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Das Land der toten Flüsse: China versinkt im Dreck

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Es ist ein Bild von bizarrer Schönheit - und doch ist es alles andere als eine Idylle. Diese chinesischen Fischer kämpfen sich durch den mit Algen und Düngemittel verseuchten Chaohu-See in Hefei. (Foto: REUTERS)

Es ist ein Bild von bizarrer Schönheit - und doch ist es alles andere als eine Idylle. Diese chinesischen Fischer kämpfen sich durch den mit Algen und Düngemittel verseuchten Chaohu-See in Hefei.

Es ist ein Bild von bizarrer Schönheit - und doch ist es alles andere als eine Idylle. Diese chinesischen Fischer kämpfen sich durch den mit Algen und Düngemittel verseuchten Chaohu-See in Hefei.

Er ist nicht das einzige Gewässer in China, das aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten ist.

Rund 70 Prozent aller dortigen Gewässer, so die Schätzungen, sind mit Chemikalien und Fäkalien verseucht.

Viele Fabriken leiten ihre Abfälle direkt in Flüsse oder ins Meer.

Auch die Abwässer von fast 300 Städten, die keine Kläranlagen besitzen, fließen direkt in die Flüsse.

Überhaupt landet jegliche Art von Müll in den Gewässern.

Ein besonders krasser Fall sind tausende tote Schweine, die in diesem Winter durch den Fluss Huangpu bis nach Shanghai treiben.

Die Folgen der Umweltsünden sind für Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen verheerend.

Ein großer Teil des Wassers ist für den Menschen ungenießbar.

Inzwischen gesteht selbst das chinesische Umweltministerium ein: Das Wasser ist an 43 Prozent der untersuchten Stellen so giftig, dass vor dem bloßen Kontakt gewarnt wird.

Gleichzeitig verschwinden wegen des immensen Wasserbedarfs für Industrie und Städte immer mehr Seen in China - rund 30 pro Jahr.

Spätestens seit sich Anfang des Jahres 2013 wochenlang dichter Smog über das Riesenreich legte und weite Teiledes Landes verhüllte ...

... hat auch die Führung in Peking die Dimension der Umweltverschmutzung erkannt.

Regierungschef Li Keqiang fordert nun ein nachhaltiges Wachstum.

Schließlich ist der Preis für Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht hoch.

Rund 750.000 Menschen - so die Schätzungen - sterben jährlich an den Folgen der Umweltverschmutzung.

Besonders Kinder, Alte und Kranke sind die Leidtragenden.

Auch Böden, die mit Pestiziden, Blei oder Cadmium verseucht sind, belasten die Menschen.

Erst im Februar 2013 kommt das Umweltministerium zu dem Fazit: ...

... "Chemiegifte waren in der Vergangenheit die Ursache für viele Umwelt-Gaus, reduzierten unsere Vorräte an Trinkwasser und führten zu ernsten Gesundheits- und Sozialproblemen wie dem Phänomen der Krebsdörfer."

Als Krebsdörfer gelten jene Orte in China, in denen es seit Anfang des Jahrtausends zu auffallend vielen Krankheits- und Todesfällen kam.

Fast 250 soll es von ihnen geben. Außerdem liegen 16 der 20 weltweit schmutzigsten Städte in China.

Der IT-Unternehmer und Milliardär My Yun warnt daher auch eindringlich: ...

"Ich glaube, dass es in zehn Jahren in jeder Familie bei uns jemanden gibt, der entweder an Leberkrebs, Lungenkrebs oder Magenkrebs erkrankt."

Eine gleichermaßen katastrophale wie kostspielige Entwicklung.

Wie die Weltbank berechnet, liegen die Kosten durch die Umweltverschmutzung bei fast 6 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Wegen des Smogs müssen Flüge storniert und Fabriken heruntergefahren werden.

91 Milliarden, rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts, gibt China bereits pro Jahr für den Umweltschutz aus.

Eine Summe, die allerdings bei Weitem nicht ausreicht.

Experten fordern eine Steigerung der Ausgaben auf bis zu 4 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Nur so ließen sich auch die Sünden der Vergangenheit ausbügeln.

Wenn dies überhaupt noch möglich ist.

Denn manche Vergehen lassen sich auch mit viel Geld nicht ungeschehen machen.

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