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Dienstag, 20. Oktober 2015

"Die Mutter aller Schlachten": Das Drama von Aleppo

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Seit Tagen ist Aleppo, die zweitgrößte syrische Stadt, wieder heftig umkämpft. (Foto: dpa)

Seit Tagen ist Aleppo, die zweitgrößte syrische Stadt, wieder heftig umkämpft.

Seit Tagen ist Aleppo, die zweitgrößte syrische Stadt, wieder heftig umkämpft.

Bomben fallen, schwere Artillerie und Panzer umzingeln den Teil der Stadt, der noch von Rebellen gehalten wird.

Immer weiter rückt die syrische Armee vor.

Wer noch kann, ergreift die Flucht.

Eine Sprecherin des Uno-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten geht von 35.000 Flüchtlingen aus, die wegen der jüngsten Angriffe ihre Häuser bereits verlassen haben.

Hilfsorganisation vor Ort schätzen sogar, dass sich 70.000 Flüchtlinge auf den Weg gemacht haben, um den Kämpfen zu entkommen.

"Die Menschen haben Todesangst. ...

... Alle haben sich auf den Weg gemacht", sagt der Arzt Zaidoun al-Zoabi dem britischen "Telegraph".

"Die Menschen schlafen auf den Straßen, auf Bürgersteigen, auf den Feldern."

Einige Dörfer und Städte im Umland der Stadt sind mittlerweile so gut wie menschenleer.

Von Aleppo, das einst mit seinen Moscheen ...

... und der verwinkelten Altstadt als eine der schönsten Städte der Welt galt, ...

... bleibt immer weniger.

Schon seit 2012 bekämpfen sich hier Aufständische und die Kämpfer von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Wegen des Ausmaßes und der Wichtigkeit sprechen Kämpfer auch von der "Mutter aller Schlachten".

Tausende Menschen starben schon in den Gefechten in und um Aleppo.

Sei es durch Fassbomben des Assad-Regimes.

Sei es durch die Rebellen der Freien Syrischen Armee, die wahllos die von Assads Kämpfern gehaltenen Viertel bombardieren.

Jetzt ist die Lage für Einwohner verzweifelt. Viele Wohnungen sind zerstört, in weiten Teilen der Stadt gibt es keinen Strom mehr.

Das Benzin wird knapp, ebenso das Brot.

Die medizinische Versorgung ist katastrophal.

Wer ein Haus mit Keller hat, kann sich glücklich schätzen.

Ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" - ...

... so nennt der UN-Generalsekretär das Drama in Aleppo.

Kinder gehen nicht mehr zu Schule.

Kaum einer traut sich auf die Straße.

Einwohner berichten von regimetreuen Scharfschützen, die von den Dächern schießen.

Auftrieb bekommen Assads Truppen seit kurzem dank massiver Waffenhilfe aus Moskau.

Denn neben dem Iran und der libanesische Hisbollah-Miliz steht auch Russlands Präsident Wladimir Putin hinter Assad und stärkt diesen militärisch.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah erklärt, der Einsatz seiner schiitischen Miliz in Syrien sei "größer als je zuvor", ...

... "weil wir in einem entscheidenden und endgültigen Kampf sind".

Teheran kündigt an, seine "Beratung" für die syrischen Regierungstruppen aufzustocken.

Kriegsentscheidend dürfte für Assad aber die Hilfe durch Moskau sein.

Seit Ende September unterstützt Russland Assads Armee massiv mit Luftangriffen gegen "Terroristen".

Als "Terrorist" wird dabei jeder bezeichnet, der gegen Assad kämpft, ...

... gemäßigte Rebellen ebenso wie Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat.

Die Aufständischen der "Freien Syrischen Armee" kündigen allerdings massiven Widerstand an.

Nach eigenen Angaben haben sie Nachschub an Panzerabwehr-Raketen aus US-Produktion erhalten.

Und so wird weiter gekämpft, ...

... gestorben ...

... und geflüchtet.

Und die Zahl der Flüchtlinge in die Nachbarstaaten ...

... und die EU wird noch weiter zunehmen.

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