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Berlusconis Herzensdiebin: Ruby Rubacuori – die Gefährliche

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Diese junge Frau wird für den ehemaligen Ministerpräsidenten Italiens gefährlich. (Foto: REUTERS)

Diese junge Frau wird für den ehemaligen Ministerpräsidenten Italiens gefährlich.

Diese junge Frau wird für den ehemaligen Ministerpräsidenten Italiens gefährlich.

Vor Jahren soll Silvio Berlusconi gegen Bezahlung Sex mit ihr gehabt haben. Unter anderem dafür wurde er nun zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sein Anwalt will das Urteil aber anfechten.

Die Frau, um die es geht, heißt Karima El-Marough.

Besser bekannt als: "Ruby Rubacuori" (Ruby Herzensdiebin). Oder kurz: "Ruby".

Wer ist die Frau, die Berlusconi nun eine weitere Verurteilung einbrachte?

Die 1992 geborene Marokkanerin soll für Geld und Schmuck auf "Bunga-Bunga"-Partys des italienischen Regierungschefs gewesen sein, als sie noch minderjährig war.

Durch den Fall Berlusconi in die Schlagzeilen geraten, berichtete Ruby alias Karima schon bald öffentlich über ihr Leben.

In einem herzzerreißenden TV-Interview berichtete die Tochter eines marokkanischen Gemüsehändlers über ihre Ankunft auf Sizilien und wie sie im Alter von nur neun Jahren von zwei Onkeln vergewaltigt worden sei.

Als sie Katholikin werden wollte, hätte ihr Vater sie mit einer Bratpfanne brutal zusammengeschlagen. Die Narben seien noch heute zu sehen. "Sie fantasiert", kommentierte ihr Vater. Doch Rubys TV-Tränen machten einen anderen Eindruck.

Immer wieder soll das hübsche Mädchen aus einem Heim für Minderjährige ausgerissen sein, bis sie als Teenager bei einem Schönheitswettbewerb auf den Chef von Berlusconis TV-Sender Rete 4, Emilio Fede, traf.

Fede lud sie zu einer Party nach Mailand ein, Gastgeber war der Ministerpräsident. Ruby sei damals 16 gewesen, berichteten italienische Medien.

Wann und wie Ruby Berlusconi zum ersten Mal traf, bleibt unklar. In mitgeschnittenen Telefonaten soll die Marokkanerin erklärt haben, bereits mit 16 als Berlusconis Gast mit ihm intim gewesen zu sein. Öffentlich streiten beide alles ab.

Im Sommer 2010 wurde Ruby bezichtigt, 3000 Euro gestohlen zu haben. Berlusconi rief persönlich auf einer Wache in Mailand an, um sie vor der Festnahme zu bewahren.

Sie sei die Nichte des damaligen ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak, erklärte er - und bekam das Mädchen frei. Später sagt er aus, dass Ruby ihn belogen habe und er sie tatsächlich für die Nichte Mubaraks gehalten hätte.

Erst danach wurde die vermeintliche Beziehung zwischen Ruby und Berlusconi bekannt. Seit Dezember 2010 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger.

Zwischenzeitig sagte Ruby aus, mehrere Millionen Euro erhalten zu haben. Das bestreitet sie inzwischen. Sie habe nur angeben wollen.

Ruby sagt nun aus, für ihre Auftritte auf den "Bunga Bunga"-Partys mit Kleidung, Schmuck, einem Auto und 30.000 Euro bezahlt worden zu sein.

Sex hatte sie mit Berlusconi aber nicht, behauptet sie. Die Staatsanwaltschaft will dagegen herausgefunden haben, dass es 13 Mal zu Geschlechtsverkehr kam. Auch die Richter glauben Ruby letztendlich nicht.

Die Italiener verziehen ihrem Ministerpräsidenten vieles. Im Parlament überstand er Ende 2010 eine Vertrauensabstimmung und ein Misstrauensvotum. Die Kommunalwahlen im Mai 2011 verlor seine Partei allerdings.

Partygirl Ruby zeigte sich derweil auf dem Wiener Opernball. Österreichs Medien waren empört.

Bei den jüngsten Wahlen kandidierte Berlusconi nicht mehr. Der Grund war aber wohl weniger die Ruby-Affäre als die desolate Lage seines Landes. Die Finanzkrise hatte das Land schwer getroffen, Berlusconi schaffte es nicht, Vertrauen zurückzugewinnen.

Ruby möchte sich zu all dem nicht mehr äußern. Außerhalb des Gerichts schweigt sie. Nur so viel: Sie wolle einfach ihre Ruhe haben.

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