Jubelnde Albaner auf der einen, ...Bild 1 von 42 ... empörte Serben auf der anderen Seite.Bild 2 von 42 In Europa gibt es einen neuen Staat: das Kosovo. Hier Regierungschef Hashim Thaci (r.) und Präsident Fatmir Sejdiu mit der neuen Flagge.Bild 3 von 42 Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos birgt erhebliches Konfliktpotenzial. Dies kommt auch dadurch zum Ausdruck, ...Bild 4 von 42 ... dass ein Großteil Europas die Souveränität des neuen Nachbarn anerkennt, jedoch Mächte wie Russland, China und sogar Spanien dies ablehnen.Bild 5 von 42 So ist noch unklar, ob das neue Konstrukt funktionierten wird - und wie sich die Region entwickelt. Ein Abgleiten in Gewalt ist ebenso möglich wie ...Bild 6 von 42 ... eine erhebliche Abwanderungswelle der Kosovo-Serben.Bild 7 von 42 Deutschland jedenfalls hat "Ja" gesagt zum neuen Staat. Überhaupt stützt die EU das Kosovo - mit Polizei und Aufbauhilfe. Auch die UN erkennen das neue Land an.Bild 8 von 42 Das Bemühen des serbischen Präsidenten, die UN davon abzuhalten, ist nur kurz nach der Unabhängigkeitserklärung gescheitert.Bild 9 von 42 Der neue Nachbar ist mit knapp 11.000 Quadratkilometern nur halb so groß wie Hessen.Bild 10 von 42 Das Kosovo hat 2,1 Millionen Einwohner, ...Bild 11 von 42 ... von denen 95 Prozent Albaner sind. (Grüne Flächen: albanisch dominiert, rote Flächen: serbisch dominiert)Bild 12 von 42 Etwa 100.000 Bewohner gehören zur serbischen Minderheit.Bild 13 von 42 Rund die Hälfte aller Einwohner ist unter 20 Jahre alt.Bild 14 von 42 In der Hauptstadt Pristina leben rund 500.000 Menschen.Bild 15 von 42 Seit Sommer 1999 steht das Kosovo unter UN-Verwaltung (UNMIK). Dafür wurden bislang rund 2,6 Milliarden Euro ausgegeben. Auch nach der Unabhängigkeitserklärung bleiben die Soldaten im Land.Bild 16 von 42 Rund 2800 deutsche Soldaten sind vor Ort.Bild 17 von 42 Die Region gilt als Armenhaus Europas. Offiziell herrscht über 40 Prozent Arbeitslosigkeit, in manchen Gebieten bis zu 80 Prozent.Bild 18 von 42 Dazu kommt: Das Kosovo ist die Drehscheibe der organisierten Kriminalität. Menschenschmuggel, Zwangsprostitution, Waffen- und Drogenhandel.Bild 19 von 42 Die soziale Not wird gelindert durch die Überweisungen der Gastarbeiter. Das Geld stammt von etwa einer halben Million Kosovo-Albaner, die zumeist in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz leben.Bild 20 von 42 Ein Drittel des stagnierenden Bruttoinlandsproduktes von 2,4 Milliarden US-Dollar (2007) wird durch Schenkungen ausländischer Staaten bestritten. (Im Bild: Ankündigung eines Konzerts von US-Rapper 50 Cent in Pristina)Bild 21 von 42 Das Kosovo wird von den Albanern ...Bild 22 von 42 ... und den Serben beansprucht.Bild 23 von 42 Die Serben wanderten im 6. Jahrhundert n. Chr. ein und errichteten im 13./14. Jahrhundert ein Königreich.Bild 24 von 42 Sie empfinden die Region als die Wiege ihrer Nation, weil im serbischen Königreich der Sitz des Patriarchen ein Kloster in der Stadt Pec war. Und Pec liegt im Westen des Kosovos.Bild 25 von 42 1389 unterlagen die Serben in der Schlacht auf dem Amselfeld den Osmanen, die nach dem Zerfall des serbischen Königreiches bis 1912 regierten. Für die Serben ein großes nationales Trauma.Bild 26 von 42 Die Albaner besiedelten das Kosovo in der Zeit der osmanischen Herrschaft. Sie übernahmen auch den Islam, was sie - im Gegensatz zu den christlichen Serben - zu bevorzugten Bürgern machte.Bild 27 von 42 Auch aus den kargen Gebieten des heutigen Nordalbanien zogen Menschen in das fruchtbarere Kosovo.Bild 28 von 42 1912 Jahren geriet die Region wieder unter serbische Souveränität.Bild 29 von 42 Rund 200.000 Albaner wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zur Abwanderung in die Türkei gedrängt.Bild 30 von 42 Etwa 50.000 Serben wanderten aus der Provinz bis 1981, weitere 200.000 in den Jahren 1998/99 nach Serbien aus.Bild 31 von 42 Im Kosovo-Krieg im Frühling 1999 stoppten NATO-Bomben wiederum die Vertreibung von schätzungsweise 800.000 Albanern.Bild 32 von 42 Seitdem wird die Provinz von den Vereinten Nationen (UN) verwaltet. Hier ein Blick in den Weltsicherheitsrat.Bild 33 von 42 Rund 16.000 NATO-Soldaten der KFOR-Truppe sorgen für Sicherheit.Bild 34 von 42 Die NATO beendete den Kosovo-Krieg mit Luftangriffen, um die Verfolgung der Albaner durch serbische Truppen unter dem Diktator Slobodan Milosevic zu stoppen. Hier ein Anhänger an dessen Grab.Bild 35 von 42 Serbien hatte eine Abspaltung des Kosovos stets vehement abgelehnt.Bild 36 von 42 Im Februar 2006 begannen direkte Verhandlungen von Serben und Kosovo-Albanern unter Leitung des UN-Chefunterhändlers Martti Ahtisaari. Im März 2007 endeten die Gespräche. Ahtisaari schlug eine von der EU überwachte Souveränität des Kosovo vor.Bild 37 von 42 Der Vorschlag scheiterte im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands.Bild 38 von 42 Im August wurde ein neuer Anlauf zu Verhandlungen unter Vermittlung einer Troika aus Russland, den USA und der EU gestartet. Die Frist für die Gespräche endete ohne Einigung am 10. Dezember 2007. Die Folge war die Unabhängigkeitserklärung.Bild 39 von 42 Tausende sind bislang Opfer des serbisch-albanischen Konfliktes geworden.Bild 40 von 42 Finanziell wird das Kosovo auf Jahre am Tropf der EU und der USA hängen.Bild 41 von 42 Und ob das neue Land politisch stabil bleibt oder dauerhaft ein Krisengebiet bleibt, werden erst die nächsten Monate zeigen. (Alle Bilder: AP, dpa, Wikipedia / Text: Jochen Müter)Bild 42 von 42