"Terror Strikes Mumbai", "Warzone Mumbai", "Mumbai Under Siege" (Bombay belagert) - Zeitungen und TV-Sender überbieten sich gegenseitig mit ihren Schlagzeilen.Bild 1 von 46 32 Stunden nach Beginn der Anschlagsserie sagt die Nachrichtensprecherin des Senders NDTV, Bombay sei von Terroristen "übernommen" worden.Bild 2 von 46 Alles begann am Mittwochabend (Ortszeit) in Colaba, einem Viertel im Zentrum von Bombay. Insgesamt ist von 16 bis 25 Terroristen die Rede.Bild 3 von 46 Nach Informationen von NDTV kommen 12 Terroristen mit einem Fischerboot aus dem indischen Bundesstaat Gujarat nach Bombay. Die anderen waren lebten laut "Times of India" als Studenten in Bombay.Bild 4 von 46 In einem öffentlich zugänglichen Hafen, den Sassoon Docks, steigen sie auf ein Schlauchboot um und fahren zum "Gateway of India", einem Torbogen aus dem Jahr 1924.Bild 5 von 46 Dort teilen sie sich auf. Gleich am Gateway eröffnen einige Terroristen um 21.15 Uhr das Feuer im belebten Café Leopold.Bild 6 von 46 Um 21.20 Uhr fahren zwei Männer auf einem Motorroller am Nariman House vor, einem Büro- und Wohngebäudekomplex in Colaba. Sie werfen eine Handgranate auf eine Tankstelle, verfehlen diese jedoch.Bild 7 von 46 Anschließend laufen die Terroristen ins Nariman House, in dem sich unter anderem ein Zentrum der jüdisch-orthodoxen Chabad-Bewegung befindet, und ermorden dort zwei Menschen.Bild 8 von 46 Die Terroristen im Nariman House verhalten sich zunächst ruhig. Erst am Morgen wird klar, dass hier Geiseln festgehalten werden, darunter ein Rabbiner, seine Frau und ihr gemeinsames Kind. Das Hausmädchen kann den zweijährigen Mosche nach 12 Stunden retten.Bild 9 von 46 Die Eltern, Gavriel und Rivka Holtzberg, überleben nicht.Bild 10 von 46 Um 21.24 Uhr überfallen zwei weitere Terroristen den Chhatrapati Shivaji Bahnhof. Sie werfen Handgranaten in die Menge und schießen um sich. Danach verlassen die Terroristen den Bahnhof wieder.Bild 11 von 46 Die Terroristen sind nicht maskiert - ihnen ist offenbar egal, ob sie erkannt werden.Bild 12 von 46 Um 21.30 Uhr gehen Terroristen in das Taj Mahal Hotel, werfen auch hier Handgranaten und eröffnen das Feuer.Bild 13 von 46 Um 21.35 Uhr greift eine weitere Gruppe von Terroristen das Hotel Trident / Oberoi an.Bild 14 von 46 Um 21.55 Uhr explodiert ein Taxi in Vile Parle, einem Vorort von Bombay, nördlich von Colaba. In Vile Parle befinden sich die beiden Flughäfen der Stadt.Bild 15 von 46 Um 22.15 Uhr fahren Terroristen in einem Skoda am Cama & Albless Hospital vor und schießen sowohl vor als auch im Krankenhaus um sich.Bild 16 von 46 Weitere Angriffe gibt es um 22.30 Uhr vor einem Kino sowie im Stadtteil Wadi Bunder, unmittelbar nördlich von Colaba, wo ein weiteres Taxi explodiert.Bild 17 von 46 Am Strand von Chowpatty greifen zwei Terroristen um 22.50 Uhr Polizisten an. Die Terroristen werden getötet.Bild 18 von 46 Die Polizei findet hier später zwei Boote, die mit Sprengstoff beladen sind.Bild 19 von 46 Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Terroristen an drei Orten verschanzt: Im Hotel Taj, ...Bild 20 von 46 ... im Hotel Trident / Oberoi ...Bild 21 von 46 ... sowie im Nariman House.Bild 22 von 46 Um 1.30 Uhr bekennt sich eine bislang kaum bekannte islamische Gruppe namens Deccan Mudschaheddin in einer E-Mail zu den Anschlägen.Bild 23 von 46 Eine halbe Stunde später wird die indische Armee in Bereitschaft versetzt, für den gesamten Bundesstaat Maharaschtra gilt die Alarmstufe Rot.Bild 24 von 46 Am frühen Morgen, um 4.30 Uhr, befreit ein Elitekommando einige Hotelgäste aus dem Taj. Nach Explosionen steigen Rauchwolken aus dem Hotel auf.Bild 25 von 46 Am Donnerstagmorgen liefern sich Sicherheitskräfte und Terroristen weiterhin Gefechte bei den beiden Hotels.Bild 26 von 46 Im Laufe des Tags verkündet die Polizei, das Taj unter Kontrolle zu haben. Die