerichteten Internetseite.

BP werde "alle legitimen Forderungen wegen Schäden und Verlusten bezahlen, ...

... die objektiv überprüft werden können und mit der Ölpest zusammenhängen".

Die Ratingagentur Fitch schätzt die Kosten für die Reinigung auf zwei bis drei Milliarden Dollar, umgerechnet bis zu 2,25 Milliarden Euro.

Versicherungen und Rückversicherungen rechnen inzwischen damit, dass die Ölpest an die 1,5 Milliarden Dollar kostet.

Allerdings lässt sich ein Großteil der Schäden nicht mit Geld aufwiegen.

Zwar bemüht sich BP immer noch um Schadensbegrenzung und gibt sich optimistisch, ...

... mit technischen Mitteln die Katastrophe meistern zu können.

So soll in Kürze eine überdimensionale Kuppel über die Öllöcher in 1500 Metern Tiefe gestülpt werden, ...

... aus denen seit Wochen das Öl in den Golf von Mexiko sprudelt..

Die Vorrichtung unter Wasser funktioniert wie ein Deckel, unter dem sich das Öl ansammelt.

Das System wurde allerdings noch nie in einer solchen Wassertiefe getestet.

In 1500 Metern Tiefe im Golf von Mexiko habe man das Problem, "dass diese Kuppel den Druck, der da unten herrscht, eventuell nicht aushalten kann", sagt Catalin Theodoriu von der TU Clausthal im Interview mit n-tv.de.

BP hofft ferner, wenn das Wetter es erlaubt, ...

... einen Teil des Öls abfackeln zu können.

Die drastische Methode ist umstritten, da große Mengen giftigen Rauchs in den Himmel steigen und verbrannte Ölreste im Meer zurückbleiben.

Der Einsatz schwimmender Barrikaden, die das Öl von der Küste fernhalten sollten, ...

... bleibt dagegen bisher so gut wie wirkungsvoll.

Das Öl schwappt einfach über ...

... und bewegt sich ungehindert auf die Küsten zu.

Auch alle Versuche, die Lecks mit Unterwasser-Robotern zu schließen, ...

... sind vergeblich.

Inzwischen wird die Katastrophe immer häufiger mit dem Untergang der Exxon Valdez verglichen.

Damals liefen im Prinz-William-Sund in Alaska rund 40 Millionen Liter Öl ins Meer.

Die "Exxon Valdez" war allerdings ein Tanker mit einer bestimmten Ölmenge an Bord, ...

... während bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko das Öl direkt aus einem Förderloch austritt - ...

... im schlimmsten Fall so lange, wie der Druck anhält.

Oder bis BP das Loch stopft, ...

... was allerdings noch Wochen dauern könnte.

Am Sonntag hätten die Bohrungen für einen "Nebenzugang" zu der ursprünglichen Ölquelle begonnen, teilte das britische Unternehmen inzwischen mit.

Dies sei ein "entscheidender Schritt, um den Öl-Ausfluss dauerhaft zu stoppen", so BP-Chef Tony Hayward.

Die Bohrung geht demnach bis zu vier Kilometer unter den Meeresgrund und dauert "rund drei Monate".

Alles sieht danach aus, ...

... als würde die Katastrophe noch eine Weile andauern.

Und das ganze Ausmaß der Schäden ist noch immer ...

... nicht absehbar.

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