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Zum Tod von Otto Sander: Vielseitig, talentiert und erfolgreich

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Am 12. September 2013 starb Otto Sander im Alter von 72 Jahren. (Foto: REUTERS)

Am 12. September 2013 starb Otto Sander im Alter von 72 Jahren.

Am 12. September 2013 starb Otto Sander im Alter von 72 Jahren.

Eigentlich wollte Sander Regisseur werden. Deshalb schrieb er sich nach dem Wehrdienst 1962 an der Ludwig-Maximilians-Universität ein und studierte dort Theaterwissenschaften, Germanistik, Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie.

Dann entschied er sich doch lieber für den Schauspielberuf und nahm ab 1964 Unterricht an der Otto-Falkenberg-Schule für darstellende Kunst.

Nach einigen kleineren Engagements ging der gebürtige Hannoveraner dann 1970 an die neu gegründete Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin.

Dort spielte er mit Schauspielkollegen wie Bruno Ganz in dem Stück "Der Ritt über den Bodensee" ...

... und Sylvie Brörmann in der Uraufführung von "Death, Destruction and Detroit" im Jahr 1979. Sander arbeitete außerdem unter anderem mit den Regisseuren Luc Body, Wilfried Minks und Klaus Michael Grüber.

Auch nach seiner Zeit am Halleschen Ufer blieb Otto Sander in Berlin und spielte auf unterschiedlichen Bühnen, wie hier in der Komischen Oper Berlin 1995 (r.).

Später zog es ihn auch nach Österreich. Dort war er unter anderem bei den Wiener Festwochen 1999 in der Rolle des "Claudius" in einer Neuinszenierung von Shakespeares "Hamlet" zu sehen.

2001 spielte er dann bei den Salzburger Festspielen im zweiten Jahr in Folge den Tod (Mitte) in "Jedermann" von Hugo Hofmannsthal.

Aber die Theaterbühne war nicht genug. Schon früh in seiner Karriere wirkte Sanders in verschiedenen Filmproduktionen mit. Zu seinen berühmtesten Rollen gehören wohl der Engel "Cassiel" in "Der Himmel über Berlin", wiederum mit Bruno Ganz (l.), ...

... und der Kapitänleutnant Philipp Thomson im oscarnominierten deutschen Klassiker "Das Boot".

Insgesamt wirkte Sanders in über 130 Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen mit.

Bekannt war Sander außerdem für seine warme und kräftige Stimme. Sie trug ihm den Spitznamen "The Voice" ein.

Seiner Stimme verdankte er zahlreiche Engagements als Synchronsprecher und Erzähler. So las er zum Beispiel bei einer Unicef-Spenden-Gala aus Erich Kästners bekanntem Roman "Emil und die Detektive".

Über sein Privatleben ist nicht allzu viel bekannt. Sander lebte in einer regelrechten Schauspieler-Patchworkfamilie.

Lebensgefährtin Monika Hansen ist Schauspielerin, ...

... genau wie Stieftochter Meret Becker ...

... und Stiefsohn Ben Becker.

Mit dem verstand er sich extrem gut.

Die beiden standen insgesamt dreimal für den "Polizeiruf 110" zusammen vor der Kamera.

Besonders "Totes Gleis" aus dem Jahr 1994 von Regisseur Bernd Böhlich wurde zum Erfolg und erhielt den renommierten Adolf-Grimme-Preis.

Das war aber nicht die einzige Auszeichnung, die der preisverwöhnte Schauspieler erhielt. 2007 wurde er beispielsweise zum 25. Jubiläum von "Das Boot" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

Für seine Leistungen erhielt er auch den Grimme-Preis und den Deutschen Darstellerpreis. Im Jahr 2008 wurde er für sein Lebenswerk mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Als gefestigte Größe im deutschen Showgeschäft war Sander bei vielen Kollegen sehr beliebt. So sammelte er Spenden mit Kollegin Evelyn Künneke, ...

... richtete Hamburgs Rocklegende Udo Lindenberg die Krawatte, ...

... schnupperte an Henry Maske, ...

... spaßte mit Schauspielerin Angelica Domröse ...

... und kam sogar Grünen-Politikerin Renate Künast ganz nah.

"Otto Sander hat mit seiner begnadeten Schauspielkunst deutsche Theater- und Filmgeschichte geschrieben," sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

Und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit dürfte vielen aus der Seele gesprochen haben, als er sagte, mit Sander verliere die Theaterstadt Berlin "einen großen Mimen, eine große künstlerische Persönlichkeit und eine unvergessene Sprechstimme".

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