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Aus dem Rampenlicht ins Vergessen: Prominente Alzheimer-Kranke

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Rudi Assauer wird durch Blackouts auf seine Erkrankung aufmerksam. Daraufhin wird bei ihm Alzheimer diagnostiziert. Allein ist er mit dieser Diagnose längst nicht mehr. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Rudi Assauer wird durch Blackouts auf seine Erkrankung aufmerksam. Daraufhin wird bei ihm Alzheimer diagnostiziert. Allein ist er mit dieser Diagnose längst nicht mehr.

Rudi Assauer wird durch Blackouts auf seine Erkrankung aufmerksam. Daraufhin wird bei ihm Alzheimer diagnostiziert. Allein ist er mit dieser Diagnose längst nicht mehr.

Eine der ersten Alzheimer-Kranken und damit zu einer gewissen Berühmtheit gekommen ist Auguste Deter. Nicht zuletzt über ihren Fall referiert der Psychiater Alois Alzheimer am 3. November 1906 in Tübingen, als er erstmals "Über einen eigenartigen schweren Erkrankungsprozess der Hirnrinde" spricht.

Zu den frühen bekannten Opfern der Krankheit gehört auch die Kinderbuchautorin Enid Blyton. Ihr Mann versucht die Erkrankung zu verbergen und nach außen das Bild einer geistig aktiven Frau aufrechtzuerhalten - auch als sie längst nicht mehr zusammenhängend schreiben kann.

Rita Hayworth, auf der Leinwand die "Liebesgöttin", erkrankt bereits vor ihrem 60. Geburtstag an Alzheimer. Ihre Tochter pflegt sie bis zu ihrem Tod 1987.

Die Krankheit trifft nicht nur die Schönen, sondern auch die scheinbar Harten. Über 120 Film- und Fernsehrollen spielt Charlton Heston und bleibt bis ins hohe Alter gefragt. Im August 2002 informiert er die Öffentlichkeit über seine Krankheit, 2008 stirbt er.

Peter Falk erlangt als Columbo Weltruhm. 2007 wird seine Alzheimer-Erkrankung bekannt, die sehr schnell fortschreitet. Schon 2009 hat Falk seine legendäre Figur vergessen, 2011 stirbt er an einer Lungenentzündung.

Obwohl Charles Bronson sein Privatleben immer hermetisch abschirmt, erfährt die Öffentlichkeit von seiner Alzheimer-Erkrankung Ende der 1990er Jahre. Bronson lebt nur wenige Jahre mit der Krankheit, er stirbt 2003.

Auch James Doohan, der einstige Chefingenieur der "Enterprise", gehört zu den Alzheimer-Kranken. "Scotty" leidet zunächst an Diabetes und Parkinson, am Ende wird auch noch die Krankheit des Vergessens bei ihm diagnostiziert.

Dass die französische Schauspielerin Annie Girardot an Alzheimer leidet, verbergen enge Freunde sowohl vor ihr als auch vor der Öffentlichkeit. So kann Girardot zunächst weiter Filme drehen. Nach einem Zusammenbruch schreitet die Krankheit dramatisch voran, Girardot stirbt 2011.

Harald Juhnke ist lange vor allem für sein grandioses Spiel und seine schweren Alkoholabstürze bekannt. Schließlich erkrankt er am Korsakow-Syndrom, einer durch Alkoholismus beförderten Form der Demenz. Er bricht bei Dreharbeiten zusammen und kann danach nicht mehr arbeiten. 2005 stirbt er an den Folgen seiner Krankheit.

Inge Meysel spielt in einer ihrer letzten Rollen in "Die blauen und die grauen Tage" eine hochbetagte Dame, die an Alzheimer leidet. Es ist ihr eigenes Schicksal, seit 2003 leidet sie an Altersdemenz. Dennoch spielt sie noch in ihrem Todesjahr 2004 in einer Polizeiruf-Folge mit.

Der Geiger Helmut Zacharias zieht sich wegen seiner Erkrankung an den Lago Maggiore zurück, wo er 2002 stirbt. Während seiner letzten Lebensjahre kann er das Instrument nicht mehr spielen.

Der Pop-Art-Künstler Willem de Kooning malt trotz Alzheimer weiter. Obwohl er seine Familie nicht mehr erkennt, hat er von Beginn der 1980er Jahre bis zu seinem Tod 1997 eine sehr produktive Schaffensperiode, in der mehr als 300 Ölbilder entstehen.

Der Boxer Bubi Scholz kämpft lange gegen die Krankheit an. Doch an seinem 70. Geburtstag erkennt er nicht einmal mehr seinen besten Freund, Gunther Pfitzmann.

Um Trainer-Legende Helmut Schön wird es am Ende immer stiller. Seine letzten Jahre verbringt er, von Alzheimer gezeichnet, in einem Pflegeheim.

Die politischen Reden von Herbert Wehner bleiben unvergessen. Seine Demenz wird durch einen langjährigen Diabetes ausgelöst. Er stirbt 1990, leidet aber schon als Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag an den ersten Zeichen der Krankheit. Er kann sich die Namen seiner Fraktionskollegen nicht mehr merken.

Als Walter Jens Alzheimer bekommt, begleitet ihn seine Familie. Sein Sohn Tilman veröffentlicht ein Buch über die Erkrankung seines Vaters und stößt damit eine Debatte über die Tabuisierung der Krankheit an.

Offen geht auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen mit der Alzheimer-Krankheit ihres Vaters um. Die Familie zieht in das Haus des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten, Ernst Albrecht. Fünf Jahre nach der Diagnose hält Albrecht dort zu seinem 80. Geburtstag eine Rede. Er beweist damit, wie vielfältig die Krankheit ist.

Mit der Krankheit kämpft auch die frühere Eiserne Lady, Margaret Thatcher. Ihre Tochter Carol berichtet, sie müsse ihrer Mutter immer wieder mitteilen, dass deren Ehemann 2003 gestorben sei. An ihre Zeit in Downing Street Nr. 10 könne sich Thatcher hingegen noch klar erinnern.

"Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt", mit diesen Worten informiert US-Präsident Ronald Reagan seine Landsleute über seine Diagnose Alzheimer. Er verliert die Sprache und erkennt nach 40 Jahren Ehe seine Frau Nancy nicht mehr.

Gunter Sachs fürchtet Alzheimer zu haben, "die ausweglose Krankheit A." nennt er sie in seinem Abschiedsbrief, bevor er sich das Leben nimmt. Für ihn ist die Krankheit eine Katastrophe, mit der er nicht mehr weiterleben will. Ob er wirklich Alzheimer hatte, wird ungeklärt bleiben.

Rudi Assauer hat Alzheimer, er schreibt darüber in einem Buch und gibt Interviews. Seine Reise ins Vergessen beginnt erst.

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