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Verkleidung, Rollenspiele, Verabredung: Sex wird immer mehr zelebriert

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Kuschelsex war einmal! (Foto: REUTERS)

Kuschelsex war einmal!

Kuschelsex war einmal!

Der Sex der Zukunft heißt Gourmet-Sex.

So bezeichnet Trendforscher Matthias Horx das exklusive Liebesspiel, aufwendig und verführerisch inszeniert ...

... wie ein opulentes Sechs-Gänge-Menü.

Sex und Erotik sind heute entscheidende Faktoren für eine erfüllte Partnerschaft, glaubt Horx.

Da die Erotik aber tendenziell im Lauf der Jahre verschwindet, "müssen sich Mann und Frau etwas einfallen lassen".

Genau deshalb werde Sex heutzutage auch immer mehr zelebriert oder wie ein Gourmet-Menü zubereitet, verrät der Zukunftsforscher.

Dafür würden Kulturtechniken eingesetzt, die es früher nicht gab. Dazu gehören laut Horx Fetischisierung, ...

... Rollenspiele, ...

... Verabredungen und ...

... Inszenierungen.

Die Zeiten, in denen Themen wie Sex und Erotik noch als Tabu galten, sind lange vorbei.

Mann und Frau setzen sich längst mit ihren individuellen Wünschen und Lüsten auseinander - und reden auch darüber.

Junge Paare gehen zusammen in den Sexshop und kaufen ungezwungen ...

... Dildos oder Reizwäsche.

Man experimentiert im Bett, versucht Rollenspiele oder ...

... was auch immer. Laut Horx entsteht so eine erotische Gourmet-Kultur, aber nicht, weil man sich nicht treu sein will, sondern weil man sich treu sein will.

Man ist romantisch, aber man weiß auch, dass erotische Gefühle wachgehalten werden müssen.

Während unsere Großeltern nur eine oder maximal zwei Partnerschaften durchlebten, ...

... zählen Mann und Frau heutzutage im statistischen Durchschnitt im Laufe des Lebens fünf bis zwanzig Liebespartner.

Aber nicht nur die Anzahl der Liebespartner ist stark gestiegen, auch die Festlegung auf einen Lebenspartner findet heute viel später statt als zu Großvaters Zeiten.

Der Glaube an eine Liebe auf Lebenszeit werde trotzdem nicht verschwinden, sagt Horx. Und Treue wollen die Menschen nach wie vor.

Laut Horx geht der Trend zur seriellen Monogamie: Man ist sich treu, aber nacheinander.

Früher sind Männer aus der Ehe heraus häufiger heimlich fremdgegangen, nicht selten mit stillschweigendem Einverständnis der Frauen.

Das ist heute anders: Seitensprünge oder mieser Sex führen viel schneller zur Trennung, beobachtet Horx.

Außerdem gebe es immer mehr Menschen, die lange Zeit Distanzbeziehungen pflegen.

Dabei kommt es laut Horx oft zu Vereinbarungen, die durchaus für beide Seiten okay sein können, die auch nicht immer absolute Treue beinhalten müssen.

Bereits vor drei Jahren hat der renommierte Trendforscher für einen großen Erotikkonzern sieben Sextypen ermittelt und sie mit wundervollen Namen versehen.

Als "überinformierte Einsteiger" bezeichnet Horx vor allem Teenager, die aufgrund der modernen Massenmedien wesentlich früher und viel detaillierter über Sex Bescheid wissen, als die Generationen zuvor. Weil ihnen aber praktische Erfahrungen fehlen, sind sie bei ihrem ersten Mal genau so unsicher.

Vor allem Experimentierfreudigkeit zeichnet die "Young Experimental Couples" aus. Dazu gehören junge Paare zwischen 20 und 30 Jahren, die auch mal ihre gewohnte Umgebung verlassen, um neue erotische Abenteuer zu erleben.

Die Zeiten, in denen reine Herrenwahl vorherrschte, sind vorbei. Vor allem Frauen unter 35 Jahren nehmen sich heute das gleiche Recht raus wie Männer: "Cool Cats" daten und erobern das andere Geschlecht. Sie sagen, was sie wollen. Vor allem, wenn es um Sex geht.

Gerade Eltern sollten sich ab und zu einmal etwas Ruhe gönnen. Der neue Sextyp "Pleasure Parents" versucht sich mehr Zeit fürs Genießen zu nehmen - und dabei geht es dann vor allem um Sex.

Den "High Performern" ist neben einem perfekten Aussehen auch ein aufregendes Sexleben wichtig. Sex ist für sie ein Hobby, genau so wie Sport und Fitness.

Auch Frauen über 40 wollen tollen Sex haben. Besonders wenn es sich dabei um gut situierte Karrierefrauen handelt. "Lover Ladies" bevorzugen meist jüngere Liebhaber.

Mit "Sex Gourmets" bezeichnet Horx die Genießer, wenn es um Sex geht. Hierzu zählen besonders Frauen und Männer über 50 Jahre, deren sexuelles Interesse auch im Alter nicht nachlässt.

Horx ist davon überzeugt, dass sich die Trends kontinuierlich fortsetzen werden. Die erotische Kompetenz werde sich immer weiter erhöhen und hundert neue Sextypen werden dazukommen.

Der These, dass es eine starke Hinwendung zur Asexualität gibt, erteilt Horx eine Absage: "Es gibt immer wieder Phasen und Menschengruppen, in und bei denen Enthaltsamkeit positiv bewertet wird - ...

... aber um es drastisch auszudrücken: Gevögelt wird immer. Im Schnitt nicht mehr und nicht weniger als früher, vielleicht aber ein wenig freier und lustvoller und weniger verklemmt. Und mit mehr Abwechslung."

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