Meldung erweist sich als falsch, die Lage ist weiterhin völlig unübersichtlich. Noch am frühen Abend wird in der Nähe der beiden Hotels gekämpft.Bild 27 von 46 Hunderte Soldaten, Kämpfer der Nationalen Sicherheitsgarde und Polizei schaffen es nicht, die Terroristen zu überwältigen. Indien steht unter Schock.Bild 28 von 46 Ein Augenzeuge aus dem Taj sagt, die Angreifer hätten gezielt nach Geiseln aus den USA und Großbritannien gesucht. Im Trident / Oberoi geraten mehrere Israelis in die Hand der Terroristen.Bild 29 von 46 Ein Deutscher stirbt auf der Flucht aus dem Taj. Der 51-jährige Ralph Burkei, ein Unternehmer aus München, will über die Hotel-Fassade flüchten und stürzt dabei ab.Bild 30 von 46 Sein Geschäftspartner berichtet später, Burkei habe noch auf dem Vordach liegend einen Freund in München angerufen und ihm von schweren Knochenbrüchen berichtet. Auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt Burkei. Seine Freundin überlebt schwer verletzt.Bild 31 von 46 Ein Brite schildert der BBC in einem Telefoninterview die Lage im Hotel. Er habe sich gerade im Hotelrestaurant zu Tisch gesetzt, als Maschinengewehrfeuer in den Fluren zu hören war, berichtet Andreas Liveras.Bild 32 von 46 "Wir haben uns unter den Tischen versteckt, und dann haben sie das Licht ausgemacht." Alle Restaurantgäste seien in einen Salon gebracht worden, wo "mehr als 1000 Leute" zusammengepfercht seien. Die Türen seien von außen abgeschlossen worden: ...Bild 33 von 46 ... "Es ist sehr ruhig. Die letzte Bombe ist vor 45 Minuten explodiert und hat das Hotel erschüttert. Niemand kommt in diesen Raum und niemand geht raus, wir wissen wirklich nicht, was los ist", sagt Liveras der BBC.Bild 34 von 46 Später sagt sein Bruder Theophanis einer zyprischen Nachrichtenagentur, Andreas Liveras sei zusammen mit einer großen Gruppe von Restaurantgästen als Geisel genommen und "kaltblütig bei den Terroranschlägen ermordet worden".Bild 35 von 46 Die Atommacht Indien ist gedemütigt. Die Angriffe "haben die Nation tief geschockt", sagt Premierminister Manmohan Singh in einer Fernsehansprache. Die Anschläge hätten ihren Ursprung im Ausland, so Singh in offensichtlicher Anspielung auf Pakistan.Bild 36 von 46 Singh warnt die angrenzenden Staaten, man werde es nicht dulden, wenn von ihrem Territorium aus Anschläge auf Indien verübt würden.Bild 37 von 46 Drohend fügt er an die Adresse der Nachbarn hinzu: "Wenn keine angemessenen Maßnahmen von ihnen ergriffen werden, wird das seinen Preis haben."Bild 38 von 46 Rund 36 Stunden nach dem Beginn der Anschlagsserie ist das Hotel Trident / Oberoi geräumt. "Wir haben zwei Terroristen getötet", sagt der Chef der Nationalen Sicherheitsgarden, J.K. Dutt.Bild 39 von 46 Später seilen sich Spezialkräfte von Hubschraubern auf das Dach des Nariman House ab und stürmen das Gebäude.Bild 40 von 46 45 Stunden nach Beginn der Terrorangriffe bringen die Sicherheitskräfte auch das jüdische Zentrum in dem Gebäudekomplex unter ihre Kontrolle. Hier wurden mindestens fünf Geiseln getötet, darunter der Rabbiner und seine Frau.Bild 41 von 46 Im Taj halten sich aber noch Terroristen verschanzt. Nach Angaben eines Armee-Kommandeurs bewegt sich noch ein Terrorist zwischen zwei Stockwerken. Bei ihm würden mindestens eine Frau und ein Mann vermutet.Bild 42 von 46 Der Chef einer Spezialeinheit berichtet, allein in einem Raum des Hotels habe er 12 bis 15 Leichen gesehen.Bild 43 von 46 Am Samstagmorgen wird schließlich auch das Taj Mahal erobert. Die Anschlagsserie ist nach 60 Stunden niedergeschlagen.Bild 44 von 46 Insgesamt wurden bei den Anschlägen in Bombay nach Angaben des Katastrophenschutzes mindestens 195 Menschen getötet. Unter den Toten sind auch drei Deutsche.Bild 45 von 46 Die ersten indischen Opfer wurden am Samstag verbrannt. (Fotos: AP, rts, dpa, Text: Hubertus Volmer)Bild 46 von 46